Fitness Tracker Test
Sportuhren, Smartwatches & Activity Tracker Vergleich 2023

Fitbit Charge 6 im Test – Alles was du wissen musst

Die Fitbit Charge 6 ist das neueste Modell der traditionsreichen Fitness-Tracker-Serie. Deutlicher als bei den Generationswechseln zuvor handelt es sich bei der Charge 6 vor allem um ein inkrementelles Update. Ich habe mir die Fitbit Charge 6 im Test für euch angeschaut.

Fitbit ist nun schon länger Teil der Google-Familie, gezeigt hat es sich bei der Charge 5 (Testbericht) jedoch noch nicht. Bei der Charge 6 sieht das ganz anders aus und die Neuerungen tragen deutlich die Handschrift von Google. Schauen wir uns die Fitbit Charge 6 einmal genauer an.

Unboxing und erster Eindruck

Die Verpackung der Charge 6 gleicht im Wesentlichen der Charge 5. Sie hat das Format eines dicken Taschenbuches und zeigt auf der Vorderseite die Charge 6.

Verpackung der Fitbit Charge 6

Verpackung der Fitbit Charge 6

In der Verpackung finden sich

  • Fitbit Charge 6
  • USB-Ladekabel
  • zusätzliches Armbandteil
  • Sicherheit- / Garantieinformationen
  • Schnellstartanleitung

Wie zu erwarten war, gibt es hier keine Überraschungen.

Erfreulich ist zu sehen, dass Google vollständig auf Plastikanteile in der Verpackung verzichtet. Weder das Ladekabel ist in einer Plastiktüte versteckt, noch wird das Display durch ein Folie geschützt. Alles löst Fitbit mit Bandagen aus Karton oder Papier.

Selbst bei den Siegel wird auf Plastik verzichtet

Selbst bei den Siegel wird auf Plastik verzichtet

Der erste Eindruck ist von einem Déjà-vu geprägt, denn die Charge 6 gleicht dem Vorgängermodell nahezu wie ein Ei dem anderen.

Fitbit Charge 6 und Charge 5

Fitbit Charge 6 und Charge 5

Die Unterschiede zeigen sich erst beim genaueren Hinsehen:

  • physischer Buttons auf der linken Gehäuseseite
  • neue PPG-Sensoren auf der Rückseite

Wie bereits bei der Charge 5 gibt es bei der Verarbeitung nichts zu beanstanden. Die Charge 6 hinterlässt einen soliden Eindruck. Spaltmaße sucht man mit der Lupe und wenn man welche findet, dann sind sie gering und gleichmäßig.

Für das Wechseln der Armbänder nutzt Fitbit weiterhin seinen proprietären Ansatz, der besser mit kleinen als mit großen Fingern zu nutzen ist. Weil sich auch hier im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert hat, passen alle Armbänder der Charge 5 auch an das neue Modell.

Erste Schritte mit der Charge 6

Um mit der Fitbit Charge 6 loslegen zu können, braucht es zwingend die Fitbit App, die es kostenlos für iOS und Android in den jeweiligen App Stores gibt.

Wie von Fitbit / Google bereits vor geraumer Zeit angekündigt, braucht es für neue Nutzer nun einen Account bei Google, der für die Anmeldung bzw. Registierung genutzt werden muss.

Das anschließende Koppeln von Charge 6 und Smartphone ist geradlinig und sollte auch ohne Anleitung keine Probleme bereiten. Die App leitet die entsprechenden Schritte an.

Unter Umständen kann beim Einrichten ein Firmware-Update aufgespielt werden. Dann heißt es geduldig sein, denn die Charge 6 unterstützt kein WLAN, muss also das Firmware-Update via Bluetooth erhalten.

Always-On vs. Sometimes-Off

Nach der Einrichtung zeigt das kleine AMOLED-Display nur dann Information an, wenn es aktiviert wurde. Das kann auf folgende Weisen geschehen:

  • 2x Antippen des Displays
  • 1x Drücken des Buttons
  • Heben des Handgelenks

Das Display schaltet sich nach einiger Zeit wieder von alleine dunkel, um den Stromverbrauch zu senken. Es geht aber auch schneller, indem man das Handgelenk senkt oder das Display mit der anderen Hand abdeckt.

Schaltet man den Always-On-Modus an, erlischt das Display fortan nicht mehr, wechselt jedoch nach einem kurzen Augenblick in die Always-On-Darstellung. Diese zeigt die Uhrzeit in schwarz-weiß an und verzichtet auf die zusätzlichen Angaben (z.B. die Herzfrequenz) die auf in der farbigen Non-Always-On-Darstellung zu finden sind.

Sowohl der Verzicht auf Farben als auch das Weglassen zusätzlicher Informationen spart ein wenig Strom, auch wenn es ein Tropfen auf dem heißen Stein ist.

Bedienung per Touch und Knopf

Die Bedienung der Charge 6 erfolgt über das Touch-Display und den Knopf an der linken Gehäuseseite. Ähnlich wie bei der Sense 2 und Versa 4 ist auch der Knopf bei der Charge 6 wieder zurückgekehrt, nachdem er bei der Charge 5 nicht zu finden war.

Kleiner Knopf an der Gehäuseseite

Kleiner Knopf an der Gehäuseseite

Die Wirkung des Knopfes ist deutlich größer als seine Größe. Ganz ehrlich, es ist ein Zugewinn und ich frage mich manchmal, wie Charge 5, Versa 3 und Sense das Okay der UX-Abteilung erhalten haben, denn das Fehlen merkt man in der Benutzung deutlich.

Selbst mit feuchten Fingern funktioniert das Touch-Display gut. Wer Sorge hat, dass unbeabsichtigt Eingaben den Weg auf die Uhr finden, der aktiviert die Wassersperre.

Ansonsten kann ausgehend vom Watchface mittels Wischen nach links oder rechts zwischen den Apps gewechselt werden. Der Begriff „App“ ist ein wenig irreführend, weil die Charge 6 eben keine Apps unterstützt. Es handelt sich dabei um die Funktionen der Uhr, die Fitbit hinter dem Begriff „App“ versteckt.

Zurück zu den Apps bzw. Funktionen, die per Wischgesten erreicht werden können:

  • Benachrichtigungen
  • Training
  • Wecker
  • Timer
  • EDA-Scan
  • EKG
  • Google Maps
  • Youtube Music

Durch Wischen nach oben wird die App „Heute“ aufgerufen. Ich gehe gleich auf die einzelnen Funktionen ein, möchte aber vorher noch einmal kurz zum Watchfaces zurückkehren.

Das Watchface zeigt im Wesentlichen die Uhrzeit an. Darüber findet sich deutlich kleiner dargestellt die Herzfrequenz, unter der Uhrzeit folgende Angaben, die durch einfaches Antippen des Display durchwechselt werden:

  • Schritte
  • Kalorienverbrauch
  • Aktivzonenminuten
  • Datum
  • Akkustand

Die Anzahl der Watchfaces ist überschaubar und Watchfaces müssen über die Fitbit App auf die Uhr übertragen werden. Ein Vorhalten verschiedener Watchfaces auf der Charge 6, wie es z.B. bei Sense oder Versa 4 möglich ist, ist nicht vorgesehen.

Funktionen der Charge 6

Schauen wir einmal auf die Funktionen der Charge 6. Zur Erinnerung: Die Charge 6 ist ein Fitness Tracker, keine Smartwatch und keine dedizierte Sportuhr. Sich das in Erinnerung zu rufen hilft beim Einordnen.

Funktionen im Alltag

Bevor es an die Kernfunktionen der Charge 6 geht, werfen wir zunächst einen Blick auf die Funktionen, die im Alltag dienlich sein können.

Allen voran stehen dort die Mitteilungen, die ursprünglich von Apps des gekoppelten Smartphones stammen und auf der Charge 6 angezeigt werden.

Mitteilungen auf der Charge 6

Mitteilungen auf der Charge 6

Das klappt recht problemlos, allerdings reicht das Display nur aus, um einen Titel bzw. Betreff und ca. 40 Zeichen der Mitteilung anzuzeigen. Das reicht in den meisten Fällen aus, um zu entscheiden, die vollständige Mitteilung am Smartphone zu lesen oder es in der Tasche zu lassen.

Wer lange mit einer Smartwatch mit großem und hochauflösenden Display unterwegs war, der wird die Vorzüge gerade beim Anzeigen von Mitteilungen zu schätzen gelernt haben und bei der Charge 6 vermissen.

Bei der Charge 6 muss man sich einfach mit dem kleinen Display anfreunden.

Weiter geht es zu den Alarmen bzw. Weckzeiten. Davon lassen sich auf der Uhr bis zu acht Stück definieren. Wer besonders seicht geweckt werden möchte, der kann den intelligenten Alarm wählen, der bereits bis zu einer halben Stunde vor der eigentlichen Weckzeit losgehen kann, wenn man sich gerade in einer Phase leichten Schlafes befindet.

So richtig aus dem Schlaf reißen tut die Charge 6 einen jedoch nicht, denn die Vibrationen sind eher zurückhaltend.

Natürlich hat die Charge 6 auch die Möglichkeit Timer zu definieren oder als Stoppuhr zu werkeln. Ich verzichte an dieser Stelle auf die weitere Beschreibung.

Google Maps

Lasst uns lieber der Integration von Google Maps zuwenden. Das ist eines der Features, die die Ausrichtung am neuen Mutterkonzern deutlich machen.

Natürlich bietet die Charge 6 kein Kartenmaterial, keine Spiegelung dessen vom Smartphone und kein eigene Routenfinden. Bei der Integration von Google Maps handelt es sich um die Anzeige von Abbiege-Hinweisen (Turn-by-turn Notifications) auf dem Display der Charge 6.

Wie funktioniert das ganze?

  1. Google Maps auf der Charge 6 aufrufen

    Das öffnet gleichzeitig die Google Maps App auf dem gekoppelten Smartphone.

  2. Eingabe der Zieladresse und Starten der Navigation

    Gibt man nun eine Zieladresse ein und startet die Navigation, werden Abbiege-Hinweise auf die Charge 6 übertragen. Voraussetzung ist, dass Google Maps mit der Fitbit App kommunizieren darf und dass Wearable und Smartphone miteinander gekoppelt sind.

Auf der Uhr erscheint dann der Name der Straße, auf der man sich gerade bewegt, ein Richtungspfeil und die Distanz bis zum nächsten Richtungswechsel.

Anzeige der Richtung und des Straßennamens beim Navigieren

Anzeige der Richtung und des Straßennamens beim Navigieren

Die Funktion macht sich immer dann bezahlt, wenn man nicht auf das Smartphone gucken kann oder mag, z.B. wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Youtube Music

Fitbit und Musik – das ist ein Wechselbad der Gefühle. Die Charge 6 bietet über die Youtube-Music-Funktion die Steuerung der Youtube Music App auf dem gekoppelten Smartphone an.

Steuerung von Youtube Music auf dem Smartphone

Steuerung von Youtube Music auf dem Smartphone

Die Schritte bis zum Funktionieren sind aber ein bisschen umständlicher, als man es bei der Steuerung von Musik Apps auf dem Smartphone normalerweise kennt:

  1. Zugriff auf Youtube Music App gewähren

    Damit die Youtube Music App überhaupt kontrolliert werden kann, muss der Zugriff erst einmal erteilt werden. Das geschieht über die Fitbit App und erfordert eigentlich nur das Abarbeiten der Schritte.

  2. Youtube Music Premium einrichten

    Interessanterweise braucht es zur Nutzung der Funktionen ein Premium-Account von Youtube Music (nicht zu verwechseln mit dem Premium-Account von Fitbit). Die Gründe muss ich noch herausfinden. Für mich ist das ein großes No-Go, denn fast jeder Fitness Tracker kann die Music Player App auf dem Smartphone steuern – ohne wesentliche Einschränkungen. Zwar bietet Youtube Music Premium einen kostenfreien Probemonat, im Anschluss kostet das Abo aber 10,99 pro Monat.

Wer an beides einen Haken machen kann, der kann die eigenen Playlisten durchforsten, Tracks abspielen / pausieren und die Lautstärke regulieren.

Google Wallet

Mit der Google Wallet zieht die dritte Funktion in die Charge 6 ein. Sie ermöglicht das kontaktlose Bezahlen per NFC-Chip. Dazu werden in der App Kreditkarten hinterlegt, die nach der Einrichtung über die App ausgewählt werden können.

Die Uhr braucht dann beim Bezahlen nur noch an das Terminal gehalten werden.

Mit dem Einzug der Google Wallet gehört Fitbit Pay auf der Charge-Serie der Vergangenheit an. Google Wallet ist jedoch die sinnvollere der beiden Features, weil sie mit deutlich mehr Banken funktioniert als Fitbit Pay.

Funktionen für die Gesundheit

Nun ist die Charge 6 nicht alleinig ein Fitness Tracker, sondern bietet zudem Funktionen an, die das Well-Being und die Gesundheit adressieren. Natürlich sind auch diese Funktionen Teil des Tests. Lasst uns aber erst einen Blick auf die grundlegenden Funktionen werfen.

Zusammenfassung in der Heute-App

Zusammenfassung in der Heute-App

Ausgehend vom Watchface kann durch Wischen nach oben die Heute-App aufgerufen werden. Hier finden sich so ziemlich alle Informationen, die die Charge 6 im Rahmen des Fitness Tracking so sammelt. Dazu gehören:

  • Schritte
  • zurückgelegte Distanz
  • Kalorienverbrauch
  • Aktivzonenminuten
  • Stündliche Aktivitäten
  • Herzfrequenz / Ruhepuls
  • Schlafdauer / -index
  • Blutsauerstoffsättigung (SpO2)
  • Anzahl Trainings in der aktuellen Woche

Details zu den einzelnen Werten kann man der Charge 6 nicht entlocken, sondern muss dazu die Fitbit App öffnen. Fairerweise ist das Display der Uhr auch zu klein, um Informationen sinnvoll darzustellen.

Auch für den Blick in die Vergangenheit muss die App genutzt werden. Dort finden sich die Daten aber recht ansprechend aufbereitet.

Gerade bei der Überwachung des Schlafes tut sich Fitbit hervor und die Angaben zu Einschlaf- und Aufwachzeiten sind für mich schlüssig. Gelungen sind vor allem die Aufbereitung der Daten in der App. Der Schlaf-Index soll die unterschiedlichen Qualitätsaspekte des Schlafs auf einen Wert eindampfen und somit einen einfach Vergleich unterschiedlicher Nächte ermöglichen.

Das hier auf den Screenshots zu sehende Schlafprofil ist Teil von Fitbit Premium. Ich komme darauf noch einmal am Ende des Beitrags zurück, denn irgendwie herrscht der Glaube vor, ohne einen Premium-Account funktioniert die Charge 6 nur zu Hälfte. Dem ist nicht so – dazu aber später mehr.

Natürlich lässt die Auswertung nicht nur Vergleiche über unterschiedliche Zeiträume zu, sondern erlaubt auch einen detaillierte Einblick in einzelne Nächte.

In der App finden sich auch die weiteren Gesundheitsmetriken, deren Entwicklung über 7, 30 oder 90 Tage beobachtet werden kann.

EDA-Scan

Abseits der Grundfunktionen eines Fitness Trackers, bietet Google auf der Charge 6 ein paar ausgeklügeltere Funktionen an – eine davon ist der EDA-Scan.

Hinter dem Akronym „EDA“ steht der Begriff „elektrodermale Aktivität“. Er bezeichnet die Veränderung der Leitfähigkeit der Haut aufgrund der Veränderung der Schweißproduktion.

Das passiert mitunter dann, wenn der Körper und Geist Stress ausgesetzt sind.

Genau diese Veränderungen kann die Charge 6 messen. Sie tut dies aber nur auf Zuruf, also durch Aufrufen der entsprechenden Funktion.

Während des EDA-Scans

Während des EDA-Scans

Die Messung selbst dauert drei Minuten, während der man beide Seiten der Uhr mit Daumen und Zeigefinger berührt. Anschließend zeigt das Ergebnis die Veränderung des Herzschlags und die Anzahl gemessener EDA-Reaktionen an.

Ergebnisse des EDA-Scans

Ergebnisse des EDA-Scans

Da viele Konkurrenzprodukte das Ermitteln des Stressniveaus rein passiv – also ohne Zutun des Nutzers – erledigen, fühlen sich die drei Minuten Pause immer ein wenig sperrig an.

Der EDA-Wert ist aber nicht alleinig ausschlaggebend für das, was Fitbit „Stress-Management-Score“ nennt. Dieser bedient sich zusätzlich des Ruhepulses, der Herzfrequenzvariabilität, der Aktivitäten und den Ergebnissen der Schlafanalyse.

Der Stress-Management-Score berücksichtigt also Metriken, die direkt Stress indizieren (u.a. die Ergebnisse des EDA-Scans) und solche, die Stress entgegenwirken können (z.B. Erholung und Aktivitäten).

EKG

Viel Aufmerksamkeit ist bei Einführung den EKG-Fähigkeiten der Charge 5 zuteil geworden. Auch die Charge 6 verfügt über die Möglichkeit innerhalb einer 30-Sekunden-Messung ein EKG zu erstellen und auf Vorhofflimmern zu untersuchen.

Während der EKG-Messung müssen die Seiten berührt werden

Während der EKG-Messung müssen die Seiten berührt werden

Ich bin dankbar dafür, dass die Uhr bisher nur einen normalen Sinus-Rhytmus erkannt hat und für mich keine Notwendigkeit bestand die Daten mit einem Arzt zu teilen.

Ergebnis der EKG-Messung

Ergebnis der EKG-Messung

Letzteres ist über die App möglich, auch wenn das Erstellen mitunter ein bisschen dauert.

Funktionen beim Sport

Neben den Google Apps hat der sportliche Bereich der Charge 6 die größten Änderungen erfahren:

  • Knapp 40 Sportarten auf der Charge 6

    Die Charge 6 listet alle 40 Sportarten auf, die man zur Aufzeichnung einer Aktivität auswählen kann. Das klingt nicht wirklich innovativ, aber nachdem auf der Charge 5 nur max. sechs Sportarten zu finden waren, ist das als großer Schritt zu bewerten.

    Knapp 40 Sportprofile auf der Charge 6

    Knapp 40 Sportprofile auf der Charge 6

  • Broadcast der Herzfrequenz

    Bis dato haben alle Produkte von Fitbit die ermittelte Herzfrequenz stets für sich behalten. Kein Modell konnte den ermittelten Puls an ein anderes Gerät übertragen.

    Das ist aber durchaus sinnvoll, wenn man z.B. im Sportstudio die Werte auf dem Display des genutzten Gerätes angezeigt haben möchte. Gleiches gilt, wenn die Herzfrequenz in einer anderen als der Fitbit App genutzt werden soll.

    Leider scheint das Zusammenspiel zwischen Charge 6 und externem Abnehmer am Ende aber nicht so gut zu funktionieren, wie es gewünscht ist. Zahlreiche Apps können zwar die Verbindung zur Charge 6 herstellen, es kommen aber keine Pulsdaten an. Die Gründe hierfür liegen offenbar in einer besonders sicheren Übertragung der Daten, mit der nicht jede App bzw. jedes Gerät umgehen kann.

Ansonsten ist fast alles beim Alten geblieben: Vor der Aktivität sucht man sich die entsprechende Sportart aus. Zuletzt genutzte Sportarten werden in der Liste weiter oben angezeigt, so dass nicht immer aufs Neue gesucht werden muss.

Vor der Aufzeichnung können die Runden angepasst werden, d.h. die Rückmeldung nach absolvierter

  • Distanz
  • Zeit
  • Kalorienverbrauch

Für die gleichen Größen und die Aktivzonenminuten kann vorab ein Ziel definiert werden. Beim Erreichen signalisiert die Uhr den Fortschritt mittels Vibration.

Für Outdoor-Sportarten kann das GPS der Uhr genutzt werden, auf das es vor dem Beginn der Aufzeichnung aber zu warten gilt.

Das GPS bietet nach wie vor den größten Anlass zur Kritik. Die Zeit, welche die Charge 6 benötigt, um ausreichend viele GPS-Signale zu empfangen, ist erschreckend hoch. Verglichen mit der Charge 5 scheint es hier keine Verbesserung zu geben.

Mitunter wartet man fünf Minuten bis endlich eine ausreichend stabile Situation erreicht ist. Nicht selten springt die Charge 6 auch zum Watchface zurück weil sie meint, man würde keine Eingabe mehr tätigen.

Wenn sie dann einmal ein GPS-Signal hat, verliert sie es auch gerne wieder.

Vielleicht hat Fitbit auch aus diesem Grund den dynamischen Modus eingebaut, der bei einem schlechten Signal auf die GPS-Daten des Smartphones zurückgreifen kann. Das bewirkt zwar Besserung, heißt aber auch, dass die Ursache nicht beim schlechten Signal an sich, sondern beim Antennen-Design der Charge 6 zu suchen ist.

Dreiteilung des Displays während der Aufzeichnung

Dreiteilung des Displays während der Aufzeichnung

Während der Aufzeichnung ist das Display dreigeteilt. In der Mitte und sehr präsent werden verschiedene Metriken angezeigt, die durch Antippen des Displays durchgewechselt werden können. Dazu gehören:

  • Herzfrequenz
  • Tempo (aktuell)
  • Tempo (durchschnittlich)
  • Dauer
  • Uhrzeit
  • Distanz
  • Aktivzonenminuten
  • Kalorienverbrauch
  • Schritte

Am oberen Rand des Displays findet sich der GPS-Status und die zurückgelegte Distanz, am unteren Rand die verstrichene Zeit.

Zusammenfassung am Ende der Aufzeichnung

Zusammenfassung am Ende der Aufzeichnung

Nach der Aktivität zeigt der Fitness Tracker die wichtigsten Daten an. Nach der Synchronisation finden sich alle Daten hübsch aufbereitet in der App wieder.

Beim Streckenverlauf im ersten Screenshot zeigen sich die Schwierigkeiten, mit denen die Charge 6 manchmal zu kämpfen hat. Ich denke, es wird aber deutlich, mit welchem Detailgrad bei der Auswertung einer sportlichen Aktivität zu rechnen ist.

Genauigkeit bei Nutzung von GPS

Die GPS-Leistung der Charge 5 war einer der größten Kritikpunkte. Zum einen hat es lange gedauert, bis ein ausreichend stabiles Signal gefunden wurde, zum anderen hat die Uhr das Signal auch wieder schnell verloren.

Ich hatte schon recht viel Hoffnung in die Charge 6 und Google gelegt, dass sie das Problem angehen. Um es kurz zu machen: haben sie leider nicht.

Die Charge 6 kämpft mit den gleichen Schwächen wie ihr Vorgänger. Das lange Warten auf ein GPS-Signal hatte ich eingangs schon beschrieben und es ist eher die Ausnahme, dass ein GPS-Signal innerhalb der ersten 30 Sekunden gefunden wird. Meist dauert es länger.

Was mich im Rahmen dieses Test ärgert ist, dass ich es selten geschafft habe, ordentliche Aufzeichnungen mit der Charge 6 hinzubekommen. Der folgende Streckenverlauf ist exemplarisch.

Mangelhafte GPS-Leistung

Mangelhafte GPS-Leistung

Um die Aufzeichnung zu beginnen, hat es sehr lange gedauert und wäre es nicht für den Test wichtig gewesen, ich wäre einfach schon losgelaufen.

Dass die Uhr bei dem kühlen Wetter im Ärmel verschwindet, darf der Leistung eigentlich keinen Abbruch tun. Verglichen mit der Amazfit Balance, Polar Grit X Pro und Coros Pace 2 liegen Welten zwischen Charge 6 und der Konkurrenz. Es liegt aber eben auch am rabenschwarzen Tag der Charge 6, die erst das GNSS-Signal nicht findet, dann schnell wieder verliert und für den Rest des Laufes nicht wieder erlangen kann.

Bei einem Spaziergang (!) ist es mir passiert, dass die Charge 6 selbständig entschieden hat, dieser sei zu Ende. Die Aufzeichnung hat einfach mittendrin gestoppt. Das darf natürlich nicht passieren und ich werde aus der Leistung nicht schlau. Es ist bisher jedoch nur einmal aufgetreten.

Wenn die Aufzeichnung funktioniert, ist sie nicht schlecht

Wenn die Aufzeichnung funktioniert, ist sie nicht schlecht

Wenn die Standortbestimmung dann doch mal funktioniert, dann ist die Leistung durchaus vorzeigbar. Schwächen zeigen sich vor allem beim Eintauchen in den Schatten von höheren Gebäuden, die den Blick in den Himmel plötzlich versperren.

Ungenauigkeiten zu Beginn der Aufzeichnung

Ungenauigkeiten zu Beginn der Aufzeichnung

Selbst wenn die Charge 6 den Empfang eines GPS-Signals indiziert, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es ausreichend stabil ist. Das merkt man zu Beginn der o.g. Aufzeichnung, denn die Charge 6 wähnt mich durch Vorgärten und Häuser streifend.

Vielleicht empfiehlt Google genau deshalb, nach dem ersten Empfang eines GPS-Signals noch 30 Sekunden zu warten, um den Empfang ein stabiles Signal sicherzustellen.

Ungenauigkeit beim Eintauchen in Häuserschatten

Ungenauigkeit beim Eintauchen in Häuserschatten

Hier zeigt sich unschön, wie die Standortbestimmung in der Nähe von Gebäuden leidet. Das gleiche Bild zeigt sich am Ende der Runde, wo der Weg erneut an einem mehrgeschossigem Wohnhaus vorbeiführt und die Charge 6 narrt.

Ungenauigkeit beim Eintauchen in Häuserschatten

Ungenauigkeit beim Eintauchen in Häuserschatten

Genauigkeit bei der Herzfrequenz

Besser sieht es hingegen bei der Aufzeichnung der Herzfrequenz aus. Bricht die Charge 6 die Aufzeichnung nicht aus unbekannten Gründen ab, dann ist der Versatz zur Konkurrenz recht klein.

Genauigkeit bei der HF-Messung

Der neue PPG-Sensor und die auf AI beruhenden Algorithmen scheinen der Leistung der Charge 6 gut getan zu haben.

Abweichung zwischen Charge 6 und Polar H10

Das zeigt sich auch im direkten Vergleich mit dem HF-Brustgurt H10 von Polar. Dass auch die Charge 6 sich anfangs ein wenig „einschwingen“ muss, ist bei PPG-Sensoren nichts Ungewöhnliches, auch wenn man es mittlerweile immer weniger sieht.

Wie war das noch mal mit Fitbit Premium?

Mit dem Kauf der Charge 6 spendiert Google dem Nutzer eine 6-monatige Fitbit-Premium-Mitgliedschaft. Jetzt lohnt es noch einmal zu schauen, was das Premium-Konto für Vorteile bringt und vor allem deutlich zu machen, dass die Charge 6 auch ohne den Premium-Account vollumfänglich genutzt werden kann.

Wenn man sich für Fitbit Premium entscheidet, dann bieten sich folgende zusätzliche Inhalte und Metriken:

Featureauf dem Gerätin der App
Tagesform-Index++
Schlafprofil-+
Schlafanalyse (erweitert)-+
Gesundheits-Report-+
Stressmanagement-Index (erweitert)-+
Workout-Videos-+
Rezepte-+
Meditationsübungen-+

Es wird schnell deutlich, dass es sich nicht um eine Funktionserweiterung der Uhr handelt. Alleinig der Tagesform-Index wird in der Heute-App angezeigt. Ansonsten merkt man von der Premium-Mitgliedschaft auf der Uhr wenig.

Deutlicher schlägt sich der Mehr an Inhalten und Metriken in der App nieder. Da finden sich zum einen ein paar mehr Auswertungen, die Werte, die auch im kostenfreien Zugang enthalten sind, besser aufschlüsseln. Zum anderen aggregiert Google mehrere Metriken und leitet darauf einmal im Monat das Schlafprofil ab – mehr oder weniger ein Maskottchen, das stellvertretend für das eigene Schlafverhalten steht. Der Mehrwert ist überschaubar.

Kostentreibend sind in meinen Augen die zusätzlichen Workout-Videos, Audio-Meditation-Sessions und Rezepte. Sie müssen redaktionell bearbeitet und ggf. aktualisiert oder ausgetauscht werden, um dem Nutzer stets Neues zu präsentieren.

Unterm Strich zeigt sich, dass eine fehlende Premium-Mitgliedschaft die Funktionen der Charge 6 in keiner Weise einschränken. Wer die Aufschlüsselung einzelner Metriken für sich in Anspruch nehmen möchte, der kann dies erstmal 6 Monate ohne zusätzliche Kosten tun. Wer daran immer noch Gefallen findet, der wird die Premium-Mitgliedschaft für 8,99 € pro Monat fortführen müssen.

Fitbit Charge 6 Test – Fazit

Sollte es eines Tages eine Charge 7 geben, dann bin ich ziemlich sicher, dass man die Charge 6 als Übergangsmodell von der Fitbit- in die Google-Welt verstanden wissen darf.

Google hat die Uhr zwar an eine paar Stellen verbessert, aber nicht wie bisher bekannt, die Innovation der Charge-Serie vorangetrieben. Ihre Abstammung von der Charge 5 sieht man ihr nicht nur an, sie erbt leider auch die Schwächen, die durch die Neuerungen nicht kompensiert werden können.

Blendet man einmal den sportlichen Teil mit GPS und HF-Broadcast aus, dann ist die Charge 6 ein sinnvoll weiterentwickelter Fitness- und Gesundheits-Tracker. Vielleicht sogar einer der vollständigsten am Markt.

Es sind einfach viele Metriken dabei, die für mich stimmige Werte liefern und Einblicke in einen gesunden Alltag bieten. Für die allermeisten davon braucht es auch keinen Fitbit Premium Account – die Uhr funktioniert in allem hier gezeigten auch ohne den Premium Account.

Wer die Charge 6 als sportlichen Begleiter wählt, der muss Abstriche machen. Die Pulsmessung am Handgelenk funktioniert gut, aber wehe man möchte die Daten mit Jemandem via Broadcast teilen. Gleiches gilt für die Aufzeichnung von GPS-Daten, denn da ist die Charge 6 nicht nur nicht gut, sondern tatsächlich schwach unterwegs. Wer sein Smartphone mitführt, der kann immerhin die GPS-Daten vom Smartphone in die Aufzeichnung der Uhr einfließen lassen.

Für 159 € ist die Charge 6 für einen Fitness Tracker vergleichsweise teuer. Sie verfügt aber über Funktionen, die günstigere Modelle eben nicht bieten. Dazu kommt ein gutes Ökosystem, in das Google nach der Überarbeitung aktuell noch einmal Feedback auf der Community einfließen lässt.

Besitzer der Charge 5 nicht zwingend mit einem Kauf liebäugeln – die Änderungen sind zu gering. Allenfalls wer seine Uhr zum Bezahlen nutzen will, der findet in Google Wallet das, im Vergleich zu Fitbit Pay, umfassendere System. Wer allerdings noch eine Charge 4 oder ein anderes, älteres Modell besitzt, der erhält beim Kauf der Charge 6 einen guten Nachfolger.

Fitbit Charge 6

1,04 Zoll
OLED (farbig)
120 x 240 Pixel
258 PPI
7Tage (Smartwatch)
3Tage k.A.
5Stunden (GPS)
22,7 x 36,7 x 11,2 mm
Funktionen
Display / Bedienung
Akkulaufzeit
Gesamt

Bewertung

Funktionsumfang

Activity Gesundheit Sport Smarte Funktionen Konnektivität Standort Musik 100 75 30 25 33 75 0
  • Funktionen

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  • Sportprogramme / -funktionen

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  • Sensoren

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  • Ortungsdienste

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  • Konnektivität

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  • Sonstiges

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Fitbit Charge 6
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Werbung: Das Produkt wurde mir auf meine Anfrage hin für den Test der/des Fitbit Charge 6 von Fitbit kostenlos zur Verfügung gestellt. An die Berichterstattung wurden keine Bedingungen geknüpft. Der Inhalt des Testberichts spiegelt somit vollständig meine eigene, unvoreingenommene Meinung und Erfahrung mit dem Produkt wider.

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INHALTSVERZEICHNIS
  • Anfang
  • Unboxing und erster Eindruck
  • Erste Schritte mit der Charge 6
  • Funktionen der Charge 6
  • Wie war das noch mal mit Fitbit Premium?
  • Fitbit Charge 6 Test – Fazit

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