Fitness Tracker Test

Fitness-Tracker, Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2017

Fitbit Flex 2 im Test: Wasserdichter Minimalist

Für den Fitbit Flex 2 Test habe ich mir sechs Wochen Zeit gelassen – ausreichend Zeit, um meinen Bericht mit euch zu teilen. Das pünktlich zur IFA 2016 in Berlin vorgestellte Fitnessarmband ist das bis dato kleinste Fitnessarmband von Fitbit. Jedoch ist nicht nur die Größe bemerkenswert, sondern auch dessen Wandelbarkeit und der Umstand, dass es sich um den ersten wasserdichten Fitness Tracker von Fitbit handelt. Was es noch zu berichten gibt, erfahrt ihr hier.

Unboxing des Flex 2

Alta, Charge 2, Blaze – alle Fitnessarmbänder der neueren Generation von Fitbit teilen sich irgendwie ein und das selbe Verpackungsdesign. Folglich sind da keine Überraschungen mehr zu erwarten, wenn man den kleinen weißen Karton öffnet.

Fitbit Flex 2 - Verpackungsinhalt

Fitbit Flex 2 – Verpackungsinhalt

Nebst dem Armband findet man ein recht kurzes Ladekabel mit „Ladeschale“. Dabei klingt der Begriff „Ladeschale“ ein wenig überdimensioniert, denn die Tracking-Einheit hat etwa die Größe eines Zigarettenfilters. Vielleicht sogar ein bisschen kleiner. Entsprechend klein fällt die Ladeschale aus.

Fitbit Flex 2 - Ladeschale

Fitbit Flex 2 – Ladeschale

In der Verpackung finden sich dann noch ein paar Kurzinformationen und Garantiehinweise, aber hinter einer Box versteckt auch noch ein zweites Silikonarmband in Größe M/L. Das ist in sofern überraschend, dass Fitbit bisher die unterschiedlichen Größen exklusiv vertreibt – nur beim Flex 2 werden Armbänder in zwei Größen mitgeliefert.

Erster Eindruck

Hält man das Flex 2 in der Hand, merkt man schnell, dass es nicht nur das kleinste, sondern auch das am wenigsten komplexe Produkt von Fitbit ist. Natürlich ist es auch mit Abstand der leichteste Fitness Tracker von Fitbit. Hält man nur die Tracking-Einheit in der Hand, spürt man das kleine Gerät überhaupt nicht. Selbst verpackt im Armband am Handgelenk spürt man das Flex 2 nicht.

Fitbit Flex 2 - Geringe Größe

Fitbit Flex 2 – Geringe Größe

Das Flex 2 kennt keine Knöpfe und kein Display. Alleinig fünf winzige LED und ein kleiner Vibrationsmotor sind die einzigen Wege des direkten Austauschs mit dem Nutzer.

Fitbit Flex 2 - Tracking-Einheit in Armband

Fitbit Flex 2 – Tracking-Einheit in Armband

Zugegeben, das Potential der meisten Fitnessarmbänder und Sportuhren erschließt sich erst beim Betrachten der dazugehörigen App, aber beschränkt auf den Fitness Tracker selbst, sind die Möglichkeiten des Flex 2 eher zurückhaltend.

Fitbit Flex 2 - Silikonarmband

Fitbit Flex 2 – Silikonarmband

In der selben Preisklasse bewegen sich auch die beiden mitgelieferten Silikonarmbänder: Das Material zieht nach dem Auspacken Staub und Fusseln schnell an und sieht nach kurzer Zeit eher gräulich aus. Die „Anziehungskraft“ lässt aber nach ein paar Tagen nach. Von Vorteil ist da, dass das Flex 2 wasserdicht ist und Armband und Tracking-Einheit gemeinsam unter dem Wasserhahn abgespült werden können. Ebenso vorteilhaft im Umgang mit Wasser ist die leichte Schraffierung des Armbands. Es ist dadurch selbst mit nassen Händen ausreichend griffig.

Einmal geschlossen sitzt der Verschluss des Armband ziemlich fest und auch das Schließen beansprucht in den ersten Tagen Geschick und Kraft. Natürlich verschafft sich der Metallverschluss im Silikonarmband mit der Zeit platz und das Öffnen und Schließen geht leichter. Bisher hatte ich jedoch nicht das Gefühl, dass sich das Armband irgendwann selbständig macht.

Fitbit Flex 2 - Verschluss

Fitbit Flex 2 – Verschluss

Alles in allem stimmen mich die Punkte nicht traurig, denn der große Vorteil des Flex 2 ist nunmal seine Größe, die ihn extrem unauffällig erscheinen lässt. An eine Uhr erinnert es jedenfalls nicht. Eher noch an ein Freundschaftsband oder einen Armreif. Es lässt sich so problemlos auch noch neben einer richtigen Uhr tragen. Da keine Optik zur Messung der Herzfrequenz vorhanden ist, kann das Armband auch eher lose getragen werden. Ein enges Anliegen ist nicht notwendig.

In Summe ein Fitness Tracker, der wenig Aufsehen erregt – weder optisch noch in Bezug auf den Funktionsumfang.

Flex 2 im Alltag

Fünf winzige LED und ein kleiner Vibrationsmotor haben zur Folge, dass das Vokabular des Flex 2 eingeschränkt ist und man als Nutzer ersteinmal verstehen und lernen muss, was das Flex 2 einem sagen möchte, wenn eine LED blau aufleuchtet und die restlichen weißen LED hintereinander pulsieren. In Summe sind es aber nur sechs verschiedene Informationen, die das Flex 2 so transportieren kann.

Fitbit Flex 2

Fitbit Flex 2

Auf dem Weg zum Tagesziel

Der Anfang des Lernens ist ziemlich einfach. Tippt man das Flex 2 zweimal an, leuchten bis zu vier der weißen LED und deuten damit an, wie nah man der Erreichung des Tagesziels bereits bin. Ein Lämpchen entspricht dabei 25 Prozent.

Eine etwas grobe Unterteilung, aber das Armband ist auch eher für diejenigen gedacht, die nicht ständig ihren Fortschritt am Handgelenk kontrollieren müssen. Die Daten werden in der App natürlich deutlich detaillierter aufbereitet. Da genügt dann aber auch der Blick am Ende des Tages drauf.

Wer seine Werte häufiger kontrollieren möchte, der muss öfter zum Smartphone greifen oder auf ein Fitnessarmband mit Display ausweichen.

Nach kurzer Zeit erlischen die Lämpchen wieder.

Benachrichtigungen

Selbst das Flex 2 ist in der Lage, den Nutzer über eingehende Anrufe und Textnachrichten zu informieren. Dabei leuchtet die farbige LED in blau, während die weißen LED unterschiedliche blinkende Muster wiedergeben.

Irgendwie überzeugt mich die Lösung jedoch nicht vollends. Unbestritten, ich bekomme häufiger mit, dass eine Nachricht auf meinem Smartphone eingegangen ist. Ohne die Möglichkeit am Handgelenk kurz den Inhalt oder Absender zu prüfen, muss ich doch zum Telefon greifen. Eigentlich etwas, was ich mir ja sparen möchte. Insofern bietet die Benachrichtigung nicht den gleichen Komfort, wie bei Fitnessarmbändern oder Smartwatches mit Display. Ich bin da aber natürlich auch den Komfort (z.B. eines Fitbit Blaze) gewohnt, der die Nachrichten gleich auf dem Display anzeigt. Ihre Daseinsberechtigung hat die Benachrichtigungsfunktion des Flex 2 natürlich dennoch.

Ein sehr angenehmen Charakter hat die Vibrationsstärke des Armbands, denn diese ist ausreichend stark, um auf sich aufmerksam zu machen ohne akkustisch aufzufallen.

Aufruf zu mehr Bewegung

Dass ich mich im Alltag deutlich zu wenig bewege, ist mir bewusst. Noch ein bisschen bewusster wird es, wenn man ständig daran erinnert wird, wie wenig man getan hat. Das Flex 2 sorgt für das entsprechende, schlechte Gewissen wenn es zehn Minuten vor jeder voll Stunde prüft, ob ausreichend Schritte absolviert wurden. Ist dies nicht der Fall vibriert das Armband kurz und zeigt mit einem violetten Leuchten an, dass ein paar mehr Schritte gut tun würden.

In der App lässt sich dann ablesen, an welchen Stunden des Tages man sein Soll erreicht hat. Und um ehrlich zu sein, 250 Schritte pro Stunde sind ein Klacks – leider bleiben sie bei Schreibtischarbeit dennoch häufig aus. Ich persönlich mag die Funktion (die mittlerweile in allen aktuellen Fitnessarmbändern von Fitbit zu finden sind) sehr.

Die Bewegungserinnerung hat aber noch einen anderen Effekt: Man merkt wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man am PC sitzt und arbeitet. Nach achtmal Brummen am Handgelenk ist es Zeit nach Hause zu gehen.

Stummer Alarm

Dank des Vibrationsmotors verfügt das Flex 2 auch über einen stummen Alarm. Ich muss zugeben, dass ich den Alarm nur für den Test des Flex 2 genutzt habe. Eben um ihn auszuprobieren und man kann festhalten, dass er funktioniert. Unsicher bin ich, ob mich der kleine Vibrationsmotor auch jeden Morgen aus dem Schlaf holen würde. Zur Erinnerung tagsüber stellt sich die Frage nicht – hier nimmt man das Vibrieren deutlich wahr.

Wandelbarkeit des Flex 2

Was das Flex 2 besonders macht ist eben seine Größe, die es letztendlich auch erlaubt, dass der Fitness Tracker als Armband, in Form eines Armreifs oder eines Anhängers getragen werden kann.

Fitbit Flex 2 - Kette

Fitbit Flex 2 – Kette (Quelle: Amazon) *

Es ändert sicherlich nichts am Leistungsumfang des Flex 2 selbst, ist aber dennoch ein starkes Verkaufsargument, denn es gibt viele, die nach alternativen Formen fragen und Fitbit einer der wenigen Hersteller, der selbst abwechslungsreiche Armbänder, Armreife und Ketten im Programm hat.

Fitbit Flex 2 - Armband

Fitbit Flex 2 – Armband (Quelle: Fitbit)

Für mich als Mann sind die angebotenen Alternativen nichts – jedenfalls nicht für mein Handgelenk oder meinen Hals. Meine Frau jedoch hat sich begeistert gezeigt, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt. Gerade für den Alltag mag nicht jeder die tendenziell eher sportlichen Silikon-Varianten tragen und meine Frau hat einen Fitness Tracker bislang aufgrund der sportlichen Optik abgelehnt.

Fitbit Flex 2 Test – Fazit

Selbst nach sechs Wochen Nutzung ist es schwer eine Pauschalaussage über das Flex 2 zu treffen. Um es wirklich einordnen zu können, glaube ich, dass man es ein bisschen differenzierter betrachten muss.

Das Flex 2 ist ein unaufdringliches Fitnessarmband, das durch seine Schlichtheit im Aussehen und Einfachheit in der Bedienung zu gefallen weiß. Es ist tatsächlich diese Zurückgenommenheit, die es für einige interessant macht. Vor diesem Hintergrund bietet es aber auch nur einen vergleichsweise geringen Funktionsumfang. Wer sich damit zufriedengibt, der wird im Fitbit Flex 2 Gefallen finden.

Auch wenn der Funktionsumfang beschränkt ist, so spielt es dennoch beim Sport seine geringe Größe als Stärke aus, denn man darf sich durchaus zutrauen, dass Armband auch in solchen Situationen zu tragen, in denen Uhren bzw. Armbänder verboten sind, weil sie ein zu großes Verletzungsrisiko birgen.

Wer mittel- und langfristig etwas mehr von seinem Fitnessarmband erwartet, der wird vom Flex 2 vielleicht enttäuscht werden. Es ist dann allenfalls als Ergänzung oder als Ausweicharmband für den Wassersport zu sehen.

Ich gehöre eher zur zweiten Kategorie und habe bereits nach 4 Wochen das Flex 2 ergänzend zu einem Fitnessarmband mit Display getragen. Die Anzeige von Uhrzeit und Benachrichtigungen auf dem Display sind mir doch wichtiger, als angenommen. Da ich seltenst Schwimmen gehe, ist Leistungsumfang für mich zu gering bzw. nicht anwendbar. Für jemand anderen mag das Flex 2 der perfekte Fitness Tracker sein.

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Das Produkt wurde für den Fitbit Flex 2 Test von Fitbit kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Der Testbericht spiegelt vollständig meine eigene Meinung und Erfahrung mit dem Produkt wieder.


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