Fitness Tracker Test

Fitness-Tracker, Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2017

Misfit Phase

Immer mehr Hersteller versuchen intelligente Technik hinter einer analogen Fassade zu verstecken. Misfit bildet mit dem neuen Fitnessarmband Phase da keine Ausnahme. Im November soll das stylische Schmuckstück für einen Preis von 179 EUR auf den Markt kommen. Der Hersteller preist die Phase als hybride Smartwatch. Was sich dahinter verbirgt, erfahrt ihr im Folgenden.

Misfit Phase (Quelle: Misfit)

Misfit Phase (Quelle: Misfit)

Die Produktpalette von Misfit zeichnete sich bisher optischen und funktionellen Minimalismus aus. Das ist mitnichten despektierlich gemeint, denn die Fitness Tracker von Misfit haben tatsächlich bislang den größten Anspruch neben einem smarten Wearable vor allem auch ein modisches Accessoire zu sein. Das ist bei der Phase genauso, die sich äußerlich als klassische Analog-Uhr präsentiert.

Dass sich hinter dem Ziffernblatt mit Stunden- und Minutenzeiger mehr als nur ein Uhrwerk befindet, lassen vielleicht die kleine Loch auf dem Ziffernblatt und die beiden Knöpfe am Gehäuserand vermuten. Und eben jene Mischung aus analogem Auftreten und technischen Innenleben mit Smartwatch-Funktionen bezeichnet Misfit als ‚hybrid‘.

Lieferumfang

Wer die Misfit Phase erwirbt, findet im Lieferumfang folgende Dinge:

  • Misfit Phase – Fitnessarmband
  • Armband (je nach Wahl Sport oder Leder)
  • Batterien
  • Kurzanleitung

Das ist an sich nicht weiter ungewöhnlich und gehört mittlerweile zum Standardreportoire der meisten Fitness Tracker. Da die Misfit Phase mit einer handelsüblichen Knopfzelle betrieben wird, entfällt ein Ladekabel. Bei der Wahl des Armbandes, das es in einer sportlichen Variante aus Kunststoff und in einer klassischen Variante aus Leder gibt, manifestiert sich auch der Preis, der für die klassische Variante bei 199 EUR liegt.

Aussehen und Tragekomfort

Die Misfit Phase zeigt sich äußerlich als klassische, analoge Armbanduhr mit ca. 42mm Durchmesser. Der Korpus wirkt zwar ein bisschen dick, entspricht damit aber dem modischen Zeitgeist. Auf die Ziffern des Ziffernblatts wurde bewusst verzichtet. Dafür ziert ein kleines Loch bei sechs Uhr das Ziffernblatt. Was viele als kleine LED beschreiben ist in Wirklichkeit das sogenannte „Farbfenster“ – ein Loch mit einer dahinter befindlichen Farbscheibe, die vor das Loch gedreht werden kann und so den Eindruck einer LED mit unterschiedlichen Farben erweckt.

Bei Markteintritt wird die Phase in den sechs folgenden Farbkombinationen angeboten:

  • Schwarz
  • Schwarz / Roségold
  • Silber
  • Silber / Roségold
  • Marineblau / Gold
  • Marineblau / Grau

Auch die Wechselmöglichkeit der Armbänder hat die Phase mit ihren analogen Geschwistern gemeinsam. Durch den Standardanschluss passt jedes 20mm-Uhrenarmband. Somit besteht nicht nur die Möglichkeit farblich das passende Armband zu wählen, sondern auch das, welches den höchsten Tragekomfort ermöglicht.

Funktionsumfang

Dem Anspruch eines Fitnessarmband entsprechend ermittelt die Misfit Phase die Anzahl der Schritte, berechnet daraus die zurückgelegte Distanz und den Kalorienverbrauch und kann die Dauer und die Qualität des Schlafs messen. Dabei greift sie auf einen 3-Achsen-Beschleunigungssensor, sowie ein Magnetometer zurück. Misfit legt wert darauf, dass die Auswertung der Daten mittels Algorithmen aus Basis wissenschaftlicher Auswertungen erfolgt. Was das im Detail bedeutet, bleibt ein Geheimnis.

Misfit Phase (Quelle: Misfit)

Misfit Phase (Quelle: Misfit)

Wie nah man seinem Tagesziel ist, kann man durch das Drücken des oberen Knopfes angezeigt bekommen. Die Uhrzeiger drehen sich dann und zeigen prozentual den Grad der Zielerreichung an.

Anspruchsvolles Bedienkonzept

Insgesamt kommt den beiden Knöpfen am Gehäuserand eine große Bedeutung zu, denn repräsentieren das gesamte Bedienkonzept. Um alle Funktionen der Phase nutzen zu können, sind folglich unterschiedliche Kombinationen aus kurzem und langem bzw. wiederholten Drücken notwendig. Um z.B. die Musikwiedergabe auf einem gekoppelten Smartphone zu starten oder zu stoppen reicht ein einmaliges Drücken des unteren Knopfes. Wird der Knopf zweimal kurz hintereinander gedrückt, wird der nächste Track aufgerufen. Beim dreimaligen Drücken springt die Wiedergabe auf den vorherigen Track.

Das scheint alles noch machbar. Ein bisschen komplizierter wird es, wenn durch eine Kombination von mehrmaligem Drücken und langem Halten die Lautstärke nach oben oder unten geregelt werden soll.

Die Kombinationen zu erlernen ist nicht schwierig und dennoch wirkt das Bedienkonzept hin und wieder sperrig.

Benachrichtigungen

Als Teil ihres Smartwatch-Daseins informiert die Phase den Nutzer über Anrufe, Nachrichten, App-Benachrichtigungen und Alarmeinstellungen. Der kleine Vibrationsmotor sorgt auch dann für die notwendige Aufmerksamkeit, auch wenn der Nutzer gerade nicht auf die Uhr schaut. Ansonsten stehen noch das Farbfenster und die Zeiger zur Verfügung, um Informationen an den Nutzer zu transportieren. Davon macht Misfit auch Gebrauch. So lassen sich in der App für bestimmte Ereignisse bestimmte Farben wählen, die auf dem Ziffernblatt dann angezeigt werden.

Interessant ist die Benachrichtigung über eingehende Anrufe. Mit Hilfe der App kann jedem „Stundenstrich“ auf dem Ziffernblatt eine Person zugeordnet werden. Bei einem eingehenden Anruf bewegt die Phase dann den Minutenzeiger auf die entsprechende Stellung.

Fernbedienung mit dem Smart Button

Der untere Knopf kann darüber hinaus über die App mit einer bestimmten Funktion belegt werden. Laut dem Hersteller lassen sich damit z.B. die Kamera am Smartphone auslösen, Smart-Home-Komponenten steuern bzw. die Folien bei einer Powerpoint-Präsentation vor- und zurückblättern. Am Ende ist es Einstellungssache der App und welche Dienste am Ende aufgerufen werden können bleibt abzuwarten.

Wasserdicht bis 5 ATM

Misfit verspricht, dass die Phase bis zu einem Druck von 5 ATM wasserdicht ist. Ob sie sich damit zum Schwimmen und Tauchen eignet ist damit jedoch nicht klar. Eine Dusche bzw. einen starken Regenguss hingegen wird sie schadlos überstehen.

Batterielaufzeit

Die Misfit Phase verzichtet auf einen integrierten Akku und wird mit einer handelsüblichen Knopfzelle betrieben. Diese sorgt für bis zu sechs Monate für einen unterbrechungsfreien Betrieb. In der Reihe der analog anmutenden Fitness Tracker stellt dies einen guten Wert im oberen Drittel dar.

Fazit

Die Misfit Phase ist ein Fitness-Armband mit reduziertem Funktionsumfang, dessen Alleinstellungsmerkmal das Design und der Gestaltungsspielraum ist. Mit ihrem Retro-Charme wird sie eine Menge Anhänger finden, die rotierende Zeiger und das kleine Farbfenster unterstreichen dieses Auftreten. Technisch hingegen sticht die Misfit Phase nicht aus der Masse hervor. Die Phase ist ab November für 179 EUR erhältlich. Für das Gebotene ein relativ stolzer Preis. Die angestrebte Zielgruppe dürfte aber in der Lage sein, diesen Betrag gegen eine stylisches Accessoire mit intelligenter Technik einzutauschen.


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