Fitness Tracker Test

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Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2018

Fitbit Versa im Test – Smartwatch im Dauerlauf

Erste Schritte mit der Fitbit Versa

Die Fitbit Versa wird mit Hilfe der Fitbit App eingerichtet, die es für iOS und Android kostenlos im jeweiligen Store gibt. Was es neben App und Smartphone / Tablet braucht ist eigentlich nur ein Nutzerkonto bei Fitbit, WLAN und Geduld.

Das Nutzerkonto ist schnell eingerichtet und erfordert neben einer E-Mail-Adresse die Angabe von

  • Name
  • Geschlecht
  • Geburtsdatum
  • Größe
  • Gewicht

Der zweite Schritt, nämlich die Versa einzurichten, braucht mit ca. 30 Minuten schon deutlich länger. Der Grund dafür ist das Firmware-Update, das per WLAN zunächst geladen und dann installiert werden muss. Das Experiment des Firmware-Updates per Bluetooth hat Fitbit nach der Ionic schnell beendet.

Damit man nicht untätig rumsitzen muss, kann man während des Updates bereits die Funktionen der Versa in der App schon kennenlernen und grundlegende Einstellungen vornehmen. Nach ziemlich genau 30 Minuten ist dann auch diese letzte Hürde genommen und die Versa steht zur Nutzung bereit.

Grundlagen

Die Bedienung der Versa erfolgt nur per Touchscreen und den drei physischen Knöpfen, die sich auf der linken und rechten Seite des Gehäuses befinden. Ist das Display ausgeschaltet, schaltet jeder Knopf das Display wieder ein. Auch das doppelte Antippen des Display schaltet des Display an.

Der Knopf auf der linken Seite führt beim einfachen Drücken jeweils einen Schritt zurück, z.B. aus einem Menü in das darüberliegende Menü, aus einer App aus das Dashboard oder von einer Seite des Dashboard auf die Uhrenanzeige. Befindet man sich bereits dort, schaltet sich das Display beim Knopfdruck wieder aus.

Durch langes Drücken gelangt man in die Kurzeinstellungen, um das automatische Aktivieren des Displays und die Anzeige von Benachrichtigungen auf der Uhr an- bzw. abschalten. Hier kann die Versa auch mit Bluetooth-Kopfhörern und -Lautsprechern gekoppelt werden.

Die beiden Knöpfe auf der rechten Seite können mit Funktionen belegt werden. In den Werkseinstellungen öffnen sich beim Drücken die Sport-App bzw. die Alarme. Auch der rechte obere Knopf ist doppelt belegt und ruft beim langen Drücken die Benachrichtigungen auf.

Auf Eingaben per Touchscreen oder Knopf reagiert die Versa ohne merkliche Verzögerungen. Das Benutzen der Smartwatch macht richtig Spaß.

Konfiguration der Fitbit Versa

Viel braucht und gibt es nicht einzustellen, wenn man die Versa das erste Mal in Betrieb nimmt. Dennoch kann man am Handgelenk selbst ein paar grundlegende Einstellungen vornehmen. Dazu gehören

  • Display-Helligkeit
  • Backlight Delay
  • Vibration-Stärke
  • Herzfrequenzmessung
  • Anzeige von Benachrichtigungen
  • Developer Bridge

Was sich nicht an der Versa direkt einstellen lässt, findet sich in der App wieder. Dort können folgende Punkte verwaltet werden:

  • Ziffernblätter
  • Apps
  • Medien
  • Mitteilungen
  • Bewegungserinnerung
  • Hauptziel
  • Bevorzugtes Handgelenk
  • WLAN-Einstellungen
  • Schnelltasten für Training
  • Ständige Verbindung

Versa und Ionic unterscheiden sich in diesen Punkten nicht. Seitens der Software sind die Produkte immens eng beieinander.

Funktionsumfang der Fitbit Versa

Als Smartwatch steht und fällt der Funktionsumfang der Versa mit den Apps, die sich auf der Uhr befinden. Damit es halbwegs überschaubar bleibt, habe ich mir nur die Funktionen angeschaut, die die Versa von Haus aus mitbringt. Alles Weitere fällt dann in die Kategorie „Funktionserweiterung durch Apps“.

Activity Tracking

In bester Tradition der Produkte von Fitbit arbeitet die Versa als Activity Tracker und misst die Anzahl der Schritte und berechnet daraus die zurückgelegte Distanz. Sie erkennt auch die Anzahl gestiegener Etagen und kann zusammen mit den Schritten und der Herzfrequenz den Kalorienverbrauch berechnen.

Hier gehört Fitbit seit jeher zu den Wegbereitern und bietet durchweg gute Ergebnisse an. Dass auch die Versa nicht immer jeden Schritt erfässt bzw. einmal mehr Schritte erkennt, als tatsächlich getätigt wurden, ist nicht auszuschließen – nicht von Fitbit und auch von keinem anderen Hersteller.

Wichtig ist, dass das wenn ein Produkt „falsch“ zählt, dass es dann immer gleich tut, denn lassen sich über größere Zeiträume hinweg Tendenzen erkennen, die deutlich wichtiger sind, als der einzelne Tageswert.

Fitbit Versa - Tagesstatistik auf der Uhr

Fitbit Versa – Tagesstatistik auf der Uhr

Die Basisdaten des Activity Trackings lassen sich direkt auf der Uhr abrufen, können jedoch detaillierte in der App eingesehen werden. Die Anzahl der Schritte lässt sich in sowohl auf Viertelstunde-Segmente herunterbrechen, als auch auf Tages-, Wochen-, Monat-, Quartals- und Jahressichten zusammenfassen.

24/7 Herzfrequenzmessung

Ob schnaufend auf der Joggingrunde oder ruhend auf dem Sofa, die Versa misst unablässig die Herzfrequenz und überträgt sie an die App. Über den Tagesverlauf bestimmt die Versa dann auch die Ruheherzfrequenz, die bei Fitbit in der Regel höher ausfällt, als bei anderen Herstellern. Das mag daran liegen, dass Fitbit dafür nicht die Herzfrequenz während der Nacht heranzieht, sondern angibt, dass die Ruheherzfrequenz im wachen Zustand ermittelt wird.

Wie auch immer, ein erhöhter Ruhepuls lässt Rückschlüsse auf Erschöpfungszustände und sich ankündigende (Erkältungs-)Krankheiten zu. Was hingegen aus dem Herzfrequenzverlauf an einem Tag ohne Sport für Schlüsse gezogen werden, muss jeder selbst für sich entscheiden.

Bei sportlichen Aktivitäten bekommt die Messung der Herzfrequenz natürlich ein ganz anderes Gewicht. Mehr dazu gibt es später im Abschnitt zum Sport mit der Versa.

Schlafphasen-Überwachung

In der Nacht überwacht die Versa die Schlafdauer und die Schlafqualität. Das funktioniert bei Produkten von Fitbit bereits seit langer Zeit sehr zuverlässig und nur in Ausnahmesituationen muss (und kann) in der App ein wenig nachkorrieren. Das wird z.B. dann notwendig, wenn man nach einem anstrengenden Tag abends auf dem Sofa bereits eine Stunde eingeschlafen ist, dann aber noch einmal aufwacht und erst eine weitere Stunde später ins Bett geht.

Dann kann es passieren, dass Fitbit die Nacht beginnend mit dem Sofa und einer langen Wachphase interpretiert. Bei mir passiert das aktuell ziemlich häufig, weil ich nach einem anstrengenden Tag bereits auf dem Sofa eine kleine Auszeit nehme, vor dem Schlafengehen aber noch einmal wach bin.

Dank der Unterstützung durch die HF-Messung können Wachphasen, Phasen leichten und tiefen Schlafs und REM-Phasen unterschieden werden. Natürlich erlaubt die App dabei den Rückblick auf vergangene Nächte und liefert Informationen darüber, wie das Schlafverhalten im Vergleich zur selben Altersgruppe zu sehen ist.

Mit Erschrecken kann stellt man dann leicht fest, dass die letzten Nächte sehr kurz waren. Und genau darum geht es, nämlich sich bewusster zu machen, wie aktiv bzw. erholsam Tag und Nacht verbringt. Das gelingt Fitbit mitunter am besten und es bleibt abzuwarten, inwiefern das angekündigte Feature Sleep Score noch einmal einen Mehrwert liefert kann.

Die Überwachung der Sauerstoffsättigung (SpO2) ist zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin deaktiviert, auch wenn in der Versa alle notwendigen Sensoren verbaut sind. Das gleiche gilt für die Ionic. Wer sich umhört, bekommt dafür zwei Gründe genannt:

  • Genehmigungsprozess FDA Pre-Cert

    Die SpO2-Sensoren sollen nicht alleinig der Messung des Blutsauerstoffgehalts dienen, sondern Rückschlüsse auf bestimmte Krankheiten zulassen. Damit rücken Ionic und Versa in den Bereich von Medizinprodukten, die eine Genehmigung durch die FDA bedürfen. In einem Teil dieses Prozesses befindet sich Fitbit.

  • Klärung des Nutzererlebnisses

    Auch an der Art und Weise, wie die Informationen sinnvoll dem Nutzer präsentiert werden, wird noch gearbeitet. Das hat weniger damit zu tun, ob ein Chart in grün oder blau angezeigt wird, sondern welche Wirkung es hinterlässt – gerade dann, wenn man aus den Informationen Erkrankungen ableiten kann.

Einen konkreten Zeitplan gibt es leider nicht und an der Ionic kann man sehen, dass sich so ein Prozess offenbar lange hinziehen kann. Im Rahmen des FDA Pre-Cert steht jedoch das Unternehmen und weniger das Einzelprodukt im Fokus, so dass davon auszugehen ist, dass alle technisch vorbereiteten Produkte mit einem Mal die Funktion freigeschaltet bekommen.

Female Health Tracking

Angekündigt und lange Zeit nicht verfügbar war das Female Health Tracking. Was sich hinter dem sperrigen Namen verbirgt ist ein Menstruationskalender, der sich auf dem Smartphone deutlich stärker vertreten sieht, als auf der Uhr selbst.

Fitbit Versa - Female Health Tracking

Fitbit Versa – Female Health Tracking

Ich versuche es mal auseinanderzudividieren und alle männlichen Interessenten zu beruhigen, die Sorge haben, die Versa stilisiere sie in irgendeiner Art und Weise.

Zunächst die Beruhigung: Das Female Health Tracking lässt sich in der App als eine weitere Kachel auf dem Dashboard hinzufügen und ist dort normalerweise nicht zu sehen. Jedenfalls war das bei mir nicht der Fall.

Erst wenn die Kachel hinzugefügt wurde, stehen die Funktionen überhaupt zur Verfügung. Und auch erst dann erscheint ein Hinweis auf der Uhr selbst. Und auch nur in der Tageszusammenfassung, die am Ende einen Hinweis auf den Zyklus gibt.

In der App hingegen lässt sich deutlich mehr erfassen. Das fängt bei den Angaben zum üblichen Zykluslänge an und erlaubt eine Vorhersage hinsichtlich der Periode und der fruchtbaren Tage. Wer möchte kann in dem Zykluskalender Tageseinträge um Informationen zur Blutungsstärke, Zervixviskosität, Begleiterscheinungen und Sex machen.

Was optisch ganz nett aufbereitet ist, bietet in den Augen meiner besseren Hälfte aber nicht mehr, als Apps mit dem gleichen Thema bereits vor Jahren zu bieten hatten. Vor dem Hintergrund möglichst viele gesundheitliche Aspekte in einer App zu adressieren, ist die Entscheidung von Fitbit sicherlich keine schlechte.

Kontaktloses Bezahlen per NFC

Die Ionic war das erste Gerät von Fitbit, das ausgestattet mit einem NFC-Chip das kontaktlose Bezahlen mit der Uhr ermöglichte. Was in den USA und in Großbritannien schnell Verbreitung gefunden hat und durch zahlreiche Banken unterstützt wurde, hat in Deutschland bis Mitte diesen Jahres warten müssen.

Mittlerweile ist das Bezahlen per Fibit Pay auch hierzulande möglich. Einen NFC-Chip (und damit Fitbit Pay) steht auch der Versa zur Verfügung. Allerdings nur in der Special Edition, die mir für den Test nicht zur Verfügung stand.

Das Prozedere ist jedoch genau das gleiche wie bei der Ionic: In der App werden Kreditkartendaten hinterlegt, die für die Abrechnung notwendig sind. Mit der Verwendung von Fitbit Pay muss die Smartwatch auch mit einem 4-stelligen Code gegen Missbrauch geschützt werden. Einmal am Tag bzw. nach jedem Ablegen der Uhr muss der Code neu eingegeben werden. Vorher ist ein Nutzen der Bezahlfunktion nicht möglich.

Um die Bezahlfunktion der Versa SE zu starten, muss der rechte Knopf lange gedrückt werden. Anschließend wird die die Uhr einfach gegen das Terminal gehalten. Schon ist die Bezahlung erfolgt.

Dank wirecard braucht es dazu nicht einmal eine besondere Kreditkarte. Ihr meldet euch einfach mit eurem Girokonto bei wirecard an und richtet dort eine virtuelle Kreditkarte ein.

Fitbit Versa als Music-Player

Genau wie die Ionic besitzt die Versa rund 2,5 GB Speicherplatz für Audiodaten. Musik, Hörbücher, Podcasts – völlig egal, die Versa nimmt alles entgegen und kann die Inhalte über Kopfhörer oder Lautsprecher wieder abspielen. Voraussetzung ist, dass diese per Bluetooth mit der Versa verbunden sind.

Lokale Audiodaten

Ein bisschen umständlich ist das Aufspielen der Audiodaten, denn dazu braucht es die Windows oder Mac App von Fitbit. Bevor die Daten übertragen werden können, muss auf dem Gerät der „Musik übertragen“-Modus aktiviert werden. Zudem muss sich die Versa im gleichen Netzwerk befinden, wie der PC/Mac, von dem die Daten übertragen werden sollen.

Fitbit Windows App - Übetragen von Musik

Fitbit Windows App – Übetragen von Musik

Sind die Voraussetzungen geschaffen, wählt man in der App Ordner aus, die die Audiodaten enthalten. Diese werden nun von der App überwacht. Einzelne Inhalte lassen sich dann per Klick auf die Uhr übertragen.

Streaming-Dienste

Neben den lokalen Audiodaten können auch Streamingdienste genutzt werden. In Deutschland steht momentan nur Deezer zur Verfügung. Ob und wann z.B. Spotify den Weg auf Versa und Ionic finden werden, steht in den Sternen.

Abgesehen von der Herkunft der Audiodaten gestaltet sich die Kopplung und Wiedergabe von Inhalten völlig problemlos. Sogar der Amazon Echo kann von der Versa mit Musik befeuert werden. Zu Verbindungsabbrüchen ist es im Test nur gekommen, wenn man Zuspieler und Wiedergabegerät zu weit voneinander entfernte. Bei der Nutzung mit Kopfhörern hat die Wiedergabe bei mir stets funktioniert.

Fitbit Gallery – Erweiterungen zum Nulltarif

Ob eine Uhr eine Smartwatch ist, lässt sich für mich immer ganz einfach an der Frage entscheiden, ob sich Apps auf dem Gerät installieren lassen, die nicht zwingend vom Hersteller angeboten werden.

Bei der Versa lässt sich das ganz klar beantworten: Fitbit bietet mit der Fitbit Gallery eine Plattform, auf der hauseigene und Apps von Dritten angeboten werden. Einen Store würde ich das ganze nicht schimpfen, denn bislang sind alle Apps kostenfrei erhältlich. Also vielleicht ein Store ohne Kassen. Nicht ausgeschlossen ist, dass manche Apps im Nachhinein eine Bezahlung verlangen.

Ziffernblätter – Von Hui bis Pfui, aber mit großer Auswahl

Auch wenn die Ziffernblätter in der Fitbit App nicht unter den Apps aufgeführt sind, sind sie dennoch Teil der Fitbit Gallery und eine spezielle Art von Apps, die dort angeboten werden. Und während es eine Herausforderung ist nutzbringende Anwendungen auf ein so kleines Gerät wie eine Uhr zu bringen, muss man sich bei Ziffernblättern meist nur Gedanken um die Darstellung von Uhrzeit, Datum und vielleicht ein paar Statistiken machen.

Das scheint mir auch der Grund dafür zu sein, warum sich in der Gallery unzählige Ziffernblätter finden. Die Qualität streut in alle Richtungen. Neben vielen „anspruchslosen“ Varianten finden sich aber auch echt tolle Ziffernblätter. Aufgrund der großen Anzahl sollte für jeden etwas dabei sein.

Apps – Mehr Funktionen am Handgelenk

Was sich auch mehr als ein Jahr nach dem Start der Ionic und der Fitbit Gallery an Apps zeigt, ist in meinen Augen enttäuschend. Ich spare mir das Zählen, aber das Angebot ist überschaubar. Wenn man dann noch die Spreu vom Weizen trennt, dann bleibt tatsächlich nur wenig Nützliches übrig.

Dabei kann jeder mit ein bisschen Programmiererfahrung am Erfolg der Plattform mitwirken, denn für die Entwicklung von Apps braucht es nur das kostenlose Fitbit-Nutzerkonto. Die Entwicklungsumgebung ist eine Online-Anwendung, kann mittlerweile aber auch lokal betrieben werden. Ich habe das mal im Selbstversuch ausprobiert. Meine Erfahrungen bei der App-Entwicklung verlinke ich zu einem späteren Zeitpunkt.


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