Fitness Tracker Test

Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2019

Aftershokz Aeropex im Test – Sound der durch die Knochen fährt

Jahr für Jahr habe ich auf der IFA den Stand von Aftershokz auf der IFA gesehen und wenig Zeit gefunden, mich mit den Produkten auseinanderzusetzen. Dieses Jahr habe ich mir die Zeit genommen, den Stand zu besuchen und mich genauer mit den Produkten zu beschäftigen. Als Folge habe ich das neueste Produkt – die Aftershokz Aeropex – im Test angeschaut. Meine Erfahrungen mit dem Produkt möchte ich gerne mit euch teilen und gleich vorweg: Selten hat mich ein Produkt derart überrascht.

Aftershokz Aeropex

Aftershokz Aeropex

Wer sich ein bisschen im Bereich der Sportkopfhörer umtut, der wird sicherlich schon einmal über den Namen Aftershokz gestolpert sein. Das Unternehmen bietet eine handvoll Kopfhörer an, die einen ganz besonderen Weg beschreiten, um Musik in die Ohren zu transportieren. Anders, als der marktbeherrschende Anteil an Kopfhörern, der Schallwellen über die Luft und über das Trommelfell ins Innenohr senden, setzt Aftershokz alles auf das Thema „Bone Condunction“.

Bone Conduction - Musik in den Knochen

Bei Kopfhörern mit Bone-Conduction-Technologie werden Vibrationen auf den Wagenknochen übertragen und gelangen über den Knochen direkt ins Innenohr. Das Trommelfell spielt bei diesem Übertragungsweg keine Rolle. In Folge sitzen die Kopfhörer von Aftershokz auch nicht in oder über den Ohren, sondern liegen vor den Ohren auf dem Wangenknochen auf. Weil die Ohren frei bleiben, stört auch nichts die Wahrnehmung der Umwelt. Beim Sport ein entscheidender Vorteil. Das später mehr…

Was ist neu?

Der Aeropex ist der Nachfolger des Trekz Air, der 2018 auf den Markt gebracht wurde. Ich der Zwischenzeit hat der Hersteller ordentliche Arbeit investiert und die Aeropex in folgenden Punkten verbessert:

  • Bessere Soundqualität

    Aftershkoz nennt die kleinen Pads, die vor den Ohren liegen und die Vibrationen erzeugen bzw. diese auf die Wangenknochen übertragen „Transducer“. Und eben diese Transducer wurden grundlegend überarbeitet. Das Ergebnis ist ein größere max. Lautstärke und mehr Bass. Das macht sich in nahezu jeder Musikrichtung bemerkbar, die ich mir über die Aeropex angehört habe. Zum Vergleich stand eben das Vorjahresmodell, das ich mir von einem Kollegen ausgeliehen habe. Bei Audiomaterial, dass nur einen begrenzten Teil der Frequenzen nutzt (z.B. Podcasts), fällt der Unterschied geringer aus.

  • Weniger Vibrationen

    Trotz der höheren Lautstärke und dem tieferen Frequenzgang fallen die spürbaren Vibrationen bei den Aeropex geringer aus, als bei den Trekz Air. Erst wenn die Lautstärke sehr hoch geregelt wird, spürt man die Vibrationen der Transducer. Und auch erst dann können in ruhigen Umgebungen Umstehende mitbekommen, welche Musik gehört wird. Für das Erkennen von Sprache reicht es meist nicht aus.

  • Längere Akkulaufzeit

    Der kleine Akku des Aeropex hält 8 Stunden durch und damit 33% länger, als die 6 Stunden der Trekz Air. Damit steht auch ausgedehnten Sportsessions, langen Läufen oder anstrengungsfreiem Hören auf dem Sofa nichts im Wege. Auch 10 Tage im Standby lassen sich sehen.

  • Kleiner und leichter

    Dass die Kopfhörer neben den ganzen Verbesserungen auch noch leichter und kleiner werden konnten, ist bemerkenswert. Die Transducer sind nur noch etwa halb so groß wie beim Vorgänger. Das macht sich auch im Gewicht bemerkbar. Die Aeropex wiegen 26g, wohingegen die Trekz Air 30g wiegen.

  • Wasserfest (IP67)

    Zu guter letzt konnte Aftershokz auch die Beständigkeit gegen Wasser erhöhen. Die Trekz Air waren noch IP55 klassiert und damit resistent gegen Schweiß und Regentropfen. Mit der IP67-Klassierung dürfen die Aeropex auch einmal ins Wasser fallen und dort auch bis zu 30 Minuten liegen bleiben. Für das Schwimmen sind sie nur bedingt geeignet. Die Xtrainerz mit IP68-Klassierung sind hier die deutlich bessere Wahl.

Unboxing und Lieferumfang

Die Aftershokz Aeropex werden in einer schicken Verpackung aus festem Karton vertrieben. Ein bisschen drängt sich der Vergleich zu den Sportkopfhörern von Jabra auf, auch wenn die Gestaltung und die Farbwahl am Ende unterschiedlich ist.

Aftershokz Aeropex - Inhalt

Aftershokz Aeropex – Inhalt

In der Verpackung befinden sich sauber sortiert:

  • Aeropex Kopfhörer
  • 2x USB-Ladekabel mit Magnetanschluss
  • Ohrstöpsel
  • Aufbewahrungstasche
Aftershokz Aeropex - Ladekabel und Transporttasche

Aftershokz Aeropex – Ladekabel und Transporttasche

Mitgedacht hat Aftershokz bei den Ladekabeln, derer der Hersteller gleich zwei in die Verpackung gelegt hat. So kann ein Ladekabel zuhause verbleiben, das andere z.B. auf Arbeit mitgenommen werden, um möglichst selten in die Verlegenheit zu geraten, dass der kleine Akku der Aeropex zuneige geht.

Auch die Aufbewahrungstasche ist eine nette Zugabe, auch wenn ich mir weniger Silikon und ein bisschen robusteres Nylon gewünscht hätte.

Aftershokz Aeropex im Details

Wenn man die Aeropex in die Hand nimmt, fällt zunächst auf, wie leicht und nahezu filigran der Kopfhörer gearbeitet ist. Im Vergleich zu den Vorgängern ist das Modell deutlich kleiner und unauffälliger. Die leicht gummierte Oberfläche sorgt selbst mit schweißnassen Händen für einen sicheren Umgang. Hier und da sieht man Grate, die etwas sauberer hätten gearbeitet werden können, die die Funktionalität jedoch nicht beeinträchtigen.

Bedienung mittels 3 Knöpfen

Gesteuert werden die Aeropex über ingesamt drei Tasten: Am rechten Bügel befindet sich zwei kleine Knöpfe. Diese haben folgende Funktionen:

  • Lautstärkeregelung
  • Pairing-Mode aktivieren
  • EQ-Einstellungen ändern (während Musikwiedergabe)
  • Mikrofon an-/ausschalten (während Telefonaten)
  • Batteriestatus prüfen
Aftershokz Aeropex - Lautstärkeregler und Ladeanschluss

Aftershokz Aeropex – Lautstärkeregler und Ladeanschluss

Am linken Transducer befindet sich ein Knopf, der ebenfalls mehr als eine Funktion innehat:

  • Musik starten / pausieren
  • Zum nächsten Track springen
  • Anruf annehmen / ablehnen / auflegen
  • Digitalen Assistenten aktivieren (auf Smartphone)

Die Knöpfe besitzten einen spürbaren Druckpunkt und lassen leicht bedienen. Ein wenig störend ist der laute Piepston, der bei jedem Tastendruck ertönt und der deutlich lauter ist, als die Einstellungen es vermuten lassen.

Dank Bluetooth 5.0 sind die Kopfhörer schnell mit Smartphone oder Tablet verbunden. Während der ganzen Zeit konnte ich keinen Verbindungsabbruch feststellen. Bluetooth 5.0 scheint außerordentlich stabil zu laufen.

Hoher Tragekomfort

Einmal aufgesetzt, ist von den Aeropex wenig zu spüren. Allein die Transducer üben einen leichten Druck auf die Wangenknochen aus. Die Bügel über die Ohren können nicht zurechtgedrückt werden, müssen sie bei mir auch nicht. Der Kopfhörer sitzt selbst bei bewegungsintensivem Sport sicher auf dem Kopf. Zwar besteht ein bisschen Spiel und der Winkel, wie die Kopfhörer aufliegen, kann verändert werden, ändert an der Akkustik bei mir nichts.

Der Tragekomfort ist für Sportkopfhörer herausragend. Die Aeropex sitzen selbst nach 3+ Stunden noch bequem vor den Ohren. Bei In-Ear-Kopfhörern ist das für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Nach spätestens zwei Stunden wollen meine Ohren eine Pause haben.

Soundqualität

Zu den Verbesserungen gehört die deutliche Steigerung der Soundqualität im Vergleich zum Vorgänger. Ohne Frage bieten die Aeropex den bis dato besten Klang aller Modelle von Aftershokz. Klingen sie deshalb gut? Gemessen an den Möglichkeiten, die Bone-Conduction mit sich bringt, klingen die Aeropex verdammt gut. Verglichen mit In-Ear- oder Over-Ear-Kopfhörern der gleichen Preisklasse können die Aeropex klanglich nicht mithalten.

Selbst mit dem verbesserten Bass fehlt es den Aeropex an Tiefgang, ohne den die Kopfhörer ein wenig blechern und hohl klingen. Während bei In-Ear- oder Over-Ear-Kopfhörern versucht wird Geräusche von außen zu reduzieren, drischt die Umwelt beim Musikgenuss mit den Aeropex zusätzlich auf das Gehör ein.

Aus eben jedem Grund liegen der Verpackung auch die beiden Ohrstöpsel bei, die dafür sorgen sollen, dass möglichst wenig Geräusche das Musikerlebnis trüben sollen.

Und tatsächlich gewinnen die Bone-Conduction-Kopfhörer noch einmal deutlich an Volumen, wenn man den Gehörgang verschließt. Das gilt für das Hören von Musik, Hörbüchern und auch Telefonaten.

Doch dafür sind die Kopfhörer eigentlich nicht gemacht. Ihre Bestimmung ist es, die Ohren für Geräusche aus der Umwelt offen zu lassen. Und so stand ich am Messestand, hatte die Aeropex das erste Mal auf dem Kopf und konnte kaum glauben, dass man relativ laut Musik hören und sich dabei problemlos mit den Mitarbeitern von Aftershokz unterhalten konnte. Ein Dauergrinsen muss sich auf meinem Gesicht breit gemacht haben. Es überrascht mich immer noch, wie Musik plötzlich im Kopf „auftaucht“, ohne dass die Ohren in gewohnter Art und Weise daran beteiligt sind.

Es ist ein bewusster Kompromiss den Aftershokz mit den Bone-Conduction-Kopfhörern eingeht. Im Tausch gegen ein bisschen Soundqualität erhält man ein hohes Maß an Sicherheit zurück. Ein sehr fairer Tausch, wie ich finde.

Fazit

Aller Kritik zum Trotz, die Leistung der Aeropex ist weder schlecht noch durchschnittlich. Im richtigen Kontext betrachtet, nämlich beim Sport oder im Straßenverkehr, ist die Leistung bislang unerreicht. Keine Frage, das spielt natürlich auch der Tragekomfort eine große Rolle. In Summe meistert kein anderer Kopfhörer den Spagat zwischen Audioqualitäten, Tragekomfort und Wahrnehmung der Umwelt aktuell besser, als die Aftershokz Aeropex.

Wenn du als Läufer oder Fahrradfahrer häufig auf der Straße unterwegs bist und auf musikalische Unterhaltung nicht verzichten möchtest, dann solltest du die Kopfhörer von Aftershokz wirklich in Betracht ziehen. Im dichten Straßenverkehr müssen sich deine Ohren Krach und Musik jedoch teilen. Meistens zieht der Musikgenuss dabei den Kürzeren.

Für eine UVP von 169,95 € sind die Aeropex sicherlich kein Schnäppchen, aber das Geld eben auch Wert. Die Kopfhörer sind in Schwarz, Blau, Grau und Rot bei Amazon* erhältlich.

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