Fitness Tracker Test

Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2021

Oppo Watch im Test – Das Potential nicht ausgeschöpft

Oppo bietet die Oppo Watch seit Juli in der 41-mm-Variante in Deutschland an. Mitte Oktober ist das größere Modell mit 46 mm und LTE-Modem dazugekommen. Beide Modelle wollen Alternativen zum Platzhirsch von Apple sein. Ob und in welchem Rahmen das gelingt, klärt der Oppo Watch Test.

Oppo Watch - Smartwatch in 41 mm und 46 mm

Oppo Watch – 41 mm und 46 mm

Von der Ankündigung bis zur Verfügbarkeit in Deutschland hat Oppo nicht viel Zeit vertreichen lassen – normalerweise dauert es ein bisschen länger, bis chinesische Hersteller ihre Produkte in Europa platzieren. Ein Grund für die schnelle Markteinführung mag im Unterbau der Oppo Watch liegen, die auf Googles Wear OS setzt. Sicherlich hat auch die Nachfrage nach Produkten des Herstellers aus Redmont für eine rasche Platzierung gesorgt.

Unboxing und Lieferumfang

Die Verpackung der Oppo Watch ist eher ungewöhnlich, weil sehr lang und schmal. Wer die Uhr verschenken möchte, der kann sich ziemlich sicher sein, dass anhand der Verpackungsform nicht unmittelbar auf eine Uhr geschlossen werden kann.

Oppo Watch - Verpackung

Oppo Watch – Verpackung

Der weiße feste Karton vermittelt einen hochwertigen Eindruck – das irisierende Produktbild und die silbern-gerpägte Schrift tragen dazu bei.

Oppo Watch - Smartwatch in der Verpackung

Oppo Watch – Smartwatch in der Verpackung

Unabhängig vom Modell findet sich in beiden Verpackungen zunächst die Uhr, darunter die USB-Ladeschale, ein paar Produkt- und Garantie-Hinweise, so wie eine weitere Schlaufe zur Sicherung des Armbands.

Oppo Watch - Ladeschale und Zubehör

Oppo Watch – Ladeschale und Zubehör

Zeitgemäß und sinnvoll ist der weitestgehende Verzicht von Plastik.

Insgesamt präsentieren sich beide Modelle äußerst aufgeräumt. Da gibt in meinen Augen nichts zu meckern und auch nichts, was Oppo in Zukunft besser machen könnte.

Oppo Watch - Spezifikation

 Oppo Watch 41mmOppo Watch 46mm
Display1,6"1,91"
Auflösung320 x 360402 x 476
Größe41,45 x 36,37 x 11,4 mm46 x 39 x 11,35 mm
Gewicht (ohne Armband)ca. 31gca. 40g
Akku-Kapazität300 mAh430 mAh

Beide Modelle unterscheiden sich im Wesentlichen in ihrem Äußeren. Auf den ersten Blick könnte man sogar meinen, es handele sich um gänzlich unterschiedliche Modelle.

Oppo Watch - Beide Modelle im Vergleich

Oppo Watch – Beide Modelle im Vergleich

Erst beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass sich beide Uhren den gleichen Aufbau der Sensoren und Anschlüsse auf der Rückseite, sowie die Aufteilung von Tasten an der rechten, sowie des Lautsprechers an der linken Gehäuseseite teilen.

Für den optisch größten Unterschied sorgt die Gestaltung der Displays. Während beide eine rechteckige Grundform aufweisen, ist das Display der kleinen Oppo Watch flach. Das Display der 46-mm-Variante ist hingegen nach unten gebogen. Dabei ist es nicht zwingend mit dem vergleichbar, was andere Hersteller mit einem 2,5D-Display bezeichnen, denn das Display wölbt sich nur zu den längeren Seiten – am oberen und unteren Displayrand ist das Display nachwievor flach.

Das gebogene Display der 46-mm-Variante verleiht der Uhr ein etwas grazileres Aussehen, was angesicht der Größe auch nötig ist.

Innere Werte bei beiden Modellen gleich

Bei den inneren Werte sind die Unterschiede deutlich weniger ausgeprägt. Beide Modelle sind mit zwei Prozessoren ausgestattet: Im Regelbetrieb wird die Oppo Watch durch einen Snapdragon Wear 3100 von Qualcomm angetrieben. Unterhalb von 5% Akkukapazität übernimmt der Apollo3 Wireless SoC von Ambiq, der deutlich sparsamer als der Snapdragon Wear 3100 arbeitet. Er schaltet die Uhr in den Energiespar-Modus, beschneidet aber den Funktionsumfang der Uhren deutlich. Auch manuell lässt sich der Energiespar-Modus aktivieren und soll bei vollem Akku für bis zu 21 Tage (LTE-Variante) bzw. 14 Tage Laufzeit sorgen.

Der Snapdragon Wear 3100 bietet ausreichend Performance, um die Interaktion mit der Uhr flüssig zu gestalten. Kurze Wartezeiten gibt es allenfalls beim Öffnen der Apps zu beobachten, fallen aber nicht negativ auf.

Beide können auf 1 GB Arbeitsspeicher und 8 GB Speicherplatz zurückgreifen. Weil das Betriebssystem nicht gerade platzsparend ist, stehen von den 8 GB noch 4,3 GB zur Nutzung zur Verfügung.

Zur drahtlosen Verbindung nutzt die Oppo Watch Bluetooth 4.2 und WLAN auf 2,4 GHz. Für die Kurzdistanz steht NFC zur Verfügung. Für die Bestimmung der Position kann die Uhr GPS- und GLONASS-Signale auswerten.

Design & Verarbeitung

Unschwer lässt sich die Ähnlichkeit der Oppo Watch zum Pendant von Apple erkennen. Auch ohne die einprägsame Krone der Apple Watch ist die Verwechslungsgefahr groß und mit Sicherheit vom Hersteller auch beabsichtigt. Das kleinere 41-mm-Modell liegt dabei in meinen Augen näher am Vorbild dran. Das große LTE-Modell spricht aufgrund des gebogenen Displays eine etwas andere Formsprache.

Oppo Watch - LTE-Variante

Oppo Watch – LTE-Variante

Beide Modelle sind hervorragend verarbeitet. Das Gehäuse aus schwarzem Aluminium fasst die Tasten und Lautsprecher präzise und ohne Beanstandung ein. Der Lückenschluss mit der Gehäuserückseite aus schwarzem Kunststoff in Klavierlack-Finish fällt gering und gleichmäßig aus. Von Spaltmaßen zu sprechen ist hier schon fast zu viel des Guten.

Oppo Watch - Lautsprecher

Oppo Watch – Lautsprecher

Die Tasten bieten eine ordentliche Größe und sind dank eine guten Druckpunkts sicher zu benutzen. Selbst beim Sport bekommt man mit, ob die Taste gedrückt wurde oder dies im Geschehen untergegangen ist.

Kurzes Armband, langes Armband

Beim Tragekomfort gibt es die ersten Punktabzüge: Das kleine Modell macht zwar an meinen Handgelenk eine tolle Figur, doch das Armband ist für europäische Maßstäbe zu kurz. Das betrifft jedoch nur die Oppo Watch in 41 mm deren Armband derart kurz ist, dass ich es nur auf dem letzten bzw. vorletzen Loch schließen kann. Hier hätte es Not getan, sich den durchschnittlichen Umfang von Handgelenken in Europa genauer anzuschauen.

Oppo Watch - Kurzes Armband der 41-mm-Variante

Oppo Watch – Kurzes Armband der 41-mm-Variante

Mag sein, dass sich Personen finden, die deutlich schmalere Handgelenke haben, aber die Meinungen hinsichtlich der Armbandlänge der Oppo Watch 41mm sind einstimmig. Schade eigentlich, denn so sitzt die Uhr manchmal zu stramm. Beim Sport hat das den Vorteil, dass sie eigentlich immer ausreichend fest sitzt.

Oppo Watch - 41 mm und 46 mm im Vergleich

Oppo Watch – 41 mm und 46 mm im Vergleich

Bei der Oppo Watch LTE in 46mm sieht das anders aus. Das Armband wächst mit dem Display und sorgt für deutliche Entspannung an meinem Handgelenk. Gleichzeitig kommt hier aber das höhere Eigengewicht der Oppo Watch hinzu, das ein festeres Zuschnallen erfordert, damit die Uhr am Handgelenk nicht schlenkert.

Für die LTE-Variante empfehle ich dringend die zweite, kleine Schlaufe am Armband zu befestigen und zu nutzen, denn das Armband ist durchaus so lang, dass ein bisschen zusätzlicher Halt nicht schaden kann.

Oppo Watch - Wechselbare Armbänder

Oppo Watch – Wechselbare Armbänder

Die Armbänder beider Modelle lassen sich wechseln. Der Mechanismus ist jedoch proprietär, was das Angebot an Armbändern einschränkt. Ein paar Angebote auf Amazon finden sich natürlich immer.

Wohl und Wehe innovativer Verschlüsse

Wenn wir schon beim Thema „Halt“ sind: Wenn man das Armband ersteinmal geschlossen hat, hält auch das Armband die Uhr an Ort und Stelle – selbst beim Sport. Der Weg dahin ist aber ein langer und umständlicher. Selbst nach 4 Wochen Test tue ich mich immer noch schwer mit dem neuartigen Verschluss der Oppo Watch.

Keine Frage: Der Verschluss mit dem Zapfen, der durch das Armband gedrückt wird sieht moderner aus, fordert aber einen beim Anlegen der Uhr.

Ich fühle mich zu alt für derlei Verschluss-Innovation. Möchte man das Abstürzen der Uhr beim Anlegen nicht riskieren, legt man den Handrücken und die Uhr lieber auf dem Tisch oder dem Oberschenkel ab. Für Uhren mit klassischer Dornschließe sind das völlig ungewohnt Handgriffe.

Display

Beim Display hingegen wissen beide Modelle restlos zu überzeugen. Das LTE-Modell kommt bei 1,91 Zoll Bildschirmdiagonale und einer Auflösung von 402 x 476 Pixeln auf eine Pixeldichte von 326 PPI. Die kleinere Variante der Oppo Watch muss sich mit 1,6 Zoll und 301 PPI bei einer Auflösung von 320 x 360 Pixeln zufriedengeben.

Oppo Watch - Hochauflösendes AMOLED-Display

Oppo Watch – Hochauflösendes AMOLED-Display

Trotz der unterschiedlichen PPI-Werte unterscheidet sich die Darstellung nicht merklich. Beide zaubern dank AMOLED-Technologie farbenfrohe, kontrastreiche und hochauslösende Inhalte auf das Display. Das LTE-Modell profitiert bei der Anzeige von Benachrichtigungen von dem etwas größeren Display und zeigt ein paar mehr Zeichen an. Abgesehen davon finden sich keine Unterschiede.

Die Helligkeit des Displays lässt sich automatisch durch den Umgebungslicht-Sensor regeln oder manuell in fünf Stufen einstellen. Die dabei erreichte Helligkeit lässt auch ein Ablesen im Sonnenlicht zu, auch wenn die Kontraste ein wenig leiden.

Sehr sensibel reagiert die Oppo Watch auf das Drehen des Handgelenks. Oftmals aktiviert sich das Display auch dann, wenn das Handgelenk nicht zum Ablesen gedreht wurde. Die Funktion kann zwar deaktiviert werden, erfordert aber das manuelle Aktivieren des Displays durch Drücken einer der Tasten.

Oppo Watch - Always-On-Display

Oppo Watch – Always-On-Display

Der Always-On-Modus sorgt für ein dauerhaft eingeschaltetes Display, das jedoch nur eine deutlich reduzierte und stromsparende Variante des Watchfaces anzeigt. Selbst diese Reduktion sorgt gesteigerten Leistungshunger, so dass die vom Hersteller genannten Akkulaufzeiten nicht realisierbar sind.

Funktionen

Die Oppo Watch basiert auf Wear OS von Google und verfügt somit über eine offene Plattform, die den Funktionsumfang durch Apps des Google Play Store ziemlich beliebig erweitern lässt. Der Fokus in diesem Test soll jedoch auf den Funktionen liegen, die die Uhr von Haus aus mit sich bringt.

Funktionen im Alltag

Im Alltag bietet die Smartwatch alle Funktionen an, über die Wear OS verfügt. Weil auch Oppo seine Uhren mit vorinstallierten Apps ausstattet, finden sich hier und das Apps mit der gleichen Funktionen. Dazu gehören die geführte Atemübungen, die Pulsmessung während des Tages, sowie die Erfassung von Schritten und Co. – Apps dies sich jeweils von Oppo und von Google auf der Uhr finden lassen. Zielführend ist das nicht.

Für die Vermessung des Alltags kann die Oppo Watch die Anzahl getätigter Schritte, die dabei zurückgelegte Distanz, den Kalorienverbrauch und die Herzfrequenz tracken.

Tägliche Aktivitäten - Zusammenfassung

Tägliche Aktivitäten – Zusammenfassung

In der Nacht nutzt die Uhr die Bewegungssensoren, um auf Schlafdauer und Schlafphasen zu schließen. Weil Oppo den Puls während des Schlafs nicht in die Schlafphasen-Ermittlung einbezieht, kann die Watch nur zwischen Wachphasen und Phasen leichten und tiefen Schlafs unterscheiden. Die Erkennung von REM-Phasen leistet die Uhr aktuell nicht.

Schlafüberwachung - Zusammenfassung Schlafüberwachung - Phasen

Das Fehlen ist ein Manko, denn mittlerweile gehört die Erkennung von REM-Phasen zum Standard-Repertoire von Wearables mit Pulsmessung. Die Schlaferkennung funktioniert hingegen gut und auch kurze Nickerchen erkennt die Uhr zuverlässig.

Mit Hingabe wurden die „5-Minuten-Workouts“ gestaltet – kurze Sportprogramme die für zwischendurch gedacht sind, die aber durchaus Schweiß auf die Stirn treiben können.

5-Minuten-Workouts

5-Minuten-Workouts

Die Übungen werden durch kurze Videosequenzen angeleitet und durch Ansagen über den integrierten Lautsprecher sinnvoll unterstützt. So muss man bei den zeitlich begrenzen Übungen nicht fortlaufend aus das Display gucken, um Beginn und Ende einer Übung mitzubekommen.

Zusätzlich findet man auf der Smartwatch die üblichen Verdächtigen: Apps für Stoppuhr und Timer, Nachrichten und Wetter. Als digitaler Assistent nimmt Google Assistent Sprachbefehle über das verbaute Mikrofon entgegen, leitet diese an ein gekoppelte Smartphone weiter und zeigt die Antworten auf dem Display der Uhr an. Gleichzeitig ertönen die Antworten auch über den kleinen Lautsprecher der Smartwatch. Das funktioniert im Test gut und zuverlässig.

Google Assistant

Google Assistant

Benachrichtigungen finden sicher der Weg vom Smartphone aus die Smartwatch. Seit einiger Zeit zeigt die Oppo Watch sogar Fotos als Teil von WhatsApp-Nachrichten an.

Funktionen beim Sport

Keine der beiden Varianten ist eine ausgemachte Sportuhr und leider auch keine sonderlich sportliche Smartwatch. Zwar verfügt die Oppo Watch über vorinstallierte Sport-Apps, die jedoch nur die wesentlichen Grundlagen des Sport-Tracking anbieten.

Oppo Watch - Auswahl der Sport-Funktionen

Oppo Watch – Auswahl der Sport-Funktionen

Über den unteren der beiden Knöpfe an der Uhr lässt sich der Sport-Modus starten. Hier stehen lediglich die folgenden Sportarten zur Auswahl:

  • Fitnesslauf
  • Lauf zur Fettverbrennung
  • Outdoor-Spaziergang
  • Outdoor-Radsport
  • Schwimmen
Oppo Watch - Zielvorgabe beim Fitnesslauf

Oppo Watch – Zielvorgabe beim Fitnesslauf

Jeder Sport lässt sich mit und ohne Zielvorgaben durchführen. Dabei kann zwischen Dauer, Distanz und Kalorienverbrauch als Zielvorgaben gewählt werden.

Beim Schwimmen kann bei der Beckenlänge zwischen 25 und 50 Metern gewählt werden.

Nach Auswahl von Sportart und Zielvorgaben kann mit der Aufzeichnung begonnen werden. Darstellung und Umfang der Metriken sind eher minimalistisch. Neben der Dauer, der Schrittzahl und dem Kalorienverbrauch finden sich die zurückgelegte Distanz und der aktuelle Puls.

Herzfrequenzzonen – ein nicht ganz unwichtiges Feature für viele Sportler – kennt die Oppo Watch nur bei der Sportart „Lauf zur Fettverbrennung“. Warum das Konzept nicht auf die anderen Sportarten übertragen wurde bleibt offen.

Hier verschenkt die Oppo Watch viel Potential, denn weder die angezeigten Werte, noch deren Anordnung lässt sich ändern. Auch lassen sich keine aufgezeichneten Aktivitäten an der Uhr einsehen. Das mutet alles sehr rudimentär an – leider. Die Grundfunktionen erfüllt die Uhr aber anständig.

Wer mehr Komfort und Indidiualität benötigt, der muss auf andere Apps ausweichen.

Telefonieren mit der Oppo Watch LTE

Die Besonderheit der Oppo Watch LTE ist nicht ausschließlich das größere 46-mm-Display, sondern das verbaute LTE-Modem, das die Uhr unabhängig vom Smartphone macht. Um die Funktionen nutzen zu können, braucht es zwingend einen Tarif von Vodafone mit eSim-Profil, das auf der Oppo Watch aktiviert werden kann. Andere Anbieter haben aktuell das Nachsehen. Das schränkt den Kreis der Käufer ein wenig ein.

Sobald die eSim auf der Oppo Watch aktiviert ist, kann das Datenvolumen begrenzt und Daten-Roaming de-/aktiviert werden. Fortan lassen sich über die Uhr ein- und ausgehende Telefonate führen – entweder über ein gekoppeltes Headset oder mit Hilfe von Lautsprecher und Mikrofon, die direkt in der Oppo Watch verbaut sind.

Software – HeyTap-Health-App

Durch die Nutzung von Wear OS sind viele Funktionen direkt mit einem Android-Smartphone und / oder Google Fit gekoppelt. Das alleine reicht Oppo offenbar nicht aus, denn ständig erinnert mich die Uhr daran, die HeyTap-Health-App zu installieren, um einen noch detaillierteren Blick auf die vermessenen Werte zu erhalten.

Gerne hätte ich zunächst auf eine weitere App auf dem Smartphone verzichtet, aber wer sich die Installation derart häufig wünscht, dessen Wunsch soll entsprochen werden.

Dabei irritiert zunächst, dass die HeyTap-Health-App nicht direkt von Oppo kommt. Mittlerweile steht im Play Store „Color OS“ als Entwickler, was die Nähe zu Oppo erkennen lässt. Die HeyTap-Dienste werden widerum von BRAVO UNICORN PTE.LTD angeboten, deren Firmensitz in Singapur ist. Das ganze Zusammenspiel ist wenig transparent und wo am Ende die Daten liegen lässt sich indes nicht klären.

Von den AGB die bei Erstellung des Nutzerkontos gemacht werden, lässt sich leider keine Kopie in Form von Screenshots anfertigen – das weiß die App irgendwie zu verhindern. Ein komisches Gebahren, dem ich kritisch gegenüberstehe.

Die App selbst ist einfach strukturiert und erlaubt den Einblick in tägliche Aktivitäten, Schritte, Herzfrequenz, Schlaf und Trainingsprotokolle.

Dabei lassen sich die täglichen Aktivitäten und Trainingsprotokolle nur tag- bzw. aufzeichnungbezogen aufrufen. Die Auswertungen für Schritte, Herzfrequenz und Schlaf erfolgt wahlweise in Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahressicht. Schlecht ist das keineswegs, aber auch hier ist verschenktes Potential zu erkennen.

Tägliche Aktivitäten

Die Aufbereitung der täglichen Aktivitäten unterteilt sich in Kalorienverbrauch, Trainingseinheiten, Schritte und Trainingszeit.

Schritte

Herzfrequenz

Die Darstellung der Herzfrequenz gehört zu den detaillierten Angaben, die in der App zu finden sind. Die Oppo Watch hat die Messungen im Test zuverlässig und regelmäßig durchgeführt. Lücken sind nur entstanden, wenn die Uhr abgenommen wurde. Im Vergleich mit anderen Produkten liegen die Werte dicht beieinander. Weil sich die Daten der Oppo Watch leider nicht exportieren lassen, ist ein detaillierte Vergleich nicht möglich.

Schlaf

Die Anzeige der Schlafphasen gestaltet sich übersichtlich, was auch an der fehlenden Erkennung der REM-Phasen liegen mag. Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Nutzergruppen fehlen, die eigenen Daten sind aber nachvollzieh- und vergleichbar.

Trainingsprotokolle

In den Trainingsprotokollen könnt ihr aufgezeichnete Aktivitäten im Detail sichten. Je nach Sportart gehören der Streckenverlauf, das Tempo, der Herzfrequenzverlauf, die Schrittfrequenz, sowie das Höhenprofil dazu. Seltsamerweise finden sich hier auch die Herzfrequenz-Zonen und die Verteilung während der Aktivität auf diese – eine Angabe, die ich mir durchaus auf der Uhr gewünscht hätte.

Wenn die Daten nachträglich in der App aufbereitet werden können, dann ist das etwas, was in meinen Augen auch die Uhr kann und sollte. Vielleicht nicht die Sichtung vergangener Aktivitäten, aber durchaus die Anzeige von Metriken, die die Uhr erfassen kann.

Akkulaufzeit

Smartwatches haben stets mit Akkulaufzeiten zu kämpfen. Das gilt auch für die beiden Oppo Watches, die zudem das leistungshungrige Wear OS nutzen. Leider kann keine der Oppo Watch Varianten bei der Laufzeit überzeugen. Die Herstellerangaben von 36 Stunden (LTE-Variante) bzw. 24 Stunden im Smartwatch-Modus erfüllt im Test keine der Uhren. Im Test haben sich 30 Stunden (LTE-Variante) und 20 Stunden als die realistischeren Werte gezeigt. Wenn GPS genutzt wird, sind auch diese Werte nicht mehr zu halten. Auch die aktivierte eSim (respektive das LTE-Modem) sorgen für einen höheren Stromverbrauch.

Die Laufzeit von bis zu 21 bzw. 14 Tagen im Energiespar-Modus haben sich während des Testzeitraums nicht überprüfen lassen. Ich würde darin auch eher einen Kniff des Marketings sehen, denn wer beabsichtigt schon eine Smartwatch zu kaufen, die dann fortwährend im Energiespar-Modus mit beschränktem Funktionsumfang läuft. Und die Beschränkungen sind stark: Mit gekoppelter HeyTap-Health-App gelangen immerhin noch Benachrichtigungen auf das Handgelenk, andernfalls bleibt nur die Anzeige der Uhrzeit und die Erfassung von Schritten und Herzfrequenz über.

Überzeugen kann die Schnell-Lade-Funktion, die die Uhr innerhalb einer knappen Stunde wieder vollständig auflädt. Das funktioniert leider nur über die Ladeschale – kontaktloses Aufladen per Qi-Technologie unterstützen die Uhren nicht.

Fazit

Beide Variante der Oppo Watch zeigen Licht und Schatten. Hinsichtlich der Verarbeitung, der Optik und des Funktionsangebots dank der offenen Plattform bietet Oppo zwei überzeugende Produkte. Das kurze Armband gilt es beim Kauf zu berücksichtigen. Wer jedoch über kräftige Arme verfügt, der wird eher die größere der beiden Uhren ins Auge fassen und hier ist auch die Länge des Armbands wieder stimmig. Trotz der großen Displays trägt die Uhr wenig auf – das gebogene Display trägt im Wesentlichen dazu bei.

Beide Uhren bieten mit NFC bzw. Google Pay durchaus interessante Kaufanreize. Die LTE-Funktionen eröffnen sich hingegen momentan nur Vodafone-Nutzern mit entsprechenden Tarifen. Dann aber sorgen sie für ein Mehr an Freiheit und Komfort. Gleichzeitig steigern die Funktionen den Energiehunger.

Damit wären wir – unabhängig vom Modell – auch beim größten Kritikpunkt der Oppo Watch. Wer alle Features der Uhr regelmäßig nutzt, der kann zusehen, wie der Akkustand sinkt. Dabei hat Oppo wenig Anteil an der Misere, denn die Hauptschuld trifft den Energiebedarf von Wear OS. Ein hochoptimiertes, proprietäres Betriebssystem für die erste Smartwatch des Herstellers wäre wahrscheinlich keine schlechte Alternative gewesen.

Immerhin spendiert Oppo den Uhren den Energiespar-Modus auf Basis des Apollo3 Prozessors, um die Uhr notfalls über den Tag zu retten. Die Funktionseinschränkungen sind aber groß und werden dem Preis der Uhren nicht gerecht.

Mit einer UVP von 399 € belastet die LTE-Variante deutlich stärker den Geldbeutel, als die UVP von 249 € für das Standard-Modell. Wenn auf LTE verzichtet werden kann, dann verspricht das kleinere Modell das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Unter Strich bleibt ungenutztes Potential, das weniger aus der bei dem Gerät, als vielmehr bei der Software zu suchen ist.

Oppo Watch

1.6" OLED (farbig)
320 x 360 Pixel
301 PPI
bis 1 Tage
41,0 x 36,0 x 11,0 mm
31 g
83
Funktionen
95
Bedienung
60
Akkulaufzeit
80
Gesamt

Bewertung

Funktionsumfang

Activity Sport Gesundheit Konnektivität Smart Standort Musik 100 23 0 50 100 50 40
  • Display

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  • Funktionen

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  • Sensoren

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  • Sportprogramme / -funktionen

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  • Konnektivität

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  • Sonstiges

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OPPO Watch 41 mm
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Werbung: Das Produkt wurde mir auf meine Anfrage hin für den Test der/des Oppo Watch von Oppo kostenlos zur Verfügung gestellt. An die Berichterstattung wurden keine Bedingungen geknüpft. Der Inhalt des Testberichts spiegelt somit vollständig meine eigene, unvoreingenommene Meinung und Erfahrung mit dem Produkt wider.

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