Fitness Tracker Test

Fitness-Tracker, Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2017

Fitbit Ionic – Wasserdichte Smartwatch mit GPS

Fitbit Ionic (Quelle: Fitbit)

Fitbit Ionic (Quelle: Fitbit)

Fitbit Ionic heißt der jüngste Spross des US-amerikanischen Unternehmens, das wenige Tage vor der IFA in Berlin angekündigt wurde. Da Testgeräte in der Regel erst nach dem Verkaufsstart im Oktober zur Verfügung stehen, habe ich die wichtigsten Informationen einmal zusammengetragen.

Fitbit preist die Ionic als erste Smartwatch des Unternehmens an. Klingt ein bisschen, wie seinerzeit die Ankündigung der Blaze und doch handelt es sich diesmal wirklich um eine Smartwatch, die es nämlich erlaubt Apps nachträglich zu installieren, um die Funktionen der Ionic zu erweitern oder zu ergänzen. Grundlage dafür ist die Übernahme von Pebble im letzten Jahr, die in diesem Jahr erstmals sichtbar Früchte trägt.

Um aktiv an der Fitbit App Gallery teilnehmen zu können, steht App-Entwicklern ab September 2017 ein SDK (Software Development Kit) zur Verfügung. Die Fitbit Studio getaufte Software steht vollständig als Web-Anwendung zur Verfügung und schnelle Ergebnisse ermöglichen.

Fitbit Ionic (Quelle: Fitbit)

Fitbit Ionic (Quelle: Fitbit)

Zwar macht der App-Gedanke bereits einen großen Unterschied zu bestehenden Modellen aus, das alleine reicht aber nicht aus, um Kunden dazu zu bewegen knapp 350 EUR auszugeben. Das neue Modell bringt daher eine ganze Menge verheißungsvoller Neuerungen mit:

  • Grundfunktionen des Charge 2 / Blaze

    Natürlich handelt es sich bei der Ionic um ein smartes Fitnessarmband, das Schritte, den Kalorienverbrauch und die zurückgelegte Distanz ermitteln kann. Während der Nacht erkennt die Ionic die unterschiedlichen Schlafphasen und vermisst Schlafdauer und Schlafqualität. Die Messung des Fitness-Niveaus VO2max steht ebenso zur Verfügung, wie die angeleiteten Atemübungen, um dem Stress des Alltag wenigstens für ein paar Minuten zu entkommen. Damit deckt die Ionic alle Funktionen von Charge 2 und Blaze ab.

  • GPS und GLONASS

    Ein berechtigter Kritikpunkt war bisher das Fehlen von GPS in den neueren Modellen. Das letzte Armband mit GPS von Fitbit war die Surge, die mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Für die Messung von Distanz und Tempo steht der Ionic branchenführendes GPS zur Verfügung – so jedenfalls verlautbart es der Hersteller. Das ist insofern interessant, als das im Vorfeld Gerüchte die Runde machten, dass sich die Ionic aufgrund von Problemen beim GPS verzögern wird.

    Neben GPS sorgt auch die Nutzung von GLONASS für ein erhöhtes Maß an Genauigkeit, insbesondere abseits des flachen Landes.

  • Run Detect

    Gleichsam interessant ist die neue Funktion „Run Detect“, die jeden Lauf automatisch erkennen und GPS automatisch dazu schalten soll. So intelligent wie beim Loslaufen soll sich „Run Detect“ auch beim Pausieren verhalten: Muss man z.B. an einer roten Ampel anhalten, wird die Aufzeichnung automatisch pausiert. Setzt man den Lauf fort, wird auch die Aufzeichnung fortgesetzt. Dank GPS werden Geschwindigkeit und Distanz nun in Echtzeit und basierend auf Messung und nicht auf Annahme angezeigt.

    Connected GPS gehört mit der Ionic der Vergangenheit an, so dass das Smartphone nicht zwingend mit muss.

  • Personal Trainer / Running und Walking Audio Coaching

    Fitbit wird der Ionic den gewohnten Personal Trainer spendieren und ab 2018 um Running und Walking Audio Coaching Sessions ergänzen. Was sich genau dahinter verbirgt ist noch nicht ganz klar. Die Zielstellung ist jedoch die Leistung und die Motivation zu erhöhen.

  • Wasserdicht bis 50 Meter

    Mit der Ionic wird Fitbit das langersehnte wasserdichte Wearable auf den Markt bringen. Zwar hat Fitbit mit dem Flex 2 bereits im letzten Jahr einen wasserdichten Fitness Tracker ins Portfolio aufgenommen, die komplexeren Geräte waren bisher aller nur spritzwassergeschützt.

    Die Ionic hält bis zu 50 Meter Tiefe dem Wasserdruck stand und ist somit für nahezu alle Wassersportarten geeignet. Zusätzlich erkennt es Rundenzeiten, die Trainingsdauer und den Kalorienverbrauch.

    Ein wenig irreführend ist die Beschreibung auf der Webseite von Fitbit. Dort heißt es: „Fitbit Ionic ist wasserabweisend bis zu 50 Meter sowie schweiß-, regen- und spritzwasserdicht.“

  • Verbesserungen bei PurePulse

    Auch bei der PurePulse getauften Technologie zur Messung der Herzfrequenz am Handgelenk sollen Verbesserungen für genauere Messergebnisse sorgen. Die Veränderung ist auf der Rückseite der Ionic schnell zuerkennen, denn dort befinden sich nun zwei grüne und eine weitere rote LED, die den Sensor flankieren. Genauere Messergebnisse soll es vor allem bei den Sorgenkindern Radfahren, Krafttraining und Crosstrainer geben.

Fitbit Ionic - PurePulse (Quelle: Fitbit)

Fitbit Ionic – PurePulse (Quelle: Fitbit)

  • Messung Sauerstoffsättigung

    Durch die Verbesserung der Sensortechnik kann die Fitbit Ionic künftig auch die Sauerstoffsättigung des Blutes (SpO2) messen und einen Beitrag zur Indikation bestimmter Erkrankungen liefern.

  • 2,5 GB Speicherplatz für Musik

    Für rund 300 Songs reicht der 2,5 GB große internen Speicher der Ionic aus. Zu klären gilt, ob der gleiche Speicher durch die Installation von Apps belegt wird oder ob die 2,5 GB exklusiv für Musik zur Verfügung stehen.

    Zum Verkaufsstart wird Fitbit wohl alleinig mit dem Streaming-Dienst Pandora zusammenarbeiten. Die Nutzung von Spotify, das hierzulande deutlich verbreiteter ist, steht in den Sternen.

    Durch den GPS-Empfänger und die Möglichkeit zur Speicherung von Musik besteht künftig keine Notwendigkeit mehr, das Smartphone beim Sport mitzuführen.

    Für viele dürfte die Kombination von beidem ein entscheidender Kaufgrund sein. Für die Wiedergabe empfiehlt Fitbit die neuen Kopfhörer „Flyer“, die Ionic arbeitet jedoch auch mit jedem anderen Bluetooth-Kopfhörer zusammen.

  • Erweiterte Benachrichtigungen

    Erweitert wurden offenbar die Benachrichtigungsfunktion, die Mitteilungen vom Smartphone auf das Handgelenk übertragen. Inwieweit und vor allem welche Apps dabei unterstützt werden, muss der Test der Ionic zeigen. Laut Hersteller sind es über 300 gängige Apps auf Android und iOS.

  • Kontaktloses Bezahlen

    Hierzulande vielleicht nur von untergeordnetem Interesse ist die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlen mit der Ionic und Fitbit Pay. Die Funktion wird ab Ende 2017 zur Verfügung stehen, setzt aber die richtige Bank im Hintergrund voraus. Dazu werden einfach die Kreditkartendaten per App auf die Uhr übertragen und mit einer PIN versehen.

    Künftig soll es ausreichen an Kasse oder Automat nur noch das Armband gegen die Sensorfläche zu halten und schon sind die Einkäufe bezahlt.

Wem das alles noch nicht reicht, für den habe ich das Sahnehäubchen aufgehoben. Fitbit kündigt eine Laufzeit von bis zu 4 Tagen an, wenn sie normal im Alltag getragen wird. Bei der Nutzung von GPS bzw. der Musikwiedergabe verkürzt sich die Laufzeit auf etwa 10 Stunden.

Neben der neuen Funktionen hat Fitbit offenbar auch eine Menge in die Hardware investiert, denn die Fitbit Ionic ist das erste Produkt, das komplett Inhouse entworfen wurde.

Auffällig ist das neuen Design mit der Nano-Form-Technologie und dem Unibody-Gehäuse aus Flugzeug-Aluminium. Höhere Anforderungen an die Qualitätssicherung sollen für ein gesteigertes Maß an Robustheit und Lebensdauer sorgen. Das hochwertige Display wird durch Gorilla-Glas 3 geschützt. Und damit alles selbst bei hellem Sonnenschein bestens abgelesen werden kann, verfügt das Display der Ionic über die gleiche Helligkeit (1000 Nits) wie das Display der Apple Watch Series 2.

Der Wechselmöglichkeit der Armbänder bleibt Fitbit treu. Für die Ionic werden Varianten für den Alltag und speziell für den Sport in einem Elastomer und Leder angeboten. Die Preise richten sich nach dem Material und liegen zwischen 30 und 60 EUR.

Die Ionic selbst wird in drei unterschiedlichen Farbvarianten angeboten:

  • Dunkelgrau / Rauchgrau
  • Schieferblau / Kupferfarben
  • Blaugrau / Silbergrau

Silbergraues Gehäuse mit graublauem Armband, schiefergraues Gehäuse mit dunkelgrauem Armband oder kupferfarbenes Gehäuse mit schiefergrauem Armband.

Der Vorverkauf über die Webseite von Fitbit beginnt mit dem heutigen Tag. Der UVP ist mit 349,95 EUR zwar relativ hoch, gemessen am Produktversprechen aber nachvollziehbar. Die Verfügbarkeit kündigt Fitbit für Oktober 2017 an.

Kleine Vorab-Fazit

Schönheit liegt im Auge des Betrachters – das muss man sich bei der Ionic immer wieder ins Bewusstsein rufen. Das Design wird viel Spott hervorrufen, da bin ich mir sicher. Ebenso wird sie aber viele Liebhaber finden, die etwas Außergewöhnliches am Handgelenk tragen wollen.

In Summe kommt mir die Ionic ein bisschen wie ein Mehrkämpfer vor, der zwar in den Einzeldisziplinen keine Sieg davonträgt und doch in der Gesamtabrechnung ganz weit oben mitspielt. Von daher kann ich es kaum abwarten, ein Exemplar für einen ausführlichen Test in den Händen halten zu dürfen.


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1 Kommentar

  1. Markus Antworten

    Ich bin auch schon sehr gespannt auf die neue Fitbit-Uhr. Dann muss ich sie mir aber erst einmal im Laden anschauen, um zu entscheiden, ob sich eine Anschaffung überhaupt lohnt :)

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