IFA ’26 – Displaylose Fitness Tracker und smarte Ringe
Der Trend der letzten Jahre hat sich auch auf der diesjährigen IFA fortgesetzt: Immer mehr große Vertreter, die Wearables im Portfolio haben, bleiben der Technik-Messe fern. Das eröffnet kleineren Wearable-Herstellern die Chance, ihre Produkte einem breiten Publikum zu präsentieren. Insbesondere displaylose Fitness Tracker und smarte Ringe rücken in den Fokus. Ein Überblick.
Displaylose Fitness Tracker
Mit dem Helio Strap hat Amazfit im Juli 2025 einen displaylosen Fitness Tracker vorgestellt, dessen Erfolg den Wettbewerb gezwungen hat, ähnliche Produkte anzubieten. So folgten im September ’25 der Polar Loop, im Mai ’26 der Fitbit Air und vor wenigen Wochen der Garmin CIRQA. Da verwundert es nicht, dass auch kleinere Hersteller die Nachfrage nutzen wollen.
Speediance Strap
Bereits im Januar hat Speediance auf der CES das displaylose Fitnessarmband Strap angekündigt. Auf der IFA hat der Hersteller für smarte Sportgeräte das Armband erneut der Öffentlichkeit gezeigt. Obwohl Speediance weder einen konkreten Termin für den Marktstart noch einen Preis veröffentlicht hat, scheint man dem Produktlaunch ein gutes Stück vorangekommen zu sein.
Alleinstellungsmerkmal des Speediance Strap ist die Messung der Körperkerntemperatur. Die verwendete Technologie „calera“ stammt vom Schweizer Unternehmen greentag, das mit dem CORE bereits einen ähnlichen Sensor für zielorientiertes Training im Leistungssport platziert hat.
Mit der Messung der Körperkerntemperatur unterscheidet sich das Armband wesentlich vom Wettbewerb, dessen Armbänder allenfalls die Oberflächentemperatur der Haut messen.
Der Fokus des Speediance Strap liegt vor allem in der Vermessung von Erholung, Schlaf und Belastung, der Ableitung von Metriken und Entscheidungsgrundlagen für das nächste Training. In welchem Maße die Körperkerntemperatur dabei eine Rolle spielt, bleibt bis zum offiziellen Launch abzuwarten.
Der Akku des 21 Gramm leichten Armbands soll die Elektronik bis zu 14 Tage mit Strom versorgen.
Luna Band
Auf der IFA war auch das Luna Band zu besichtigen, das im Gegensatz zum Speediance Strap ab sofort für 149 € über die Webseite des Herstellers bezogen werden kann.
Hardwareseitig schwimmt das Luna Band im Mainstream mit und ermittelt u.a. die Schlafdauer und -phasen, die Herzfrequenz, die kardiovaskuläre Fitness VO2max, die Blutsauerstoffsättigung SpO2 und die Hauttemperatur. Es ist damit in bester Gesellschaft von Amazfit, Garmin und Polar.
Um sich vom Wettbewerb abzugrenzen, plant LunaZone jedoch eine umfangreiche App, die unter dem Namen „Micro Apps“ ergänzende Funktionalität bereitstellt. Da sind die Berechnung des Fitnessalters oder der Jetlag Manager nur zwei Vertreter von vielen. Es darf davon ausgegangen werden, dass der Funktionsumfang in der Software mit der Zeit wächst.
Auch das Luna Band muss ohne GPS auskommen, ist aber bis zu einem Druck von 5 ATM wasserdicht und hält dank des verbauten Akkus bis zu 10 Tage durch.
Preislich positioniert LunaZone das Luna Band genau zwischen den mit 99 € eher niedrigpreisigen Fitbit Air und den mit 200 € eher hochpreisigen Garmin CIRQA.
Smarte Ringe
Neben den displaylosen Fitnessarmbändern waren es vor allem smarte Ringe, die den Bereich der sportlichen Wearables auf der IFA vertreten haben. Neben immer schlankeren Varianten versuchen die verschiedenen Hersteller, sich mit einem immer größeren Funktionsumfang von der Konkurrenz abzuheben.
RingConn Gen 3
RingConn ist einer der Pioniere bei den Smart Rings und hat auf der IFA die dritte Generation des kleinen Wearables ausgestellt, das ab sofort für ab 370 € über die Webseite des Herstellers erhältlich ist.
Neu sind vor allem der kleine Vibrationsmotor, der über einen schwachen Akkustand oder Bewegungsmangel informieren kann. Zudem soll der RingConn Gen 3 auch Einblicke in die Gefäßgesundheit bieten. Einen ausführlichen Test zum Ring der ersten Generation findet ihr hier.
Im Vergleich zu den Vorgängermodellen ist das neueste Modell mit 2,3 mm ein bisschen dicker geworden, während das Gewicht im Wesentlichen gleich geblieben ist. Dafür hält eine Akkuladung jetzt aber auch bis zu 14 Tage durch.
Circular
Circular hat mit dem Ring 3 Pro und dem Ring 3 Slim zwei neue Modelle seiner Smart Rings der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie verfügen nicht nur über einen Vibrationsmotor, sondern haben auch einen kleinen NFC-Chip verbaut, der künftig kontaktloses Bezahlen per Visa- und Mastercard ermöglichen soll.
Stark positioniert der Hersteller das Pro-Modell durch eine durch die US-Gesundheitsbehörde zugelassene EKG-Funktion. Zusätzlich soll der Blutdruck ermittelt werden können. Ganz ohne ein externes Blutdruck-Messgerät funktioniert das allerdings nicht – einmal monatlich muss die Sensorik des Rings über ein solches externes Gerät kalibriert werden.
Das Slim-Modell muss auf die EKG- und Blutdruck-Funktionen verzichten, ist dadurch aber auch ca. 33 Prozent leichter und bringt nur 1,9 bis 3 Gramm auf die Waage.
Die Akkulaufzeit des Pro-Modells soll 12 Tage betragen, die des kleineren Slim-Modells noch 10 Tage.
Auch von Circular gibt es noch keine definitiven Daten zum Marktstart bzw. zum Einführungspreis. Mit einem Markteintritt wird jedoch erst 2027 gerechnet.
Ultrahuman Pro
Auch Ultrahuman hat auf der IFA ’26 mit dem Ring Pro das neueste Modell seines smarten Ringes vorgestellt. Neben einer längeren Akkulaufzeit von bis zu 15 Tagen kann der Ring auf einen leistungsfähigeren Chip zurückgreifen, der maschinelles Lernen direkt auf dem Chip ausführen kann.
Die Neugestaltung der optischen Sensoren soll vor allem den Streitigkeiten mit Oura vorbeugen, die zeitweise zu einem Verkaufsstopp in den USA geführt haben.
Das mitgelieferte Ladecase kann den Ring durch wiederholtes Laden nicht nur bis zu 45 Tage mit Strom versorgen, sondern speichert die Daten des Ringes auch im Umfang bis zu einem Jahr. Wer das Ladecase einmal verlegt, kann mit der „Find-my-case“-Funktion auf die Suche gehen.
Ein nicht unwichtiges Detail ist, dass sich der Ring Pro dank der ProRelease-Technologie in Notfallsituationen (Verletzung, geschwollener Finger) an geeigneter Stelle leicht durchtrennen und entfernen lässt.
Mit ca. 500 € gehört der Ultrahuman Ring Pro zu den hochpreisigen Vertretern. Vorbestellbar sind die Geräte schon jetzt. Mit einem Versand soll ab dem 15. September gestartet werden.
Für einen guten Teil der Produkte stehe ich mit den Herstellern in Kontakt und bin zuversichtlich, dass im Herbst einige detaillierte Testberichte folgen werden.




