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Huawei Freebuds 3i im Test – In-Ear-Kopfhörer mit Active Noise Control

Auf der IFA 2019 hat Huawei mit den Freebuds 3 leistungsfähige In-Ear-Kopfhörer vorgestellt, die optisch den AirPods von Apple sehr nahe kommen. Seit dem 15. Mai sind die Freebuds 3i erhältlich – ein etwas kleineres und günstigeres Modell. Ob es die an den Freebuds 3 gemessenen hohen Erwartungen erfüllen kann und inwieweit die Kopfhörer sporttauglich sind, kläre ich im Huawei Freebuds 3i Test.

Huawei Freebuds 3i - Verpackung

Huawei Freebuds 3i – Verpackung

Huawei ist mittlerweile nicht nur durch die leistungsstarken Smartphones der P- und Mate-Serie, sowie dem Handelsstreit mit den USA bekannt, sondern bietet in immer mehr Segmenten überzeugende und dennoch preisgünstige Produkte an.

Bei den Freebuds 3i handelt es sich um In-Ear-Kopfhörer die optisch den Apple AirPods nacheifern, mit einer UVP von 119 € aber deutlich günstiger zu haben sind. Bemerkenswert für den Preis ist das angebotene Active Noice Control (ANC), das Umgebungsgeräusche deutlich reduzieren soll.

SpezifikationHuawei Freebuds 3i
Größe41,8 x 23,7 x 19,8 mm (pro Kopfhörer)
80,7 x 35,4 x 29,2 mm (Ladeschale)
Gewichtca. 5,5 g (pro Kopfhörer)
ca. 51 g (Ladeschale)
Akku37 mAh (pro Kopfhörer)
410 mAh (Ladeschale)
Treiber10 mm
BluetoothBluetooth v5.0,
unterstützt A2DP 1.3, HFP 1.6, AVRCP 1.5
USB-AnschlussUSB-C

Unboxing und Verpackungsinhalt

Huawei vertreibt die Freebuds 3i in einer schneeweißen Verpackung, deren Vorderseite Produkt- und Firmenname in goldenen Lettern, sowie ein Foto der Kopfhörer samt Ladeschale ziert. Die Verpackung ist hochwertig und lädt zum Verschenken ein.

Huawei Freebuds 3i - Inhalt

Huawei Freebuds 3i – Inhalt

Hebt man den Deckel ab, präsentieren sich die Freebuds 3i in geschlossener Ladeschale. Eine Etage tiefer finden sich zwei kleine Pappschachteln, die zum einen den Papierkram, zum anderen das USB-Ladekabel, sowie weitere Silikon-Stöpsel in verschiedenen Größen beinhalten.

Huawei Freebuds 3i - Inhalt

Huawei Freebuds 3i – Inhalt

Insgesamt finden sich in der Verpackung:

  • Freebuds 3i In-Ear-Kopfhörer
  • Ladeschale
  • USB-C-Ladekabel
  • Silikon-Stöpsel in 4 Größen
  • Kurzanleitung, Garantiebedingungen, Sicherheitshinweise
Huawei Freebuds 3i - Silikonstöpsel und Ladekabel

Huawei Freebuds 3i – Silikonstöpsel und Ladekabel

Das USB-Ladekabel ist mit ca. 100 cm auffallend lang. Kein Vergleich zu stummeligen Kabel, die sich immer häufiger in den Verpackungen finden.

Huawei Freebuds 3i - Ladeschale

Huawei Freebuds 3i – Ladeschale

Die Ladeschale erinnert an die Form einer großen Pille. Auf der Rückseite befindet sich der USB-Anschluss, sowie ein kleiner Knopf, um den Bluetooth-Kopplungsmodus zu starten.

Huawei Freebuds 3i in Ladeschale

Huawei Freebuds 3i in Ladeschale

Die Ladeschale dient gleichzeitig der Aufbewahrung, auch weil sie die Freebuds 3i bis zu 4x vollständig aufladen kann. Der Deckel wird durch einen kleinen Magneten in Position gehalten. Beim alltäglichen Umgang ist dieser auch nicht unbeabsichtigt aufgegangen. Stark sind die Magnete dennoch nicht, so dass sich der Deckel leicht nach oben klappen lässt.

Huawei Freebuds 3i - Magnetische Sicherung

Huawei Freebuds 3i – Magnetische Sicherung

Aber nicht nur der Deckel wird durch einen Magneten gehalten. Auch das Herausfallen der Kopfhörer wird durch kleine Magnete verhindert. Selbst wenn man die Ladeschale einmal falsch herum öffnet, landen die Kopfhörer nicht auf der Straße.

Huawei Freebuds 3i

Huawei Freebuds 3i

Die Form der In-Ear-Kopfhörer orientiert sich stark an den Freebuds Lite, die widerum ihre Ähnlichkeit zu den AirPods von Apple nicht leugnen können.

Am unteren Ende der Freebuds 3i befindet sich eines der zwei nach außen gerichteten Mikrofone, die der Beseitigung von Umgebungsgeräusche dienen. Ein weiteres nach innen gerichtetes Mikrofon soll eine verbesserte Sprachqualität beim Telefonieren ermöglichen.

Freebuds 3i im Alltagstest

Einrichtung

Um die Freebuds 3i mit einem neuen Gerät erstmalig zu koppeln, müssen die Kopfhörer in der geöffneten Ladeschale liegen. Auf deren Rückseite befindet sich ein kleiner Knopf, der problemlos auch mit großen Händen bedient werden kann. Wird der Knopf 2 Sekunden lang gedrückt beginnt auf der Oberseite die kleine LED weiß zu blinken – die Kopfhörer befinden sich nun im Pairing-Modus.

Huawei scheint ordentliche Arbeit geleistet zu haben, denn ohne Probleme konnten die Freebuds 3i mit diversen Zuspielern gekoppelt werden (u.a. Samsung Galaxy S6, Apple iPhone 8, Garmin Forerunner 245 Music, Fitbit Ionic, Fitbit Versa 2).

Fehlen tut mir die Möglichkeit die Freebuds 3i mit mehreren Zuspielern zu koppeln. So muss beim Wechseln vom Smartphone aus die Sportuhr und vice-versa immer wieder die Kopplung angestoßen werden.

Anpassungen über die AI Life App

Nach dem Bluetooth-Pairing steht dem Hörvergnügen nichts mehr im Wege. Doch wer alle Funktionen der Kopfhörer nutzen bzw. diese für sich anpassen möchte, der kommt um die kostenlose AI Life App von Huawei nicht herum. Diese gibt es jedoch nur für Android. Nutzer von Apple-Geräten gehen leer aus. Die Kopfhörer können zwar problemlos genutzt werden, Anpassungen hinsichtlich der Funktionen bleiben aber der Android-Welt vorbehalten.

Apropos Anpassungen: In der App lassen sich Funktionen zuweisen, die bei zweimaligem Antippen bzw. langem Berühren der Kopfhörer ausgeführt werden sollen.

Folgende Aktionen können bei einem zweimaliges Antippen gewählt werden:

  • Wiedergeben / Pausieren
  • Nächster Titel
  • Vorheriger Titel
  • Sprachassistent aktivieren
  • Keine Aktion

Für den linken und den rechten Kopfhörer können jeweils Aktion getrennt voneinander zugewiesen werden.

Die Aktion für langes Berühren gilt für beide Kopfhörer gleichermaßen::

  • ANC an-/ausschalten
  • Keine Aktion

Ich hätte mir gewünscht, dass man auch die Lautstärke hätte regeln können. Zudem kann ich mir auch vorstellen, dass dreimaliges Antippen durchaus noch nutzbar wäre und den Funktionsumfang erweitern würde. Das ist leider momentan nicht möglich.

Darüber hinaus lässt sich in der App der Akkustand jedes einzelnen Kopfhörer, sowie der Ladeschale überprüfen.

Komfort

Der Tragekomfort der Freebuds 3i ist überraschend gut. Überraschend, weil ich mir immer nicht so recht vorstellen konnte, wie Kopfhörer mit derart viel „Außenanbau“ sicher in den Ohren verbleiben sollen. Im Alltag stellt das herausschauende Stäbchen selten ein Problem dar, sondern ist eher praktisch wenn man nach dem Kopfhörer greifen möchte. Nur wenn man ein Shirt über den Kopf ziehen möchte, muss man verstärkt auf die Freebuds achten.

Die vier mitgelieferten Silikonstöpsel lassen ein gewisses Maß an Anpassung zu. Dabei liegen die verschiedenen Größen recht nah beieinander, so dass bei vier Größen ein wirklich großes Passstück zu fehlen scheint. Zudem sind die Stöpsel ziemlich weich. Das sorgt auf der einen Seiten für hohen Komfort beim Tragen, auf der anderen Seite für weniger Halt.

Trotzdem – in meinen Ohren halten die Freebuds 3i fest und das mit der aufgesetzten „Standard-Größe“ an Silikon-Tip.

Den einzigen Kritikpunkt gibt es für die Anordnung der Kopfhörer in der Ladeschale. Nimmt man den z.B. rechten Hand den rechten Kopfhörer aus dem Ohr, kann man ihn nicht mit einem Handgriff in die Ladeschale legen, da der Kopfhörer einmal um 180° gedreht werden muss. Hier scheint die UX-Abteilung von Huawei geschlafen zu haben.

Soundqualität

Der 10 mm Treiber der Freebuds 3i ist ein wenig kleiner, als der Treiber der Freebuds 3. Der Gesamteindruck ist dennoch ein sehr ordentliche, wenn auch nicht herausragender. Die Freebuds spielen befreit und eher neutral auf. Hier und da klingen sie sogar ein wenig kühl, gleichzeitig aber auch über lange Sessions unangestrengt. Mitten und Höhen stellen sie deutlich besser dar als tiefe Bässe.

Hier können die diversen EQ-Apps für Android Abhilfe schaffen – die AI Life App von Huawei bietet eine solche Funktion nicht an.

Active Noise Control (ANC)

Huawei hat die Freebuds 3i mit Active Noise Control (ANC) ausgestattet, also einer Technologie zur Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen. Dazu nehmen zwei nach außen gerichtete Mikrofone Geräusche auf und erzeugen einen Gegenschall, der die Umgebungsgeräusche „auslöschen“ soll. Komplett auslöschen können die Kopfhörer die Umgebungsgeräusche nicht, aber um bis zu 32 Dezibel reduzieren.

Huawei Freebuds 3i - Mikrofon

Huawei Freebuds 3i – Mikrofon

Bei kabellosen In-Ear-Kopfhörern sieht man die Technologie noch eher selten, erst recht in dieser Preisklasse. Am Ende des Tests muss ich gestehen, fühle ich mich hinsichtlich des ANC etwas ratlos.

Aktiviert man ANC, stellt man tatsächlich fest, dass Umgebungsgeräusche weniger stark ans Ohr dringen. Dabei kann die Technologie tiefe und monotone Geräusche deutlich besser herausrechnen, als sich ändernde Geräuschkulissen. Das trifft auf nahezu alle ANC-Kopfhörer zu, die ihre stärksten Auftritte und Flugzeug und Zug haben. Auch die stets säuselnde Klimadecke im Büro wissen die Freebuds 3i in den Hintergrund akustisch zu drängen.

An befahrenen Straßen oder am Meer mit Wind und Wellen hingegen hat die Technologie mit den wechselnden Bedingungen arg zu kämpfen.

Auch Huawei kann hier keine Berge versetzen. Gemessen an Akkuleistung und zur Verfügung stehendem Platz, arbeitet das ANC sehr ordentlich. An die Leistung der ANC-Platzhirsche Bose und Sony kommen die Freebuds 3i jedoch nicht heran. Der Vergleich ist aber auch nicht ganz fair und soll hier eher der Einordnung dienen und nicht die Leistung schmälern.

Nachdenklich stimmt mich die Veränderung des Klangbildes bei Aktivierung des ANC-Modus. Das hätte ich so nicht erwartet. Selbst in völlig ruhiger Umgebung (wo ANC wenig zu tun haben sollte) scheint der ANC-Modus Bässe und Höhen anzuheben. Es erinnert ein bisschen an das Drücken der Loudness-Taste am Receiver, die bei geringen Lautstärken eben dieses bewirkt.

Der Klang der Kopfhörer wird dadurch etwas gefälliger und runder. Hat man sich an das Klangbild gewöhnt und deaktiviert ANC wieder, klingen die Kopfhörer im ersten Moment sogar ein wenig schwach auf der Brust.

Freebuds 3i beim Sport

Die Kopfhörer sind keine ausgemachten Sport-Kopfhörer und sie dahingehend zu beurteilen bereitet natürlich Probleme. Fragt man aber danach, ob die Freebuds auch zum Sport taugen, lässt sich die Frage deutlich leichter beantworten:

  1. Passform und Sitz der Kopfhörer sind angenehm und sicher. Beim Joggen und im Sportstudio bleiben die Kopfhörer dort, wo sie bleiben sollen, ohne dabei zu drücken.
  2. Die Bedienung per Touch funktioniert auch mit feuchten Fingern problemlos.

Sähe hinsichtlich der Sporttauglichkeit gar nicht so schlecht aus, würde herstellerseitig nicht eine offizielle Angabe zum IP-Rating fehlen. Eine Nachfrage beim Hersteller hat ergeben, dass die Kopfhörer IP-54 klassiert sind und damit resistent gegenüber Feuchtigkeit und Schweiß. Und schon sieht es mit der Sporttauglichkeit deutlich besser aus.

Akkulaufzeit

Huawei verspricht mit einer Akkuladung bis zu 3,5 Stunden Spielzeit. Mit aktiviertem ANC ist im Test nach 2:50 Stunden Schluss. Wird ANC deaktiviert, hält der Akku tatsächlich 30 Minuten länger. Auf eine wirklich lange Laufzeit kommt man am Ende dennoch nicht. Das können andere Hersteller besser. Immerhin können die Kopfhörer in über die Ladeschale bis zu 4x aufgeladen werden, bevor auch diese an den Strom muss. Der USB-C-Anschluss ist dafür mittlerweile keine Innovation, sondern zählt in meinen Augen zum guten Ton.

Fazit: Freebuds 3i Test

Huawei liefert mit den Freebuds 3i eine ordentliche Leistung für kleines Geld ab. Der Klang der Kopfhörer ist in der Gesamtbetrachtung gut, auch wenn die Leistung des ANC-Modus ein paar Fragezeichen hinterlässt. Umgebungsgeräusche werden merklich reduziert, das Klangbild ändert sich aber – auch wenn ANC wenig zu tun hat.

Die musikalische Kurzweil, die die Freebuds 3i vermitteln, klingt weder anstregend noch langweilig. Sachlichkeit dominiert das Klangbild – sie klingen weder besonders warm, noch besonders basslastig. Wer auf tiefe Tiefen verzichten kann, der findet in den Freebuds 3i grundsolide Kopfhörer, die gerne ein bisschen länger durchhalten dürften, als die 3,5 Stunden. Immerhin kann die Ladeschale die Kopfhörer bis zu viermal aufladen, bevor sie selbst an Ladekabel muss.

Verbindungsabbrüche gab es während des ganzen Testzeitraums keine und bisher ist mir auch kein Gerät untergekommen, dass mit den Freebuds 3i nicht zusammenarbeiten wollte.

Die unverbindliche Preisempfehlung von 119 € stellt in meinen Augen einen angemessenen Gegenwert für die Freebuds 3i dar. Bessere Leistung gibt es für mehr Geld natürlich immer. Nur steigt der Preis dann meist schneller, als die Leistung. Für Nachfolgemodelle ist bei der Leistung aber durchaus noch Luft nach oben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Daumen hoch für den Alltag und beim Sport.

Huawei FreeBuds 3i
89,00 €
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Werbung: Das Produkt wurde mir auf meine Anfrage hin für den Test der/des Huawei Freebuds 3i von Huawei kostenlos zur Verfügung gestellt. An die Berichterstattung wurden keine Bedingungen geknüpft. Der Inhalt des Testberichts spiegelt somit vollständig meine eigene, unvoreingenommene Meinung und Erfahrung mit dem Produkt wider.

Warum der Beitrag dennoch als 'Werbung' gekennzeichnet ist, könnt ihr unter Kennzeichnungspflicht nachlesen.

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