Fitness Tracker Test

Fitness-Tracker, Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2017

Withings Body Cardio im Test

Withings Body Cardio

Ein aktiver Alltag bildet die Grundlage gesunder Lebensführung und um die Aktivitäten des Alltags zu dokumentieren, greifen viele zu Fitnessarmband bzw. Fitness Tracker. Wenn auch das Abnehmen eine Rolle spielt, dient regelmäßiges Wiegen der Kontrolle. Die Withings Body Cardio ist nicht nur eine intelligente Körperanalysewaage, sondern ein Eckpfeiler in Withings Ökosystem vernetzter Gesundheit. Ich habe mir das Produkt angeschaut und möchte euch darüber im Withings Body Cardio Test berichten.

Wenn man sich den Markt so anschaut, fällt einem ziemlich schnell die Marktdominanz von Garmin, Fitbit und Polar auf. Im Streben, dem anderen Marktanteile abzujagen, bringen die Unternehmen in immer kürzeren Zyklen neue Produkte bzw. Produktvarianten auf den Markt.

Auffällig dabei ist, dass sich die zuvorgenannten Unternehmen vornehmlich auf Produkte fokussieren, die das Verhalten der Nutzer ermitteln und dokumentieren. Die Folgen eines gesünderes Lebenstils, d.h. den Zustand (z.B. Gewichtsveränderungen) dokumentieren die Geräte nicht oder nur ansatzweise.

Ökosystem – Vernetzte Gesundheit

Withings fasst aus meiner Sicht das Verständnis ein bisschen weiter und bietet neben den Fitness Trackern Go, Steel, Steel HR und Pulse Ox auch Produkte an, die versuchen den Gesundheitszustand zu vermessen. Dazu gehören:

  • Withings Thermo – Kontaktloses Körperthermometer
  • Withings Blood Pressure Monitor – Kabelloses Blutdruckmessgerät
  • Withings Body – Körperanalyse WLAN-Waage
  • Withings Body Cardio – Herzgesundheit und Körperanalyse WLAN-Waage

Und die Daten aller dieser Geräte geben eben ein kompletteres Bild über den Gesundheitszustand, als z.B. die Herzfrequenz und die Anzahl der Schritte als Indikator für die Aktivitäten im Alltag. Wenn die Daten dann am Ende des Tages auch noch alle in einer Plattform integriert zur Verfügung stehen, lohnt es allemal, einen Blick darauf zu werfen.

Withings Body Cardio

Withings bietet schon seit einiger Zeit Körperanalysewaagen an, die die Messwerte kabellos an die App bzw. das eigene Withings Nutzerkonto übertragen. Die Produkte Body und Body Cardio sind die neuesten Modelle, die im letzten Jahr auf der IFA präsentiert wurden. Beide Modelle sind in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich. Für den Body Cardio Test hat mich die weiße Variante erreicht.

Unboxing und erster Eindruck

Noch bevor ich überhaupt die Waage in ihrer Verpackung in den Händen halten konnte, hat mich die Body Cardio bereits mit ihrem eigenen, hohen Gewicht überrascht. Ich muss gestehen, dass ich bereits den Withings Smart Body Analyzer zuhause habe und das Gewicht des Vorgängers fällt deutlich geringer aus. Wenn sich Wertigkeit im Gewicht niederschlägt, dann lässt das hoffen.

Withings Body Cardio

Withings Body Cardio – Verpackung (Vorderseite)

Die Withings Body Cardio steckt in einem Pappkarton, der nicht wesentlich größer ist, als die Waage selbst. Die Vorderseite wird vom Produktbild dominiert. Ansonsten sind nur wenige Informationen darauf zu finden. Anders gestaltet sich die Rückseite der Verpackung. Dort finden sich zahlreiche Hinweise zu Produkt und Funktionsumfang

Withings Body Cardio

Withings Body Cardio – Verpackung (Rückseite)

Ist die dünne Umverpackung erst einmal abgestreift, blickt man auf einen schneeweißen Karton, den nur das blaue Logo von Withings ziert.

Withings Body Cardio

Withings Body Cardio

Jetzt steht der ersten Begegnung mit der Withings Body Cardio nur das Hochklappen des Deckels im Wege. Direkt dahinter strahlt einen bereits die Körperanalyse-Waage mit ihrer Glasoberfläche an.

Withings Body Cardio

Withings Body Cardio

Fast übersehen hätte ich die kleine, schmale Pappschachtel, die das USB-Kabel mit Micro-USB-Anschluss beinhaltet. Die Batterien und Zusatzfüße (für die Verwendung der Waage auf Teppichboden), die die Vorgänger noch brauchten, sucht man bei der Body Cardio vergebens.

Die Zusatzfüße braucht es offenbar nicht mehr und statt der Batterien nutzt die Body Cardio einen integrierten Akku, der über das USB-Kabel und den USB-Anschluss an der rechten Seite der Waage geladen wird.

Withings Body Cardio - USB-Anschluss

Withings Body Cardio – USB-Anschluss

Die Verarbeitung der Waage lässt keine Wünsche offen. Die Glasoberfläche macht einen tadellosen Eindruck. Die Kanten sind rund geschliffen und durch das Streifen-Design vermag die Body Cardio das biedere Design mancher 0815-Waagen abzulegen. Die Abstände zwischen Glasplatte und Sockel sind gleichmäßig und der einzige Knopf zur Bedienung der Waage ist bündig und sauber eingelassen.

Vergleich: Body Cardio vs. Smart Body Analyzer

Vergleich: Body Cardio vs. Smart Body Analyzer

Verglichen mit dem Smart Body Analyzer erscheint das Weiß noch strahlender, die abgerundeten Ecken nehmen sich bei der Body Cardio hingegen etwas zurück. Hinsichtlich der Trittfläche sind beide Waagen exakt gleich groß, allerdings ist die Body Cardio deutlich weniger hoch und macht in meine Augen dadurch einen schickeren Eindruck.

Withings hat verstanden, dass es für einen ersten Eindruck keine zweite Chance gibt und der erste Eindruck vom Produkt ist ein wirklich guter.

Einrichten der Body Cardio

Nun will auch eine intelligente WLAN-Waage wie die Body Cardio eingerichtet werden und dazu braucht es die Health Mate App, die für iOS und Android kostenfrei zur Verfügung steht.

Zur Nutzung ist wie bei jedem anderen Hersteller ein Nutzerkonto notwendig, denn die Daten werden letztendlich in der Cloud gespeichert und können so von überall eingesehen werden (die richtigen Zugangsdaten vorausgesetzt).

Langes Drücken des Knopfes auf der rechten Seite versetzt die Waage in den, nennen wir es mal „Bluetooth-Kommunikations-Modus“, der das Einrichten über die Health Mate App erlaubt.

Die App beschreibt und illustriert die notwendigen Schritte zielführend. Viel braucht es nicht und am aufwendigsten ist vielleicht noch das Eintragen des WLAN-Schlüssels. Nach spätestens 5 Minuten ist die Sache erledigt.

Auf dem Display der Waage lässt sich der Status der Installation ablesen. Die Auflösung entspricht eher eine Dot-Matrix, was bei dem Umfang der angezeigten Informationen und dem Abstand zum Auge vernachlässigbar ist. Viel wichtiger ist, dass das Display schön hell ist, um auch im gut ausgeleuchteten Bad abgelesen zu werden.

Am Ende der Einrichtung lässt sich noch einstellen, welches Gewichtsziel man verfolgt und wie schnell die Gewichtsabnahme voranschreiten soll.

Funktionsumfang der Body Cardio

Die Withings Body Cardio auf eine Körperanalyse-Waage zu reduzieren würde weder dem Anspruch noch dem Leistungsumfang gerecht werden. Dennoch soll nicht unerwähnt bleiben, dass sie als Körperanalyse-Waage folgende Werte messen kann:

  • Gewicht
  • Knochenmasse
  • Muskelmasse
  • Wasseranteil
  • Fettanteil
  • Herzfrequenz

Die Messungen erfolgen bei mir ohne unerwartete Schwankungen und auf 100 Gramm genau. Ich bin sicher, dass es hier und da auch einmal einen Ausreißer geben wird. Für mich (und eigentlich auch jeden anderen) sollten die Tendenzen deutlich wichtiger sein und da fällt eine Messungenauigkeit nicht ins Gewicht.

Abgesehen von der Messung des Gewichts greift die Body Cardio auf die Bio-Impedanz-Analyse zurück, bei der ein schwacher Strom über die Kontaktflächen durch den Körper geleitet wird. Das merkt man nicht und schaden tut es auch nicht.

Anbindung per WLAN

Zunächst einmal ist die Body Cardio über das heimische WLAN mit dem Internet und damit mit den Servern von Withings verbunden. Wann immer ihr auf die Waage steigt, werden die ermittelten Daten per WLAN automatisch in eurem Nutzerkonto hinterlegt.

Das ganze passiert so unauffällig und zuverlässig, dass es nach einiger Zeit in Vergessenheit gerät. Und trotz der Verwendung des relativ energiehungrigen WLAN-Ansatzes nimmt der Akku davon kaum Notiz. Laut Hersteller sogar bis zu 12 Monate.

Erkennung von Personen

Bei mir zuhause bin ich nicht der Einzige, der sich morgens auf die Waage stellt. Von Vorteil zeigt sich hier die automagische Erkennung von Personen. Das funktioniert zuverlässig, sofern die Gewichtsschwankungen nicht zu groß ausfallen und man sich regelmäßig auf die Waage stellt. Das ganze funktioniert für bis zu 8 Personen und sollte damit für die meisten Haushalte ausreichen.

Ist die prozentuale Abweichung zwischen den Messungen zu groß, stellt Withings keine Verbindung zu einer der gespeicherten Nutzerprofile her und trägt folglich die Werte auch nicht ein.

Die Messung geht aber nicht verloren, sondern taucht in eine Liste unbekannter Personen auf. So lassen sich selbst Messungen nachträglich zuordnen, bei denen die automatische Erkennung versagt. Bisher ist mir das nur ein einziges Mal passiert, als ich zusammen mit meiner Tochter auf die Waage geklettert bin.

Baby-Modus

Apropos Tochter: Mit großer Erwartung habe ich dem Baby-Modus entgegen gefiebert. Im Rahmen dieser Funktion legt man ganz einfach ein Nutzerkonto für das eigene Kind an. Stellt man sich zunächst alleine und innerhalb von 5 Minuten mit dem Kind auf dem Arm auf die Waage, erkennt Withings dies (wenn das Kind zwischen 3 und 15 Kilo wiegt), berechnet die Differenz und trägt das Gewicht des Kindes in sein Konto ein.

Das tolle daran ist, dass die Kurve über die Empfehlungen der WHO gelegt, so dass man sehen kann, wie die Entwicklung des Kindes verläuft. Mag nach Spielerei klingen, für mich als Elternteil ist das aber eine ganz wichtige Funktion.

Nun kommt der Wehrmutstropfen: Bei mir funktioniert das ganze noch nicht. Obwohl die Funktion schon vor Monaten angekündigt wurde und auf Twitter und Facebook auch ordentlich Werbung dafür gemacht wird, verharrt meine Waage auf Firmware-Version 941.

Wenigstens lässt die Nachfrage beim Support über Twitter hoffen. Dieser antwortete innerhalb eines Tages, dass das Firmware etappenweise ausgerollt wird und ich mich noch ein wenig gedulden muss. Ein kleiner Minuspunkt für das fehlende Firmware-Update – ein großer Pluspunkt für den schnellen Service.

Schwangerschafts-Modus

Wenn es schon einen Baby-Modus gibt, soll auch die Schwangerschaft bedacht werden. So oder so ähnlich müssen die Gedanken bei Withings gewesen sein. Ist der Schwangerschaftsmodus aktiviert, erhält die Nutzerin nicht nur Tipps während der Schwangerschaft, sondern auch detailliertere Auswertungen hinsichtlich einer gesunden Gewichtszunahme. Da hier im Moment niemand schwanger ist, blieb die Funktion ungenutzt.

Pulswellengeschwindigkeit

Neben den o.g. Messwerte kann die Body Cardio auch noch einen Wert messen, der sich Pulswellengeschwindigkeit nennt. Auch hierbei handelt es sich um einen Indikator, wie es um die eigene Gesundheit bestellt ist und zwar um die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Dabei beschreibt der Wert, wie schnell sich das Blut ausgehend vom Herzen im Körper verteilt. Eine hohe Geschwindigkeit ist ein Indikator für wenig elastische Aterienwände, von denen man möglichst wenig haben sollte. Weil sich die Werte aufgrund eines gesünderen Lebensstils positiv verändern, ist dies eine weitere tolle Möglichkeit, die eigenen Gesundheit zu betrachten.

Mit diesem Messwert kann sich Withings deutlich von den anderen Anbietern am Markt absetzen.

Wetterbericht für den Tag

Ein nettes Gimmick ist die Anzeige von Temperatur und Wetter für den aktuellen Tag. So oft wie mich meine Frau morgens fragt, wie das Wetter wird und danach den Kleiderschrank sondiert, hat die Funktion definitiv ihre Daseinsberechtigung.

Verbindung zu anderen Diensten

Manche Hersteller horten die Daten ihrer Kunden wie einen Goldschatz. Niemand außer der eigenen Plattformen und Dienste darf drauf zugreifen. Bei Withings ist das anders. Eine ganze Reihe von Drittanbietern gewährt Withings Zugriff auf die Daten, wenn der Nutzer zustimmt. In der Regel werden dann die Daten mit den Drittanbietern synchronisiert, so dass der Kunde den größten Nutzen hat. Eben weil das eine Seltenheit ist, gehört Withings hier viel Lob und Anerkennung. Zu den unterstützen Diensten zählen:

  • MyFitnessPal
  • RunKeeper
  • Nike+
  • Nest

Fazit: Withings Body Cardio

Die Withings Body Cardio ist tolle Körperanalyse-Waage. Das tritt nicht nur für den großen und sinnvollen Funktionsumfang zu, sondern auch für das Design, die Haptik und Unterstützung durch die Health Mate App.

Während des Tests ist sie nicht einmal durch seltsames Verhalten aufgefallen. Einzig das fehlende Firmware-Update ist mir in Erinnerung geblieben. Ansonsten ist es jeden Tag eine Freude, auf die Waage zu steigen. Nicht unbedingt wegen des angezeigten Gewichts – aber eben auch.

Schon alleine hat die Body Cardio eine Menge zu bieten, entfaltet ihr volles Potential aber mit den anderen Lösungen von Withings – allen voran den Fitness Trackern. Die Sicht auf die eigene Gesundheit und den Zustand des Körpers ist schon interessant und bietet das Potential an den „Baustellen“ zu arbeiten. Natürlich muss man sich darauf einlassen. Ich gehöre auf jeden Fall zu denen, die sich das gerne anschauen und sich auch vor Augen führen, wenn etwas unternommen werden muss.

Für ca. 180 EUR (UVP) gehört die Body Cardio sicherlich zu den teureren Modellen am Markt, der Funktionsumfang und die Qualität rechtfertigen aber den Preis. Hält man sich vor Augen, dass es sich um einen Gebrauchs- und nicht Verbrauchsgegenstand handelt, sind die 180 EUR gut investiert.

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