Fitness Tracker Test

Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2022

Polar Vantage V2 im Test

Mit der Vantage V2 hat Polar im Oktober 2020 die neue Generation seiner Sportuhr für anspruchsvolle Athleten vorgestellt. Seinerzeit bildete die Vantage V2 das obere Ende des Produktportfolios, das sie sich mittlerweile mit der Grit X Pro (Testbericht) teilen muss.

Ich habe mir genau angeschaut, welche Funktionen, Vor- und Nachteile die Vantage V2 bietet. Für den Vantage V2 Test hat Polar mir die Sportuhr in Rot zur Verfügung gestellt.

Unboxing der Vantage V2

Die Vantage V2 wird in einem kleinen, schwarzem Kartonwürfel vertrieben. Dieser ist von einer Banderolle umgeben ist, die neben dem Produktfoto nur wenige Informationen zum Leistungsumfang der Sportuhr bereithält.

Verpackung der Polar Vantage V2

Verpackung der Polar Vantage V2

Zum reduzierten Informationsgehalt auf der Verpackung komplexer und damit hochpreisiger habe ich meine ganz eigene Theorie:

  • die Produkte liegen im Einzelhandel meist in Vitrinen und können durch nur durch Personal in die Hand genommen und betrachtet werden
  • man beschäftigt sich vor dem Kauf von teureren Produkten meist deutlich mehr mit dem Leistungsangebot, so dass es die Infos auf der Verpackung nicht mehr braucht
  • Aufdrucke stören die Verpackungsästhetik
Geöffnete Verpackung

Geöffnete Verpackung

Deshalb lohnt es gar nicht, sich bei der Verpackung lange aufzuhalten. Ein Blick ins Innere der Verpackung ist da schon deutlich spannender, denn darin befinden sich:

  • Polar Vantage V2
  • USB-Kabel mit magnetischer Ladeschale
  • Schnellstart-Anleitung
  • Garantie- und Sicherheitshinweise

Da ist nichts Überraschendes dabei, so dass es auch hier nicht lohnt zu verweilen.

Design und Verarbeitung

Die Vantage V2 präsentiert sich in außerordentlich sportlichem Design. Da mag die rote Farbe in besonderem Maße dazu beitragen. Der Vergleich zu einem italienischen Sportwagen-Hersteller ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen.

Sportliches Design der Polar Vantage V2

Sportliches Design der Polar Vantage V2

Im Wesentlichen ist Polar der Optik des Vorgängers treu geblieben, Veränderungen finden sich vor allem beim genaueren Hinschauen. So wirkt das Gehäuse ein wenig runder und wie aus einem Guss gefertigt.

Die Knöpfe auf beiden Gehäuseseiten treten bei der Vantage V2 weniger deutlich hervor als bei der ersten Generation. Das lässt die Form der Uhr gleichmäßiger wirken.

Knöpfe an der Uhrenseite

Knöpfe an der Uhrenseite

Sie sind leicht schraffiert und mit bloßen Fingern gut zu ertasten. Trotz der geringen Höhe haben die Knöpfe einen erkennbaren Anschlagpunkt.

Mit Handschuhen sieht das ganze ein wenig anders aus: Die Knöpfe lassen sich nicht nur schlechter ertasten, auch der Anschlagpunkt fällt weniger spürbar aus.

Precision Prime Sensor

Precision Prime Sensor

Auf der Rückseite der Vantage V2 ist der „Precision Prime“-Sensor untergebracht, der zur Messung der Herzfrequenz genutzt wird. Um besonders genau zu arbeiten, stehen ihm folgende LED zur Verfügung:

  • 5 LED (rot)
  • 4 LED (orange)
  • 1 LED (grün)

Hintergrund der Vielfalt sind die unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts, die bei unterschiedlicher Hauttönung für stabilere Ergebnisse sorgen sollen.

Das zurückgeworfene Licht wird von vier Fotodioden registriert.

Die Vantage V2 bringt 52 Gramm auf die Waage und ist damit 14 Gramm leichter als die 66 Gramm schwere Vantage V. Selbst die Grit X unterbietet sie mit 12 Gramm. Zur besseren Einordnung: Die Garmin fenix 6S bringt es auf 60 Gramm.

Tadellose Verarbeitung

Tadellose Verarbeitung

Hinsichtlich der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen – in meinen Augen ist sie tadellos. Nicht weniger darf man für ein Premium-Produkt aber erwarten.

Spaltmaße sucht man selbst an den Knöpfen vergebens bzw. sie sind so gering, dass man sie mit dem Auge nicht erkennen kann.

Display der Vantage V2

Beim Display setzt Polar auf Bewährtes. Das 1,2 Zoll große transflektive MIP-Display wird von einem 5 mm breiten, schwarzen Rand eingefasst – vielleicht der größte Kritikpunkt am Display der Vantage V2.

Weil sich auf der Einfassung auch Markierungen für Stunden und Minuten, sowie der Polar-Schriftzug befinden, wirkt sie ein wenig schmaler, aber immer noch breiter als bei der Konkurrenz.

Geschützt wird das Display durch Gorilla Glas mit Anti-Fingerabdruck-Beschichtung. Diese ist wichtig und wertvoll, weil die Vantage V2 auch über Touch-Fähigkeiten gesteuert werden kann.

Ich komme darauf später zurück. Zurück zum Display der Vantage V2.

Transflektive Display der Vantage V2

Transflektive Display der Vantage V2

Die Auflösung fällt mit 240 x 240 Pixeln nicht sonderlich hoch aus. Bei der Displaygröße von 1,2 Zoll ergibt sich eine Pixeldichte von 200 PPI.

Zur besseren Einordnung: Auch Garmin kann mit seinen Flagschiffen der Fenix-Reihe – die eine ganz ähnliche Display-Technologie nutzen – keine höhere Auflösung anbieten. Auch hier bieten alle Modelle „nur“ 200 PPI Pixeldichte.

Keine Fragen bieten Smartwatches mit LCD oder AMOLED-Displays mittlerweile deutlich hochauflösendere Modelle, die neben den ganzen Vorteilen zwei entscheidende Nachteile bieten:

  • Hochauflösende Displays haben einen höheren Energieverbrauch.
  • Im direkten Sonnenlicht müssen selbstleuchtende Display (u.a. LCD und AMOLED) sehr hell leuchten, um gut ablesbar zu sein.

Das transflektive Display arbeitet da ganz anders und reflektiert einen Teil des einfallenden Lichts und nutzt dieses quasi als Hintergrundbeleuchtung. Heißt im Umkehrschluss: Je mehr Licht auf das Display fällt, desto besser performt es.

Im direkten Sonnenlicht fallen Kontraste und Farben somit am besten aus. Gleichzeitig bleibt der Energiebedarf auf einem gleichbleibenden Niveau.

Das ganze hat auch eine Kehrseite der Medallie: Bei geringem Lichteinfall bleibt auch die Leistung der Fremd-Hintergrundbeleuchtung aus. Kontraste und Farben verschwinden – die Darstellung wirkt flau.

Da kann auch die zusätzliche Hintergrundbeleuchtung keine Wunder vollbringen, sondern allenfalls die Ablesbarkeit der Informationen sicherstellen.

Es ist die klassische Abwägung zwischen hohen Auflösungen und Darstellung von Informationen und der Akkuleistung. Bei den Sportuhren sind bisher stets die transflektiven Displays als Gewinner hervorgegangen.

Kurzum: Für den sportlichen Einsatz unter freiem Himmel funktioniert das Display hervorragend und die Auflösung ist ausreichend. Im Alltag zieht die Vantage V2 (fairerweise auch die Modelle von Garmin) im Vergleich mit modernen Smartwatches den Kürzeren.

Funktionen der Vantage V2

Grundlegende Bedienung

Ähnlich wie Garmin bleibt auch Polar bei der Vantage- und Grit X-Reihe seinem Bedienkonzept treu. Grundlage bilden die 5 Knöpfe, die sich links (2 Knöpfe) und rechts (3 Knöpfe) positioneren.

Fünf Knöpfe verteilen sich um das Uhrengehäuse

Fünf Knöpfe verteilen sich um das Uhrengehäuse

Fangen wir mal mit dem Knopf links oben an, weil er vielleicht der mit dem übersichtlichsten Funktionsumfang ist:

  • kurz gedrückt de-/aktiviert er die zusätzliche Hintergrundbeleuchtung
  • lang gedrückt de-/aktiviert er die Touch- und Button-Sperre

Der zweite Punkt ist gerade jetzt in der kalten Jahreszeit sinnvoll, wenn die Uhr unter Shirt und Jacke verschwindet und man verhindern möchte, dass Knöpfe ungewollt gedrückt werden (was durchaus vorkommt).

Auch dem Knopf links unten wohnen zwei Funktionen inne:

  • befindet man sich auf einem der Dashboards und drückt den Knopf öffnet sich das Funktionen-Menü
  • befindet man sich bereits in einem Menü bzw. in einer Detailansicht, Auswertung, verschachtelten Menü usw. sorgt ein Drücken des Knopfes für einen Rücksprung

Die Knöpfe rechts oben und unten dienen der Navigation in Menüs bzw. beim Wechsel von Dashboard zu Dashboard oder von Datenseite zu Datenseite.

Der Knopf in der Mitte der rechten Seite bietet folgende Funktionen:

  • kurz gedrückt ruft er einzelne Menüpunkt oder detailliertere Ansichten auf
  • lang gedrückt ruft er das Training-Menü auf

Die Bedienung ist schnell erlernt. Nur wer ständig zwischen Garmin und Polar wechselt, der steht einer kleinen Herausforderung gegenüber.

Ergänzend steht dem Nutzer bei der Vantage V2 ein Touch-Display zur Verfügung. Es ist aber wirklich nur als Ergänzung zu sehen, denn ohne die Buttons sind nicht alle Funktionen erreichbar.

So kann man per Touch prima zwischen den Dashboards wechseln oder in den detaillierten Darstellungen „scrollen“, man kann aber nicht zur vorherigen Ansicht zurückspringen.

Ich würde es an dieser Stelle nicht als Nachteil sehen wollen. Wer die Vantage V2 in Betracht zieht, der sollte sich ihrer Kernleistungen bewusst sein und die Steuerung per Touch zählt definitiv nicht dazu.

Watchfaces und Dashboards

Hält man die Uhr das erste Mal in den Händen, lernt man zunächst das Watchface bzw. die Dashboards kennen. Das dahinterstehende Konzept ist ganz einfach:

  • Als Watchface bzw. als Uhr-Anzeige zählt bei Polar die Darstellung von Uhrzeit und ggf. Datum. Beides ist auf dem Bildschirm stets mittig positioniert.
  • Die Dashboards sind ergänzende Informationen, die meist ringförmig um das Watchface gelegt werden. Zwischen den Dashboards kann gewechselt werden, während die Uhrzeit in der Mitte stets präsent bleibt.

Bei den Watchfaces ist die Auswahl ggü. Smartwatches deutlich eingeschränkt und so stellt Polar vier analoge und vier digitale Darstellungen zur Verfügung.

Es sind die gleichen, die sich auf der Vantage M2, der Grit X Pro und der Ignite 2 finden. Hier gibt das Betriebssystem den Ton vor und offenbar basieren alle auf dem gleichen Unterbau.

Dashboards - Zusätzliche Informationen

Wie eingangs beschrieben wird die Darstellung von Datum und Uhrzeit von zusätzlichen Informationen ergänzt. Dabei handelt es sich um die Dashboards von denen es folgende Ausprägungen gibt:

  • Tägliche Aktivität
  • Cardio Load Status
  • Kontinuierliche HF-Messung
  • Letzte Trainingseinheit
  • Nightly Recharge
  • FitSpark Trainingsanleitung
  • Wetter
  • Wöchentliche Zusammenfassung
  • Dein Name
  • Standort
  • Sonnenauf- / -untergang

Ein Dashboard besteht dabei in fast allen Fällen aus einer zusammenfassenden Sicht und einer Detailsicht.

Die zusammenfassende Sicht wird zusammen mit der Uhrzeit präsentiert. Die Detailsicht wird über den mittleren Button auf der rechten Seite aufgerufen.

Konkreter wird es, wenn wir es uns anhand des Dashboard „Wetter“ anschauen.

Das Wetter-Dashboard zeigt die Wettervorhersage für die kommenden drei Stunden an. Drückt man den Auswahl-Button springt man in die Detailansicht des Dashboards. Man kann auch sagen, man ruft die Wetter-Funktion auf.

Hier finden sich nun deutlich detaillierte Informationen zum bevorstehenden Wetter. Was sich beim Wetter alles findet, darauf komme ich später zurück.

So funktionieren im Wesentlichen alle Dashboards.

Funktionen im Alltag

Tägliche Aktivität

Hinter den täglichen Aktivitäten verbergen sich die Messwerte, die grundlegend von Fitness und Activity Trackern gesammelt werden, die bei einer Sportuhr aber nicht fehlen dürfen:

  • Prozentualer Grad der Zielerreichung
  • Anzahl Schritte
  • Aktivitätszeit in Stunden und Minuten
  • Kalorienumsatz des Tages (Grundumsatz + Aktivitäten)
Dashboard „Tägliche Aktivität“

Dashboard „Tägliche Aktivität“

Wer ein bisschen mehr Informationen braucht, der findet in der App übersichtlichere und detailliertere Darstellungen. Dort sieht es dann in etwa so aus:

Details auf der Uhr

Details auf der Uhr

Vorteilhaft in der App ist die Möglichkeit sich auch die Auswertungen vergangener Tage, Wochen und Monate anzuschauen.

Kontinuierliche HF-Messung

Auf dem Dashboard „Kontinuierliche HF-Messung“ wird der aktuelle Pulswert angezeigt, der vom „Precision Prime“-Sensor ermittelt wird.

Herzfrequenz – Höchst- und Tiefstwerte des Tages

Herzfrequenz – Höchst- und Tiefstwerte des Tages

Springt man in die Detailansicht werden dort folgende Werte angezeigt:

  • minimale und maximale Herzfrequenz während der Nacht
  • minimale und maximale Herzfrequenz während des Tages

Wie so oft ist das kleine Display der limitierende Faktor bei der Anzeige von Informationen. So richtig in die Werte eintauchen kann man erst in der App, besser noch in der Darstellung in der Web-Version von Polar Flow.

Schlafüberwachung und Nightly Recharge / Recovery Pro

Ähnlich wie ein Fitness Tracker nutzt die Vantage V2 die Bewegungssensoren und die optischen Sensoren zur Messung der Herzfrequenz, um auf Schlafdauer und -qualität zu schließen.

Dashboard „Schlaf“

Dashboard „Schlaf“

Verglichen mit anderen Dashboards ist die Auswertung auf der Uhr überdurchschnittlich detailliert.

Mal abgesehen von den grafischen Darstellungen sind Polar Flow App und Dashboard beim Umfang an Informationen auf Augenhöhe. Komfortabler ist ohne Frage aber die Nutzung von Polar Flow.

Bei der Schlafüberwachung geht es aber nicht alleinig um Schlafdauer und Schlafphasen. Für Sportler ist der Schlaf bedeutsamer Regenerationsfaktor und als solcher beeinflussend für Erfolg und Misserfolg.

Details des letzten Schlafs

Details des letzten Schlafs

Mit dem Nightly Recharge bietet Polar eine Funktion an, die den optischen Sensor auf der Rückseite der Uhr nutzt, um auf den Regenerationsgrad zu schließen. Dabei werden zusätzlich Kennzahlen ermittelt, die Aufschluss über den Zustand des autonomen Nervensystems (ANS) geben sollen.

Details der ANS-Auswertung

Details der ANS-Auswertung

Details der ANS-Auswertung

Details der ANS-Auswertung

Deutlich anders funktoniert der orthostatische Test, für den zusätzlich ein H9- oder H10-Brustgurt von Polar benötigt wird. Der Test wird im Idealfall im morgends, hältig im Liegen, hältig im Stehen absolviert.

Entscheiden für die Herausarbeitung einer Baseline und Abweichungen zu dieser sind der Puls und die Herzfrequenzvariabilität.

Wichtig zu wissen: Man muss sich als Nutzer zwischen den beiden Verfahren entscheiden. Polar gibt an, dass die unterschiedlichen Verfahren nicht immer einheitliche Ergebnisse liefern und man den Nutzer nicht verwirren möchte.

Musiksteuerung

Ein klein wenig smarte Funktionen möchte Polar seinen Sportuhren doch spendieren und so kann die Vantage V2 den Musikplayer eines gekoppelten Smartphone steuern.

Die Möglichkeiten sind rudimentär, funktionieren aber gut. In meinen Augen vorteilhaft ist die Anzeige des Musikplayers, der gerade auf dem Smartphone läuft.

Musiksteuerung über die Uhr

Musiksteuerung über die Uhr

Steuert man gerade die Amazon Musik App, dann findet sich auf dem Display ein entsprechende Amazon-Music-Icon. Ähnlich sieht es bei Spotify aus. Die Uhr kennt aber nur die großen Musikplayer Apps.

Lautstärkeregelung

Lautstärkeregelung

Hinweis: Manchmal kann man es gar nicht deutlich genug machen, deshalb hier noch mal in aller Deutlichkeit. Die Vantage V2 bietet nicht die Möglichkeit Inhalte zu speichern, geschweige denn über Bluetooth wiederzugeben.

Funktionen beim Sport

Die Vantage V2 ist Sportuhr durch und durch, die Liste zur Auswahl stehender Sportarten sehr umfangreich. Von diesen Sportarten lassen sich bis zu 20 als sogenannte Sportprofile auf die Uhr übertragen.

Sportprofile

Der Begriff „Sportprofil“ ergibt Sinn, denn er dient nicht alleinig der Dokumentation einer aufgezeichneten Sportart. Hinter einem Sportprofil verbirgen sich vielmehr die Einstellungen der Uhr beim Aufzeichnen der damit verbundenen Sportart.

Ich versuche es mal deutlicher zu machen: Nehmen wir einmal das Sportprofil für „Laufen (Straße)“. Hier lassen sich folgende Einstellungen vornehmen:

  • Automatische Runden nach Distanz oder Dauer
  • Wiedergabe von Tönen
  • Einheiten für Leistung, Tempo und Geschwindigkeit
  • Trainingszonen
    • Herzfrequenz
    • Tempo
    • Leistung
  • Ansichten
    • Trainingsansichten
    • Zusätzliche Ansichten

Ich werde mir die detaillierte Erklärung für einige der Funktionen sparen. Die Ansichten sind aber nahezu für jeden interessant und eine der Paradedisziplinen von Polar.

Ansichten definieren, welche Datenseiten während der Aufzeichnung einer sportlichen Aktivität angezeigt werden und welche Datenfelder sich auf den Datenseiten befinden.

Dabei ist eine Datenseite im Wesentlichen das, was man während der Aufzeichnung auf dem Display der Uhr sieht. Über die App oder Polar Flow lassen sich Datenseiten mit bis zu vier Datenfeldern befüllen, zur Auswahl stehen über 70 unterschiedliche Werte und Darstellungen.

Was mir beim Laufen auf der Straße wichtig ist, muss beim Radfahren nicht zwingend zutreffen. Für das Sportprofil „Radfahren“ kann man deshalb völlig eingeständige Einstellungen vornehmen und im Profil speichern.

Vor der Aufzeichnung einer sportlichen Aktivität

Vor der Aufzeichnung einer sportlichen Aktivität

Vor dem Beginn einer Aufzeichnung sucht man sich folglich das gewünschte Sportprofil aus und dokumentiert damit nicht nur die Art der Aktivität, sondern ruft gleichzeitig alle dazugehörigen Einstellungen auf.

Mit der Auswahl eines Profils beginnt dann auch die Suche nach Puls und GPS-Signal (vorausgesetzt das Sportprofil erfordert GPS). Ein gefundenes Signal wird durch einen grünen Kreis markiert.

Über Bluetooth können externe Sensoren problemlos gekoppelt werden. ANT+ steht leider nicht zur Verfügung.

Nach dem Starten der Aufzeichnung kann mit dem oberen bzw. unteren Button auf der rechten Seite die Ansicht gewechselt werden.

Cardio Load Status

Der Cardio Load Status beschreibt, wie hoch eine kürzliche Belastung im Vergleich zu Aktivitäten über eine längeren Zeitraum hinweg ist. Die Funktion ist kein Alleinstellungsmerkmal der Vantage V2 und in vielen Polar-Produkten zu finden.

Cardio Load Status

Cardio Load Status

Der Funktion liegt folgender Gedanke zugrunde:

  • Eine plötzliche und übermäßige Trainingssteigerung (nämlich über den Mittelwert des längeren Zeitraums hinaus) überfordert in der Regel den Körper nicht nur, sondern erhöht auch das Verletzungsrisiko.
  • Ein maßvolles gesteigertes Training hingegen wirkt aufbauend, ein Training auf dem Niveau des mittelfristigen Durchschnitts hingegen leistungserhaltend.
  • Trainiert man weniger als im Schnitt der letzten Wochen, ist der Körper unterfordert und die Leistung baut ab.

Entsprechend dieser Überlegungen klassiert die Vantage V2 Anstrengungen als

  • überfordend
  • aufbauend
  • erhaltend
  • unterfordend

Der Cardio Load Status ist als Empfehlung zu sehen, die Trainingsintensität entsprechend zu gestalten.

Auf den Detailseiten ist der Cardio Load Status noch einmal ein bisschen detaillierter ausgeschlüsselt und zudem textuell beschrieben. Auf der Uhr sieht man jeweils nur eine Momentaufnahme des aktuellen Tages, während die App die Belastung vergangener Tage und Wochen anzeigt.

FitSpark Trainingsanleitung

Ergänzend zu zielgerichteten Trainingsplänen oder Wettkampfvorhaben soll mit den Trainingsanleitungen von FitSpark eine grundlegende Fitness in den Bereichen

  • Kraft
  • Cardio
  • Unterstützung

erreicht werden.

FitSpark – Auswahl der Trainingseinheit

FitSpark – Auswahl der Trainingseinheit

Abwechselt bietet die Vantage V2 strukturierte Trainingseinheiten, die sich in Dauer und Inhalt voneinander unterscheiden, jeweils aber als eigenständige Einheiten, weniger als Teil eines großen Vorhabens gesehen werden.

Stets hat man die Möglichkeit zwischen verschiedenen Workouts zu wählen, ja sogar den Bereich zu wechseln.

Die Workouts sind in eine Aufwärm- und Cool-Down-Phase, sowie die einzelnen Übungen unterteilt.

FitSpark – Details zur Übung

FitSpark – Details zur Übung

Kleine, animierte Pictogramme vermitteln einen Eindruck davon, welche Übungen gemeint sein sind. Textuelle Beschreibungen sorgen für mehr Klarheit, wenn es sich um unbekannte Übungen handelt.

Letzte Trainingseinheit

Das Dashboard „Letzte Trainingseinheit“ zeigt das Sportprofil der letzten Auszeichnung und deren Zeitpunkt an.

Dashboard „Letzte Trainingseinheit“

Dashboard „Letzte Trainingseinheit“

Ruft man die Detailansicht auf, erhält man zunächt eine Übersicht vergangener Aktivitäten und kann durch erneute Bestätigung die Details der letzten Aufzeichnung abrufen.

Hier finden sich Angaben zu

  • Zeitpunkt der Aufzeichnung
  • Art der Aktivität
  • Zurückgelegte Distanz
  • Dauer
  • HF (max)
  • HF (durchschnittlich)
  • Cardio Load
  • Dauer in HF-Zone (Verteilung)
  • Verbrauchte Energie
  • Tempo (max)
  • Tempo (durchschnittlich)
  • Running Index
  • Leistung (max)
  • Leistung (durchschnittlich)
  • Muskuläre Belastung
  • Geschwindigkeitszonen
  • Schrittfrequenz (max)
  • Schrittfrequenz (durchschnittlich)
  • Höhe (max)
  • Höhe (Aufstieg)
  • Höhe (Abstieg)
  • Automatische Runden (Anzahl)
  • Rundenzeit (beste)
  • Rundenzeit (durchschnittlich)

Die Angaben richten sich nach dem Sportprofil. Die Liste hat deshalb nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Es mag mal mehr, mal weniger Werte zum Sichten geben.

Abschließend können auch die Rundenzeiten angesehen werden.

Sehr ähnlich gestaltet sich die Auswertung in der Polar Flow App. Die Werte sind im Wesentlichen die gleichen, der Komfort in der App ist aber deutlich höher. Wer aber auch ohne Smartphone oder Tablet die Ergebnisse prüfen mag, dem bietet die Vantage V2 die Möglichkeit.

Wer Rückschlüsse zwischen Herzfrequenz, Tempo, Leistung, Höhe und Kadenz ziehen möchte, der kann die Kurven in einer Grafik übereinanderlegen lassen.

Funktionen für den Outdoor-Bereich

Abschließend möchte ich auf die neuen Funktionen für den Outdoor-Bereich eingehen, die Polar der Vantage V2 im Oktober beschehrt hat.

Standort

Mit dem „Standort“-Dashboard ist eine neue Funktion hinzugekommen, die die Himmelsrichtung und die aktuelle Höhe anzeigt.

Standort-Dashboard

Standort-Dashboard

Springt man über das Dashboard in die Detailansicht, erhält man Zugriff auf folgende Daten:

  • aktuelle Höhe + Verlauf über die letzten 6 Stunden
  • letzter bekannter Standort (in Längen- und Breitenangaben)
  • Kompass
Letzter bekannter Standort

Letzter bekannter Standort

Das besondere an der neuen Standort-Funktion ist, dass sie genutzt werden kann, ohne das eine Aufzeichnung einer Aktivität gestartet werden muss.

Kompass

Kompass

Sonnenauf- / -untergang

Das Dashboard „Sonnenauf- und -untergang“ ist nahezu selbsterklärend. Auf dem Dashboard werden die Abschnitte des Tages in

  • Tageslicht
  • Nacht
  • Morgendämmerung
  • Abenddämmerung

eingeteilt. Ein kleiner, weißer Pfeil zeigt auf die aktuelle Position.

Dashboard „Sonnenauf- und -untergang“

Dashboard „Sonnenauf- und -untergang“

Springt man über das Dashboard in die Detailansicht, finden sich hier die genauen Uhrzeiten für

  • Sonnenaufgang (Beginn)
  • Sonnenaufgang (Ende)
  • Sonnenuntergang (Beginn)
  • Sonnenuntergang (Ende)
  • Tageslänge
Genaue Zeiten für Sonnenauf- und -untergang

Genaue Zeiten für Sonnenauf- und -untergang

Für die Berechnung nutzt die Vantage V2 die letzte bekannte Position, die sie vom eigenen GPS-Chip oder dem gekoppelten Smartphone abgegriffen hat.

Wetter

Der Standort wird auch für das „Wetter“-Dashboard herangezogen, dass Auskunft über das bevorstehende Wetter der nächsten Stunden bietet.

Die Wetterdaten werden vollständig über ein gekoppeltes Smartphone bezogen und auf der Uhr angezeigt. Besonders akribisch geht es dabei in der Detailansicht zu.

Wetter-Dashboard

Wetter-Dashboard

Die Detailansicht der Wetterdaten ist übrigens eine der wenigen Funktionen, bei der die Uhr mehr Daten preisgibt als Polar Flow in Form von App oder Web.

Detailansicht

Detailansicht

Gut zu Gesicht hätte der Vantage V2 die Überwachung des Luftdrucks gestanden, deuten plötzliche Veränderung doch auf aufziehende Unwetter hin.

Routen, Höhenprofile und Zurück-zum-Start

Mit dem Oktober-Update hat die Vantage V2 neue Funktionen im Umfeld von importierten Routen erhalten.

Routen lassen sich nach wie vor über Komoot in Polar Flow importieren und von dort auf die Vantage V2 synchronisieren. Die Begrenzung von 100 Routen auf dem Gerät sehe ich eher als theoretisch limitierend.

Die Auswahl der Route vor dem Beginn einer Aufzeichnung war bereits vor dem Oktober-Update möglich. Neu hingegen ist die Anzeige des Streckenverlaufs und des Höhenprofils.

Beide Ansichten stehen auch nach dem Starten der Aufzeichnung zur Verfügung, zeigen zusätzlich aber die tatsächlich ansolvierten An- und Abstiege an und setzen sie in Relation zu den Werten, die laut GPX-Informationen vorliegen.

Zum Ausgangspukt einer Route kann man von der Uhr auf zwei Arten zurückgeführt werden:

  • Zurück auf der gewählten Route
  • Zurück per Luftlinie

Wählt man den ersten Punkt, dreht die Vantage V2 die Route einfach um und weist das Ziel aus. Bei der Rückführung per Luftlinie zeigt die Uhr hingegen nur die Richtung zum Ausgangspunkt an.

Fazit

Die Polar Vantage V2 präsentiert sich im Test als außerordentlich komplette Sportuhr. Hinsichtlich des Funktionsumfangs befindet sie sich auf Augenhöhe mit der Grit X Pro, die im Auftreten weniger Sport, sondern mehr das Abenteuer verkörpert.

Die Konkurrenz mag mehr Funktionen in der Breite anbieten und damit im Bereich der Smartwatches wildern gehen. Polar bleibt seinem Motto treu und konzentriert sich auf die sportlichen Aspekte. Wer auf ein knallbuntes Display, kontaktloses Bezahlen, Onboard-Musik und Co. verzichten kann, der findet in der Vantage V2 einen sportlichen Partner, der auch das härteste Trainingsprogramm begleitet.

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Polar Vantage V2

1.2" LCD (farbig)
240 x 240 Pixel
200 PPI
7Tage (Smartwatch)
40Stunden (GPS)
47,0 x 47,0 x 13,0 mm
52.00 g
Funktionen
Display / Bedienung
Akkulaufzeit
Gesamt

Bewertung

Funktionsumfang

Activity Gesundheit Sport Smarte Funktionen Konnektivität Standort Musik 80 25 91 50 17 75 20
  • Display

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  • Funktionen

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  • Sportprogramme / -funktionen

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  • Sensoren

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  • Ortungsdienste

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  • Konnektivität

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  • Sonstiges

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Polar Vantage V2
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Bewertungen
449,00 €
Aktueller Preis
499,90
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Werbung: Das Produkt wurde mir auf meine Anfrage hin für den Test der/des Vantage V2 von Polar kostenlos zur Verfügung gestellt. An die Berichterstattung wurden keine Bedingungen geknüpft. Der Inhalt des Testberichts spiegelt somit vollständig meine eigene, unvoreingenommene Meinung und Erfahrung mit dem Produkt wider.

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