Fitness Tracker Test

Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2021

Polar H10 im Test – Perfekter HR-Brustgurt in fast jeder Hinsicht

Wer beim Sport seine Herzfrequenz im Auge behalten möchte, der kann heutzutage zwischen Uhren und Armbändern mit optischen Sensoren oder den eher klassischen HR-Brustgurten wählen. Dabei bieten Brustgurte trotz steter Weiterentwicklung der optischen Sensoren eine höhere Genauigkeit. Besonders genau soll es der HR-Brustgurt H10 von Polar nehmen. Nicht selten wird er deshalb als Gold-Standard unter den Brustgurten bezeichnet. Ich habe mir den Polar H10 im Test angesehen.

Polar H10 - Brustgurt und Sensor-Einheit

Polar H10 – Brustgurt und Sensor-Einheit

Das finnische Unternehmen Polar gehört zu den Pionieren der Sport-Elektronik. Egal welches Produkt auf den Markt gebracht wurde, immer hatte es einen besonderen Bezug zur Vermessung des Herzens. Der Polar H10 darf deshalb als Produkt verstanden werden, das die Jahrzehnte lange Kern-Expertise des Unternehmens verkörpert. Ohne Frage weckt das hohe Erwartungen an das Produkt. Inwieweit sie erfüllt werden zeigt dieses Review.

Polar H10 - Technische Daten

 Polar H10Polar H9Polar H7
Größe (Sendeeinheit)34 x 65 x 10 mm34 x 65 x 10 mmk.A.
Gewicht21 g21 g26 g
BatterieCR 2025CR 2025CR 2025
Interner Speicher+--
ANT+++-
Bluetooth (Anzahl Verbindungen)221
BrustgurtPro-StrapSoft-StrapSoft-Strap
Firmware-Updates++-

Historisch betrachtet ist der Polar H10 der Nachfolger des H7. Die Zahlen lassen hier keinen Rückschluss auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung zu, denn mit dem H9 ist ein etwas günstigeres Modell auf Basis des H10 erschienen. Besser passend ist es also die Zahl als Leistungsgröße heranzieht. Der H10 stellt somit aktuell das obere Ende des HR-Produkt-Portfolios dar. Der H9 ist ein wenig unterhalb positioniert und mit etwas Abstand folgt der H7.

Im Vergleich zum direkten Vorgänger bietet der H10 einen

  • internen Speicher zur Aufzeichnung eines Workouts
  • zwei simultane Bluetooth-Verbindungen
  • Pro-Strap-Gurt mit größere Sensorenfläche

Die CR 2025-Batterie hält den H10 ca. 400 Trainingsstunden bei Laune – beim H7 ist es nur etwa die Hälfte.

Unboxing und erster Eindruck

Das Auspacken des Polar H10 (und auch jeden anderen Brustgurts) ist deutlich unaufgeregter als es bei Sportuhren bzw. anderen Wearables der Fall ist. Man weiß genau, was man erwartet und alle Hersteller wissen, wie diese Erwartungen zu befriedigen sind. Das ist beim H10 nicht anders und so befinden sich in der Verpackung:

  • Polar H10 Sensor
  • Polar Pro-Strap
  • Kurzanleitung / Produkthinweise

Der „Polar Pro“-Brustgurt besteht aus einem flexiblen Textilband, das über weiche Silikonpunkte verfügt. Die Punkte dienen nicht nur der Optik, sie sollen auch das Verrutschen des Brustgurts verhindern. Der Vorgänger H7 und auch der etwas günstigere H9 müssen auf diesen Luxus verzichten.

Auffällig ist die breite Sensorfläche, die nicht nur vorne auf der Brust anliegen, sondern ein Stück seitlich um den Brustkorb herumführen. Jedenfalls deutlich weiter, als das bei anderen Herstellern der Fall ist.

Polar H10 - Schlanke Sensor-Einheit

Polar H10 – Schlanke Sensor-Einheit

Die Sensoreinheit ist angenehm flach und wird mit den zwei Druckknöpfen am Brustgurt befestigt. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den Brustgurten von Garmin, bei denen Sensor und Textilband untrennbar verheiratet sind. Während der Austausch des Gurtes bei Polar problemlos möglich ist, hat man bei Garmin das Nachsehen.

Polar H10 - Verschluss

Polar H10 – Verschluss

Weiterentwickelt wurde von Polar auch der Verschluss. Statt eines Haken-Schlaufen-Verschlusses des H7 wird der H10 mit einem Clip geschlossen.

Polar H10 - Batteriefach

Polar H10 – Batteriefach

Eine handelsübliche CR 2025 versorgt den H10 bis zu 400 Stunden lang mit Strom. Der kleine Deckel des Batteriefachs sitzt stramm und es braucht ein wenig mehr Kraft als üblich den Deckel zu lösen. Gleichzeitig ist der feste Sitz Grundlage für die Wasserdichtigkeit des H10 von bis zu 30 Metern.

Einrichten des Polar H10

Vor der ersten Nutzung lohnt die Einrichtung über die kostenlose Polar Beat App. Wer mit Sportuhren des Herstellers unterwegs ist, der wird sich zunächst wundern, denn diese nutzen vornehmlich die Polar Flow App. Sei es drum – für den Polar H10 ist die Polar Beat App der erste Anlaufpunkt.

Vorteilhaft ist, dass die Polar Beat App auch ohne Nutzerkonto genutzt werden kann. Das ist in Zeiten von Cloud und Co. schon eine Seltenheit.

Das Einrichten selbst ist in wenigen Minuten erledigt, denn H10 und Smartphone finden ohne Probleme über Bluetooth zueinander.

In der App lassen sich die wichtigsten Einstellungen vornehmen, u.a.

  • Sichtbarkeit durch andere Geräte
  • GymLink de-/aktivieren
  • ANT+ de-/aktivieren

Der Vollständigkeit halber sei GymLink erwähnt. Mit GymLink bezeichnet Polar die Fähigkeit die Herzfrequenz über ein 5,5-KHz-Signal an Sportgeräte zu übertragen, wie sie häufig im Sportstudio oder im Heimbereich zu finden sind. So kann die Herzfrequenz auch auf solchen Geräten angezeigt werden, die weder Bluetooth noch ANT+ sprechen.

Polar H10 in der Praxis

Nach den ganzen Begleiterscheinungen kommen wir zum interessanteren Teil – dem Erfahrungsbericht.

Fangen wir beim Aktivieren des H10-Sensors an. Knöpfe oder Schalter sucht man beim H10 vergebens. Leider fehlt es dem H10 an einer kleinen LED, die über den Betriebs- bzw. Batteriezustand Auskunft geben kann.

Der Sensor wird aktiviert, indem er in den Brustgurt geklippt wird. Wird kein Puls erkannt, schaltet sich der Sensor nach einiger Zeit wieder ab. Das gleiche passiert, wenn der Brustgurt nach dem Sport abgenommen wird.

Das Anlegen des Brustgurts gestaltet sich anfang ein wenig schwierig. Grund dafür sind u.a. die Silikonnoppen, die zwar wirkungsvoll das Verrutschen beim Sport verhindern, aber eben auch das Zurechtschieben des Brustgurts beim Anlegen. Dabei bräuchte es das Zurechtschieben deutlich weniger, wenn der Brustgurt vor dem Körper und nicht seitlich geschlossen werden müsste.

Polar H10 - Silikonnoppen des Pro-Straps

Polar H10 – Silikonnoppen des Pro-Straps

Nun ist das überhaupt nichts unübliches bei HR-Brustgurten, ich würde schon von De-Facto-Standard sprechen. Dass es anders geht zeigt Wahoo mit den TICKR-Brustgurten. Diese werden vor dem Körper geschlossen und der Sensor ist quasi das Bindeglied zwischen den Gurtenden.

Das ist Meckern auf hohem Niveau, denn die Silikonnoppen sorgen für hohen Komfort beim Sport. Nicht selten fühlt es sich bei anderen Brustgurten an, dass sie sich mit fortlaufender Sportdauer die Position verändern. Und wie ich dieses Gefühl hasse… Nachjustieren beim Sport stört nicht nur den Rhytmus sondern auch die Messung. Beim H10 kommt nicht einmal das Gefühl auf – die Silikonnoppen verrichten ihre Arbeit.

Insgesamt trägt sich der H10 sehr angenehm. Fairerweise tun das viele, viele andere Produkte auch – vom Verrutschen mal abgesehen. Es ist aber deshalb erwähnenswert, weil der Brustgurt aufgrund der breiten Sensorfläche etwas steifer wirkt. Beim Tragen spürt man davon nichts.

Aufzeichnung ohne Smartphone und Sportuhr

Der Polar H10 verfügt über eine internen Speicher, der bis zu 40 Stunden Pulsdaten aufzeichnen kann. Prinzipiell erlaubt das, eine Trainingseinheit auch ohne Smartphone und Sportuhr durchzuführen. Ganz richtig ist das nicht, denn zum Starten einer Aufzeichnung braucht es die Polar Beat App. Nur so lässt sich dem H10 mitteilen, die Pulsdaten auf dem eigenen Speicher abzulegen.

Weil der H10 immer nur eine Aufzeichnung in seinem Speicher vorhalten kann, müssen die Daten des Brustgurts mit der App synchronisiert werden.

Interne Speicher bei Brustgurten sind grundsätzlich eine tolle Sache, beim H10 ist noch ein bisschen Luft nach oben vorhanden. Wahoo erlaubt bei den TICKR-Brustgurten nicht nur mehrere Aktivitäten auf der Sensoreinheit zu speichern, sondern per Antippen des Sensors die Aufzeichnung auch zu starten bzw. zu stoppen.

Genauigkeit bei der Aufzeichnung

Mittlerweile habe ich dutzende Aktivitäten mit dem H10 bestritten und kein Brustgurt war bisher solider in der Leistung. Das klingt jetzt nüchterner als es ist. Auf der anderen Seite überzeugt ein Brustgurt genau dann, wenn er stoisch den Puls ermittelt – ohne unerklärliche Schwankungen und ohne Aussetzer. Und genau das leistet der H10 von Tag 1 an.

Ich könnte jetzt hier Pulsverläufe übereinander legen, die nicht weniger zeigen, als unaufgeregte Pulsverläufe. Zwei Brustgurte miteinander zu vergleichen halte ich für schwierig, weil schon ab zwei Brustgurten der Platz und die optimale Platzierung nicht mehr gegeben sind.

Den H10 hingegen gegen optische Sensoren antreten zu lassen, würde die baubedingten Nachteile der optischen Sensoren hevorheben, nicht aber die sehr gute Leistung des H10. So ist es nunmal mit Vergleichen, die normalerweise auf Abweichungen und Besonderheiten hinweisen sollen. Der H10 arbeitet dicht an dem, was ich als „Norm“ bezeichnen würde. So bleibt es das geschriebene Wort, das von den Qualitäten des H10 zeugen soll.

Fazit - Polar H10

Der Polar H10 ist mir im Test als außerordentlich zuverlässiger Brustgurt begegnet. Genau diese Zuverlässigkeit ist es auch, die dem H10 in erster Linie anzurechnen ist und die ihn in den Augen vieler zur Referenz erhebt. Ganz so weit würde ich nicht gehen, weil es noch ein paar Aspekte gibt, die noch besser gelöst werden können. Weit weg von diesem Ziel ist Polar mit dem H10 meiner Meinung nach nicht. Es ist einer der Gründe, warum ich den H10 fortan für die Vergleiche von Pulsuhren gerne heranziehen werde.

Mit der Möglichkeit zwei gleichzeitigen Bluetooth-Verbindungen zu nutzen, bietet sich flexible Einsatzzwecke. Häufig wird der Brustgurt dabei mit der eigenen Sportuhr und einem Sportgerät oder z.B. Zwift gepaart. Bei ANT+ besteht ohnehin keine Einschränkung bei der Anzahl der Verbindungen.

Für Schwarz-Muffel gibt es den H10 bzw. dessen Pro-Strap in den Farben Grau, Orange und Türkis.

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Polar H10
10.681
Bewertungen
59,81 €
Aktueller Preis
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Werbung: Das Produkt wurde mir auf meine Anfrage hin für den Test der/des H10 von Polar kostenlos zur Verfügung gestellt. An die Berichterstattung wurden keine Bedingungen geknüpft. Der Inhalt des Testberichts spiegelt somit vollständig meine eigene, unvoreingenommene Meinung und Erfahrung mit dem Produkt wider.

Warum der Beitrag dennoch als 'Werbung' gekennzeichnet ist, könnt ihr unter Kennzeichnungspflicht nachlesen.

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