Fitness Tracker Test

Fitness-Tracker, Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2018

Fitbit Ionic Test

Fitbit Ionic - Verpackung

Fitbit Ionic – Verpackung

Im Fitbit Ionic Test zeige ich euch, wo die Stärke und Schwächen der Smartwatch des Marktführers bei Fitness Trackern liegen. Zudem möchte ich ein wenig den Aufschrei relativieren, der beim ersten Auftauchen von Bildern durch das Netz wog. Natürlich möchte ich euch aber auch zeigen, was die Ionic noch alles kann und für wen sie geeignet ist.

Die Ionic habe ich mittlerweile rund sechs Wochen lang im Dauereinsatz gehabt, so dass ich mir ein realistisches Bild von dem Produkt machen konnte. Gerade weil aber auch Fitbit der Ionic immer wieder neue Funktionen spendiert, lohnt es sich ab und zu hier noch einmal vorbeizuschauen und über die neuesten Entwicklungen zu erfahren.

Verpackung und Lieferumfang

An der Verpackung hat sich im Vergleich zu den neueren Modellen von Fibit wenig getan. Weiterhin ist die Verpackung etwas größer als ein Taschenbuch und zeigt auf der Vorderseite die Fitbit Ionic, auf der Rückseite ein paar Informationen zum Produkt selbst.

Fitbit Ionic - Verpackung

Fitbit Ionic – Verpackung

Geändert hat sich allerdings die Farbgebung: Fitbit Blaze, Charge 2 und Co. befinden sich alle in einer weißen Verpackung. Wer die Fitbit Ionic im Einzelhandel sucht, der muss sich nach einer dunkelblauen Verpackung umschauen.

Fitbit Ionic - Verpackung (Rückseite)

Fitbit Ionic – Verpackung (Rückseite)

Von hoher Qualität würde ich bei der Verpackung nicht sprechen, aber sie ist sehr ordentlich verarbeitet und weiß dem Anspruch der Ionic zu entsprechen. Ganz interessant ist, dass Fitbit den Nutzer vom ersten Moment mit an die Hand nimmt und selbst die kleinen Klebesiegel an der Verpackung mit Pfeilen markiert, um auch ja an der richtigen Stelle die Verpackung zu öffnen.

Fitbit Ionic - Armband für schmale und große Handgelenke

Fitbit Ionic – Armband für schmale und große Handgelenke

Gleichermaßen leicht fällt die Wahl aus, wenn es um die richtige Armbandgröße geht. Statt unterschiedliche Varianten mit unterschiedlichen Armbändern anzubieten, legt Fitbit der Ionic einfach zwei Armbänder für kleine und große Handgelenke bei.

Fitbit Ionic - Zubehör

Fitbit Ionic – Zubehör

Das bringt mich direkt zum Inhalt der Verpackung. Sauber sortiert befinden sich im Lieferumfang der Fitbit Ionic:

  • Fitbit Ionic Smartwatch
  • USB-Ladekabel
  • großes Armband
  • kleines Armband
  • Produkt- / Garantierinformationen

Eingeschweißtes USB-Kabel

Vom Umfang des Verpackungsinhaltes sind keine Überraschungen dabei und dennoch ziehen zwei Dinge die Aufmerksamkeit auf sich. Das ist zum einen das USB-Ladekabel, das erneut in einer kleinen Plastikverpackung eingeschweißt ist. Die Sinnhaftigkeit erschließt sich mir einfach nicht und die Umwelt würde es einem danken, wenn dieser Teil (der ab dem ersten Moment des Auspackens seinem Lebensende in der Mülltonne entgegensieht) nicht wäre.

Verdrehsicherer Magnetverschluss

Zum anderen ist es auch das USB-Ladekabel – diesmal aber unter einem sehr erfreulichen Gesichtspunkt: Fitbit verzichtet bei der Ionic zum ersten Mal auf eine Klemmverbindung bzw. auf die Ladeschale, wie sie noch bei der Blaze zu finden war.

Fitbit Ionic - Ladekabel mit Magnethalterung

Fitbit Ionic – Ladekabel mit Magnethalterung

Stattdessen hat die Ionic ein Kabel mit Magnetsicherung spendiert bekommen, dass einfach gegen die Kontakte gehalten wird und schon sitzt das Kabel an Ort und Stelle. Zudem ist das Kabel verdrehsicher, d.h. man muss sich nicht mal Gedanken machen, ob das Kabel nun in der richtigen Richtung an die Uhr geführt wird.

Erster Eindruck der Fitbit Ionic

Nach den ersten Eindrücken des Verpackungsinhalts wird es Zeit sich ausgiebig der Fitbit Ionic zu widmen. Diese trohnt bereits mit dem größeren der beiden Armbänder verbunden im oberen Teil der Verpackung und kann ohne Aufwand entnommen werden.

Fitbit Ionic

Fitbit Ionic

Das Display der Ionic ist durch eine Plastikfolie gut geschützt. Auch hier leitet wieder ein kleiner Pfeil an, an welcher Stelle man die Schutzfolie entfernen soll.

Fitbit Ionic - Gut geschützt

Fitbit Ionic – Gut geschützt

Wenn man die Ionic das erste Mal in der Hand hält, fällt einem das Gewicht sofort auf. Die Menge an verbauter Technik, der Uhrenkörper aus Aluminium, sowie das Display aus Gorilla Glas tragen alle zum Gewicht bei. Es ist bei weitem aber nicht unangenehm, sondern spiegelt für mich die Wertigkeit wieder. Ich könnte es mir nur schwer vorstellen, wenn die Ionic nur die Hälfte des Gewichts auf die Waage brächte.

Vom hässlichen Entlein zum Schwan

Ich muss gestehen, dass mich die ersten Bilder der Fitbit Ionic nicht überzeugt haben, bis heute es auch nicht wirklich tun. Vielleicht habe ich mich auch ein wenig gefangen nehmen lassen vom Aufschrei der Community. Wenn ich aber an mein Handgelenk schaue, dann scheint da eine völlig andere Uhr zu sitzen. Natürlich ist es die gleiche Ionic, die von Fitbit auf den Hochglanzfotos präsentiert wird. Gleiche Maße, gleiche Farbe und dennoch ist die Wirkung eine andere.

Fitbit Ionic

Fitbit Ionic

Am Handgelenk sieht die Smartwatch einfach viel cooler und moderner aus, als die Produktbilder es erahnen lassen. Ich habe lange überlegt, woran das liegen könnte, bin aber am Ende nicht schlauer gewesen. Was auf den Bildern im Netz bei weitem nicht so deutlich wird ist die Krümmung des Displays bzw. der Uhr. Diese ist zwar nicht ganz so ausgeprägt wie z.B. bei der Samsung Gear Fit 2 Pro, aber eben doch deutlich sichtbar. Bei der Ionic sieht es alles ein bisschen zurückhaltender und dadurch eleganter aus.

Fitbit Ionic - Profil

Fitbit Ionic – Profil

Betrachtet man die Ionic von der Seite, sieht sie schon ziemlich dick aus. Die zusammenlaufende Form bewirkt aber, dass die Smartwatch am Handgelenk getragen deutlich schlanker wirkt.

Fitbit Ionic - Profil von der Seite

Fitbit Ionic – Profil von der Seite

Hier zählt es wirklich sich die Wirkung in der Realität zu verdeutlichen, statt die Zahlen auf der technischen Spezifikation heranzuziehen.

Wechselbare Armbänder

Wer das Armband der Fitbit Ionic wechseln muss oder will, der braucht nichts weiter zu tun, als die kleine Verriegelung nach unten zu drücken. Das funktioniert selbst mit großen Händen relativ gut.

Fitbit Ionic - Wechselbares Armband

Fitbit Ionic – Wechselbares Armband

Das leicht strukturierte Armband aus einem flexiblen Elastomer ist erstaunlich robust bemessen. Ohne eine Messchieber mein eigen nennen zu können, würde ich dennoch behaupten, dass das Armband einen knappen Millimeter stark ist.

Fitbit Ionic - Stabiler Armbandverschluss

Fitbit Ionic – Stabiler Armbandverschluss

Geschlossen wird das Armband mit einer klassischen Dornschließe, die wirklich für einen bombensicheren Halt sorgt. Das mag vielleicht auch ein wenig an der merkwürdigen Form des Dorns liegen, aber am Ende zählt das Ergebnis.

Den bisherigen guten Eindruck untermauert die kleine Druckverbindung am Armbandende, die dafür sorgt, dass das Armband wirklich vollständig am Handgelenk anliegt. Es ist zwar „nur“ ein optische Maßnahme, aber eine mit Wirkung.

Durchweg saubere Verarbeitung – mit Ausnahme

Wie man die Ionic dreht und wendet, sie zeigt sich von allen Seiten hochwertig verarbeitet. Die Spaltmaße (so es sie gibt) sind so gering und gleichmäßig, dass es nichts zu beanstanden gibt.

Die Sensoren auf der Rückseite der Ionic sind sauber eingelassen und schließen plan mit dem Uhrengehäuse ab.

Fitbit Ionic - Optische Sensoren

Fitbit Ionic – Optische Sensoren

Und dennoch ist es die Unterseite, die ein Fragezeichen bei mir hinterlässt. Obgleich nichts darauf hindeutet, dass es sich um ein dedizierten Testgerät handelt, befindet sich auf der Rückseite der Ionic ein blauer Strich, wie er von einem Permanent-Marker herrühren könnte. Weiß der Teufel, wie der darauf gekommen ist und wie das ganze die Qualitätskontrolle passieren konnte.

Vielleicht ist es am Ende ja wirklich ein Gerät, das aufgrund eines kleinen Mangels für redaktionelle Zwecke aussortiert wurde. Wissen tue ich es aber nicht und gehe optimistisch davon aus, dass es sich um ein einzelnen Exemplar handelt.

Optisches Fazit

So wie sich die Fitbit Ionic am Handgelenk präsentiert, d.h. hinsichtlich der Farbgestaltung in Dunkelgrau-Rauchgrau und der Formsprache mit der leicht gewölbten Oberfläche, sieht sie verdammt cool aus. Alltagstauglich auf jeden Fall und beim Sport schon fast einen Ticken zu elegant.

Inbetriebnahme und Einrichtung

Nach der ganzen Trockenübung und dem Bestaunen der Äußerlichkeiten dreht sich nun alles um die ersten Schritte mit der Fitbit Ionic.

Geduld bei der Installation

Die Installation habe ich wie immer mit meinem Samsung Galaxy S6 durchgeführt und trotz einiger Übung beim Einrichten von Fitness Trackern und Sportuhren war der Prozess bei der Ionic schon ein wenig herausfordernder als gedacht.

Für die Installation braucht es die App von Fitbit, die es kostenlos für Android und iOS im jeweiligen App-Store gibt.

Als Neukunde von Fitbit braucht es zusätzlich eine Account bei Fitbit, der ebenfalls kostenlos eingerichtet werden kann und in dem die erfassten Daten in der Cloud gespeichert werden. Da ich ja bereits mehrere Armbänder von Fitbit getestet habe, konnte ich meinen bestehenden Account einfach weiternutzen.

Installation per Bluetooth fast ein Tabu

Teil der Installation ist auch das Aktualisieren der Firmware und hier hat man die Wahl des Aufspielens der Firmware per WLAN oder Bluetooth. Es braucht nicht vieler Worte, sondern nur den folgenden Screenshot, um die Verwendung von WLAN definitiv vorzuziehen.

Fitbit Ionic - Firmware-Update per Bluetooth

Fitbit Ionic – Firmware-Update per Bluetooth

Warum es den Screenshot mit der Installation per Bluetooth überhaupt gibt? Nunja, beim ersten Versuch der Installation per WLAN konnte die Fitbit Ionic keine Verbindung zum WLAN aufbauen. Also dachte ich mir, ich probiere es per Bluetooth. Da die verbleibende Zeit für das Firmware-Update aber stetig anstieg, habe ich den Versuch abgebrochen. Erst nach Abbruch, Zurücksetzen der Smartwatch und erneutem Versuch funktionierte die Anbindung an das WLAN.

Auch mit WLAN muss man aber reichlich Geduld mitbringen. Am Ende hat das Firmware-Update rund 25 Minuten gedauert. Welche Menge da an Daten die Seite gewechselt haben, lässt sich nicht ausmachen.

Damit man nicht die ganze Zeit auf die Sanduhr schauen muss, kann man sich bereits auf die Erkundungstour begeben und ein paar der Features der Ionic kennenlernen. Ebenso lassen sich schon ein paar grundlegende Einstellungen (z.B. Benachrichtigungen) vornehmen, die bei der ersten Synchronisierung übertragen werden.

Konfiguration der Fitbit Ionic

Nachdem die aktuellste Software auf der Ionic installiert ist, kann mit der Einrichtung per App fortgefahren werden. Zwar lassen sich auch über die Fitbit Ionic ein paar Einstellung direkt vornehmen, ein Großteil eben aber nur über die App. Um das mal ein bisschen Überblick zu verschaffen, habe ich die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten einmal gruppiert:

Einstellungen per Ionic

  • Display-Helligkeit
  • Backlight Delay
  • Vibration-Stärke
  • Herzfrequenzmessung
  • Anzeige von Benachrichtigungen
  • Developer Bridge

Einstellungen per App

  • Ziffernblätter
  • Apps
  • Medien
  • Mitteilungen
  • Bewegungserinnerung
  • Hauptziel
  • Bevorzugtes Handgelenk
  • WLAN-Einstellungen
  • Schnelltasten für Training
  • Ständige Verbindung

Auffällig ist, dass die meisten Einstellungen entweder in der App oder der Ionic vorgenommen werden können. Um zu unterstreichen, dass die Fitbit Ionic ein smartes Device ist, welches weitestgehend auch ohne Smartphone und App auskommt hätte ich mir hier lieber ein und gewünscht. Zusätzlich zu den gerätbezogenen Einstellungen gibt es noch ein paar ergänzende Einstellungen die nicht in direktem Zusammenhang zur Fitbit Ionic stehen. Dazu gehören u.a.

  • Ziele
  • Herzfrequenzzonen
  • Zeitzone
  • Standort
  • Lebensmitteldatenbank
  • Einheiten
  • Schrittlänge
  • Schwimmeinstellungen
  • WLAN-Einstellungen
  • Schnelltasten für Training
  • Ständige Verbindung

Da sich von Armband zu Armband die meisten Funktionen der App gleichen, werde ich die App in einem gesonderten Bericht vorstellen und hier nur auf die Besonderheiten eingehen.

Ziffernblätter

Die Ziffernblätter scheinen mir eines der Kernthemen bei Smartwatches zu sein. Klingt vielleicht seltsam, aber Ziffernblätter gibt es immer deutlich schneller und in größerer Anzahl, als wirklich gute Apps. Das ist bei der Fitbit Ionic momentan nicht anders. Über die App lassen sich mehrere Dutzend unterschiedliche Varianten auswählen, wobei nur 20 davon direkt von Fitbit zur Verfügung gestellt werden. Alle anderen sind als „Apps“ von Drittentwicklern der App-Sammlung hinzugefügt.

Erstaunlich ist, wie lange es dauert, bis ein nur wenige 100 Kilobyte großes Ziffernblatt den Weg von der App auf die Uhr gefunden hat. Da können schonmal 2-3 Minuten vergehen. Es erschreckt mich ein bisschen, lässt aber auch Rückschlüsse auf die verbaute Hardware zu.

Auch wenn Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt, so fehlt es bei den Ziffernblättern noch an wirklich hochwertigen Alternativen. Gerade die von Dritten beigesteuerten haben vielfach den Charakter von Lehrlings- denn von Meisterstücken.

Apps – Die Seele der Smartwatch

Generell setzt sich der Funktionsumfang der Ionic zu großen Teilen aus den Apps zusammen. Dabei ist eine App nicht nur eine Anwendung eines Drittanbieters – zu den Apps zählen auch die von Fitbit bereitgestellten Funktionen:

Standard-Apps auf der Ionic

  • Übung
  • Musik
  • Heute
  • Coach
  • Relax
  • Wallet
  • Timer
  • Alarme
  • Wetter
  • Einstellungen

Auf das Display der Ionic passen genau vier App-Icons drauf, so dass per Wischen zwischen den Seiten gewechselt werden muss. Das funktioniert gut, wenn auch nicht so flüssig wie bei anderen Smartwatches.

Zum Sortieren der Apps muss man einfach nur länger auf ein App-Icon tippen und es dann an die gewünschte Stelle ziehen. Das Konzept ist von den Smartphone hinlänglich bekannt.

Heute – Tagesstatistik in Kurzform

Über die Heute-App lassen sich die Tageswerte anzeigen. Allerdings nur in spartanischer Kurzform, denn es werden gerade einmal die Anzahl der Schritte, die Stunden mit Tages mit mehr als 250 Schritten, die aktuelle Herzfrequenz, die zurücklegte Distanz, die verbrannten Kalorien, die erklommenen Etagen und die aktive Minuten angezeigt.

Das klingt auf den ersten Blick nach einer ganzen Menge und doch wird der Einblick auf der Ionic nicht detaillierter. Es fehlt Grafiken mit Trends des aktuellen Tages, sowie Wochen, vielleicht sogar Monatstrends. Also genau die Infos die es auch in der App gibt. Für eine Smartwatch hätte ich mir diese Anzeigen definitiv gewünscht. Auch ein Verlauf der Herzfrequenz über den Tag gibt es genauso wenig, wie die Ergebnisse der Schlafüberwachung.

In meinen Augen hat sich Fitbit hier zu sehr an den Lösungen der Vorgänger orientiert und verpasst, das Potential der Ionic wirklich auszuschöpfen.

Relax – In 2 Minuten zur inneren Ruhe

Besonders gelungen finde ich die Relax-App umgesetzt. Dabei handelt es sich um die von Charge 2 und Blaze bereits bekannte angeleitete Atemübung. Grafisch ist die App wirklich gut gelungen und es macht schon ein wenig Spaß, den Anweisungen zu folgen.

Ich betreibe es momentan eher als ein kleines Spiel, weil man für Folgsamkeit nämlich Punkte und funkelnde Sterne erntet. Ich bin nicht sicher, ob das im Sinne des Erfinders war, aber mich freut es und ab und zu mal tief durchzuatmen ist auch nicht falsch.

Coach – Virtueller Fitnesstrainer

Wallet – Kontaktloses Zahlen in der Warteschleife

Der Gedanke hinter der Wallet-App und dem in der Ionic verbauten NFC-Chip ist gut: Kontaktloses Bezahlen per Kreditkarte, ohne dass man selbige mit sich führen muss. Wenn im Einzelhandel eine entsprechende Kasse vorhanden ist, muss man nur den linken Knopf der Ionic lange drücken, die Kreditkarte aussuchen und die Uhr gegen das Lesegerät halten.

Leider fehlt es in Deutschland noch an den entsprechenden Partnern (sprich Banken), die die Lösung unterstützen wollen. Damit steht Fitbit aktuell noch vor den gleichen Problemen wie Garmin, die mit der Lösung Garmin Pay zwar technisch bereits so weit sind, die in Deutschland jedoch ebenfalls keinen Partner benennen können.

Wetter – Vorhersage für ½ bis 4 Tage

Einen unfertigen Eindruck macht die Wetter-App auf mich. Grafisch ist sie wirklich hübsch umgesetzt, aber die Daten und deren Aufbereitung sind einfach gewöhnungsbedürftig. Für den aktuellen Tag wird großflächig das aktuelle Wetter und die Temperatur angezeigt.

Durch Wischen kann man die Wetter- und Temperaturvorhersagen für die kommenden Stunden und Tage sehen. In jeweils zwei Stunden-Blöcken sind die Daten aufbereitet. Jedoch nur für die Hälfte des Tages. Möchte ich heute wissen, wie das Wetter morgen Nachmittag wird, kann mir die App leider nicht weiterhelfen.

Für die Folgetage zwei und drei gibt es dann nur noch eine Zusammenfassung für den ganzen Tag. Jetzt kann man argumentieren, dass die Vorhersagen umso ungenauer sind, je ferner sie in der Zukunft liegen. Für drei Tage lassen sich mittlerweile aber – auch im Tagesverlauf – sehr detaillierte Vohersagen treffen.

Fitbit App Gallery

Stand heute sind es 65 Apps, die den Weg in der App-Gallery von Fitbit gefunden haben. Das ist wirklich nicht viel bedenkt man, dass ein guter Teil davon eher Demo-Charakter hat. Mit dem notwendigen Maß an Qualität sind momentan nur die Apps von Fitbit selber, sowie von der New York Times, Flipboard und Yelp.

Meine Hoffnung ist, dass es sich hier nur um den Anfang handelt und mit der Zahl der verfügbaren Apps auch der App-Store an Struktur und Funktionen gewinnt. So ist es momentan nicht möglich einzelne Apps zu bewerten und so über die Community die Spreu vom Weizen zu trennen.

Auch die zur Verfügung stehenden Apps-Kategorien sind momentan eher als Grundlage, denn als wirklich sinnvoll zu sehen. Abschließend fehlt die Suche innerhalb des App-Stores. Wie soetwas aussehen könnte, haben Google und Apple hinreichend vorgemacht.

Zwar gilt auch für Fitbit „Wer anderen immer in die Fußstapfen tritt, der wird ihn nie überholen“, aber es ist halt nötig erstmal den Anschluss zu finden und da kann es durchaus hilfreich sein, die Fußstapfen der anderen zu nutzen.

Eigenentwicklung von Apps

In meinen Augen sehr reizvoll ist das SDK, welches Fitbit kostenlos anbietet, um selbständig Apps für die Ionic zu entwickeln. Weil es hier den Rahmen sprengen würde und ich mich auch erst ein bisschen in das Thema einlesen muss, vertage ich den Bericht über die Entwicklung von Apps ein wenig. Die erste Sichtung der Dokumentation war vielversprechend und sobald ich mir ein bisschen Zeit freigeschaufelt habe, lege ich los.

Update 09.01.2018: Ich habe mittlerweile mich durch das SDK und die Plattform gearbeitet, ja sogar eine eigene App zum Review in die App Gallery eingereicht. Nach viel Euphorie am Anfang ist die Stimmung aber etwas abgeflacht. Ich bringe gerade die Inhalte zu Papier und werde sie dann hier veröffentlichen.

Fitbit Ionic als Music-Player

TomTom waren die ersten, die eine ansprechende Sportuhr mit einem Music-Player gepaart haben. Seinerzeits war ich von dem Konzept begeistert, als ich die TomTom Spark Music das erste Mal auf der IFA gesehen habe. Begeistert bin ich immer noch.

Fitbit Ionic - Musiksteuerung

Fitbit Ionic – Musiksteuerung

Nun bietet auch Fitbit mit der Ionic den integrierten Music-Player, der folgende Formate abspielen kann:

  • MP3
  • MP4 / AAC
  • WMA
  • AIFF

Den Speicherplatz müssen sich die Medien allerdings mit den Apps teilen, so dass schwer fällt genau zu beziffern, wie viel Stunden Spielzeit auf die Ionic passen. Es sollte jedoch auch bei langsamen Läufern für die Marathondistanz reichen.

Übertragen mit WLAN und PC

Was mich allerdings ein bisschen frustriert ist das Übertragen der Audiodateien auf die Ionic. Bisher habe ich ja immer mein Smartphone als Musikquelle dabei gehabt, sowie viele andere wahrscheinlich auch. Was läge näher, als die Audiodateien direkt vom Smartphone per App auf die Ionic zu übertragen.

In meinen Augen nichts und dennoch funktioniert das nicht. Es braucht zwingend die Windows/MacOS Fitbit-App. Über die Apps für die mobilen Endgeräte ist da nichts auszurichten. Das liegt aber weniger an einem Fehler, sondern vielmehr an einem Mangel im Konzept.

Fitbit Windows App - Übetragen von Musik

Fitbit Windows App – Übetragen von Musik

Hat man sich erstmal mit dem Gedanken angefreundet, dass man neben der Smartphone-App auch noch den PC/Mac bemühen muss, geht das Aufspielen ziemlich einfach. Eine neue Playlist legt man per Klick an und zieht dann die gewünschten Audiodateien einfach auf den Bildschirm.

Für das Übertragen der MP3-Dateien braucht es übrigens die WLAN-Verbindung zwischen PC/Mac und Ionic bzw. den Anschluss beider Geräte an das selbe Netzwerk.

Problemloses Koppeln mit fremder Hardware

Fitbit Ionic - Musiksteuerung

Fitbit Ionic – Musiksteuerung

Das Koppeln mit einem Bluetooth-Kopfhörer funktionierte problemlos und gut. Die beiden Jabra-Modelle, sowie das günstige Modell von TaoTronics verrichten anstandslos ihre Arbeit.

Die Kombination aus GPS-Sportuhr, Herzfrequenz-Tracker und MP3-Player lassen fast keine Gründe mehr offen, das Smartphone mitzunehmen – es sei denn, man möchte erreichbar sein. Ich für meinen Teil möchte beim Laufen gar nicht erreichbar sein, so dass ich die Neuerungen cool finde, selbst wenn sie ein bisschen spät präsentiert sind. Selbst mit dem Umweg über den PC/Mac überzeugt mich die Lösung.

Sport mit der Fitbit Ionic

Auch wenn zwischendurch eine Menge an aktuellen Fitnessarmbändern von Fitbit die Welt erblickt haben, liegt die letzte vernünftige Sportuhr von Fitbit mit der Surge bereits einige Generationen zurück. Umso wichtiger, sich einmal die sportlichen Fähigkeiten der Ionic genauer anzuschauen.

Sportprofile

Die Fitbit Ionic bringt eine Reihe von Sportprofile mit, die sich über die App „Übung“ auswählen lassen.

Für jedes Sportprofil können unabhängig voneinander Einstellungen vorgenommen werden, die sich die Ionic dann für dieses Profil merkt. Dazu gehören nebst ein paar anderen Punkten u.a. die Anzeige von Werten und das Feedback zur Leistung während des Sports, aber auch die Nutzung von GPS.

Konfigurierbare Ansichten

Was die Ionic ein Hauch mehr in Richtung der Sportuhren von z.B. Garmin tendieren lässt ist das Konfigurieren der Datenfelder in den Sportansichten.

Die Darstellung besteht stets auf drei Felder (Oben, Mitte, Unten) die sich nun für jede Sportart einzeln konfigurieren lassen. Zur Auswahl stehen:

  • Schritte
  • Tageszeit
  • Rundenzeit
  • Bahnlänge
  • Verstrichene Zeit
  • Strecke
  • Schritttempo
  • Schritttempo (Durchschnitt)
  • Herzfrequenz-Tracking
  • Verbrannte Kalorien

Für das obere und das untere Feld muss man sich für einen Wert entscheiden. Das mittlere Feld kann für mehrere Werte genutzt werden, die beim Antippen des Displays durchgewechselt werden. Für jede Sportart erfolgt die Einstellung der Datenfelder getrennt voneinander.

Trainingshinweise

Unter dem Begriff „Trainingshinweise“ laufen Benachrichtigungen bei einer Aktivität, die Bezug auf

  • Geleistete Distanz
  • Verbrannte Kalorien
  • Verstrichene Zeit

nehmen. Leider kann nur ein Trainingshinweis pro Aktivität aktiviert werden. Es ist also nicht möglich, sich nach dem Verstreichen einer bestimmten Zeit und einer geleisteten Distanz informieren zu lassen. Ich kann mir aber durchaus viele Anwendungsfälle vorstellen, wo das sinnvoll ist.

Ergänzend mutet die Auswahl der Intervalle, in denen der Nutzer benachrichtigt werden soll ein bisschen merkwürdig an. Bei der geleisteten Distanz sind das z.B.

  • 0,4 km
  • 1,0 km
  • 1,5 km
  • 2,0 km
  • 5,0 km
  • 8,0 km

Mir fehlen einfach die 10 km, während ich mich nach der breiten Anwendung von 400 und 1500 Metern fragen.

Ähnliches gilt für die Benachrichtigung nach verstrichener Zeit. Hier man maximal 20 Minuten wählen. Ein Benachrichtigung alle 30 bzw. 60 Minuten finde ich aber gar nicht abwegig.

Endlich wieder integriertes GPS

Für mich als Laufsportler ist natürlich der integrierte GPS-Empfänger ein Segen. Zwar hatten die neueren Modelle alle Connected-GPS mit an Bord, aber um ehrlich zu sein: Überzeugt hat mich die Lösung nicht vollends. Das mag auch an der GPS-Leistung meines Smartphones liegen, das alle naselang für Orientierungslosigkeit sorgte.

Mit der Ionic ist nunmehr wieder ein integrierte GPS-Empfänger mit dabei und im Vergleich zu Fitbit Charge 2 oder Fitbit Blaze sind die Unterschiede in der Benutzung minimal – abgesehen vom Smartphone, das jetzt zuhause bleiben kann.

Fitbit Ionic - Suche nach GPS-Signal

Fitbit Ionic – Suche nach GPS-Signal

Ansonsten sieht alles aus wie bisher: Nach der Auswahl der Sportart die von GPS sinnvoll unterstützt werden kann, versucht die Ionic direkt das GPS-Signal zu empfangen. Wer es eilig hat, kann die Aufzeichnung bereits vorher starten, muss dann aber fehlende Infos zu Beginn der Aufzeichnung hinnehmen.

Selbst wenn das von Fitbit verbaute GPS zum Bestem am Markt zählen soll, so scheint mir der Abstand zur Konkurrenz nicht riesig zu sein. Alles was ich als Ergebnis von vier Wochen Test sagen kann ist, dass die Ionic ohne Verbindungsabbrüche alle Läufe aufgezeichnet hat und der Streckenverlauf ziemlich genau dem entsprach, was die Ionic auch hätte aufzeichnen sollen. Im Detail zeigt sich dann aber doch, dass mich die Ionic manchmal sehr nah an den Häuserwänden oder den Weg durch die Büsche suchend wähnt. Da ist jedenfalls noch ein bisschen Luft nach oben möglich.

Hinsichtlich der Geschwindigkeit beim Erkennen des GPS-Signals gehört die Ionic definitiv zu den besseren Modellen am Markt. Das Signal wurde selbst an unbekanntem Ort innerhalb von 20 Sekunden gefunden, also genau die Zeit, um noch einmal Schultern und Beine zu lockern bevor es losgeht.

Auswertung nach der Aufzeichnung

Fitbit Ionic - Zusammenfassung

Fitbit Ionic – Zusammenfassung

Nach Beendigung der Aufzeichnung wird die Leistung auf einer Ansicht zusammengefasst. In der Zusammenfassung finden sich:

  • Benötigte Zeit
  • Zurückgelegte Distanz
  • Tempo (Durchschnitt)
  • Herzfrequenz (Durchschnitt)
  • Herzfrequenz (Maximum)
  • Verbrannte Kalorien
  • Zurückgelegte Schritte
  • Höhenmeter

Richtig schade ist, dass diese Zusammenfassung immer nur nach Beendigung einer Aufzeichnung auf der Fitbit Ionic eingesehen werden kann. Wird die Ansicht verlassen, gibt es keine Chance auf der Uhr mehr sich die Daten erneut anzeigen zu lassen.

Auch eine Übersicht der einzelnen Aktivitäten dieses oder vergangener Tage ist auf der Ionic nicht möglich. Hier wird der Griff zur App oder zum Webportal notwendig.

Allerdings tut so ein Konfettiregen in der App richtig gut, wenn man alle Tagesziele erreicht hat. Das strahlende Grün beseitigt dann selbst abends auf dem Sofa liegend das letzte bisschen schlechten Gewissens.

In der App bzw. am PC lässt sich dann die Aktivität gewohnt besser auswerten. Zu den Detailsichten gehören:

  • Streckverlauf
  • Teilstrecken mit Tempo
  • Herzfrequenz-Verlauf und HF-Zonen
  • Kalorienverbrauch
  • Auswirkungen auf Tagesstatistik

Sportliches Fazit

In Summe ist der Zuwachs an sportlichen Funktionen natürlich größer geworden, doch es hätte noch ein bisschen mehr sein können. Ganz klar, die Fitbit Ionic ist keine ausgemachte Sportuhr, aber die Funktionen die Fitbit anbietet, hätten aus meiner Sicht noch eine bisschen mehr zuende gedacht werden können.

Durch das integrierte GPS wird die Ionic für Sportler aber durchaus interessant, die vorher den Blick Richtung Garmin wenden mussten, so sie kein Smartphone mitführen wollten. Die Detailtiefe des Angebots von Garmin erreicht die Ionic nicht. Ich glaube aber, dass das auch gar nicht ihr Anspruch ist. Es ist dieses eine Produkt, dass in beiden Welten Käufergruppen ansprechen möchte.

Fazit: Fitbit Ionic Test

Nach sechs Wochen Fitbit Ionic Test lässt sich ein erstes gutes Bild vermitteln: Die Ionic ist sicherlich das stärkste Produkt, das Fitbit im Angebot hat. Vom Funktionsumfang deckt es Fitbit Charge 2 und Blaze locker ab und weiß beim Sport durch das integrierte GPS-Modul zu gefallen. Durch den eingebauten Musik-Player kann es sich dann noch deutlicher von den beiden genannten Modellen absetzen.

Die kontaktlose Bezahlung mittels NFC beherrscht die Fitbit Ionic zwar, die Unterstützung durch Kreditinstitute hierzulande fehlt jedoch. Somit ist Fitbit keinen Schritt weiter als Garmin und muss darauf warten, dass das Feature auch wirklich als Marketing-Maßnahme genutzt werden kann. Vorerst bleibt es ein Papiertiger. So sich hier was tut, werde ich den Testbericht aber ergänzen.

Die Möglichkeit der Nutzung von Apps bietet in meinen Augen ein großes Potential, denn die Hürde zum Schreiben solcher Apps ist vergleichsweise gering. Dennoch fehlen mir beim Produktstart ein paar Apps von Drittanbietern, die den Leistungsumfang unterstreichen. Ich glaube Fitbit hätte gut daran getan zum Launch ein paar Apps an der Hand zu haben, die das Mögliche zeigen.

In Summe ist die Fitbit Ionic eine sehr cooler Hybrid aus Smartwatch und Sportuhr und für eben jene Zielgruppe ist sie auch geeignet. Sportler mit Interesse an der Selbstvermessung wird die Ionic nicht überzeugen, gleiches gilt (aktuell) für diejenigen die eine Smartwatch mit einem breiten App-Angebot suchen. Ich gehe aber davon aus, dass das Angebot in Kürze auch mit qualitativ hochwertigen Apps wachsen wird.

Für wen eignet sich die Fitbit Ionic also? In meinen Augen für alle die, die eine Smartwatch mit gutem, hellem Display und sehr guter Akkulaufzeit von bis zu 5 Tagen suchen und sowohl beim Aspekt „Smartwatch“, als auch beim Aspekt „Sportuhr“ Abstriche in Kauf nehmen können.

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