Garmin Forerunner 70 / 170 – Sportuhren für Laufeinsteiger und Hobby-Sportler vorgestellt
Garmin hat sein ohnehin sehr umfangreiches Portfolio an Sportuhren für den Laufsport um drei neue Modelle erweitert. Die Forerunner 70 stellt künftig das kleinste Mitglied der Forerunner-Serie dar. Sie darf als Nachfolger der Forerunner 55 verstanden werden.
Die Forerunner 170 folgt der Forerunner 165 (Testbericht). Garmin bietet sie indes in zwei Varianten an: die Forerunner 170 und die Forerunner 170 Music.
Beide Serien bieten zahlreiche Funktionen, um das eigene Training strukturiert und zielorientiert zu unterstützen. Neben den täglichen Trainingsempfehlungen können mit der „Garmin Coach“ genannten Funktion strukturierte Trainingspläne genutzt werden. Für beide Modelle wurden besonders einsteigerfreundliche Pläne ergänzt. Und weil Menschen nun mal selten nach Schema F trainieren, passen sich die Trainingspläne aufgrund veränderter Leistungs- und Gesundheitsdaten automatisch an.
Trotz des Fokus auf den Laufsport beschränkt sich der Funktionsumfang nicht ausschließlich darauf, sodass die Modelle für eine Vielzahl von Sportarten genutzt werden können. Beide Uhren verfügen über 80 integrierte Sportprofile, um die allermeisten Aktivitäten aufzeichnen und dokumentieren zu können.
Gleichzeitig verfügen die Uhren über zahlreiche Funktionen und Metriken, die auch abseits des Sports sinnvolle Einblicke gewähren, u.a.:
- Activity Tracking
- Herzfrequenz / -variabilität
- Stressmonitoring
- Schlafphasen / -dauer
- Schlafphasenwecker
- Atemfrequenz
Beide Forerunner-Modelle sind nicht nur Sportuhren, sondern auch kleine Smartwatches und zeigen u.a. Benachrichtigungen, Wetterdaten, Kalendereinträge sowie Sonnenauf- und -untergangszeiten an.
Unterschiede zwischen Forerunner 70 und Forerunner 170
Auch wenn die Preisdifferenz zwischen Forerunner 70 und Forerunner 170 nur 50 Euro beträgt, weisen die Uhren starke Unterschiede beim Funktionsumfang auf.
| Forerunner 70 | Forerunner 170 | Forerunner 170 Music | |
|---|---|---|---|
| Sensoren | |||
| - barom. Höhenmesser | - | + | + |
| - Kompass | - | + | + |
| - Thermometer | - | + | + |
| - Gyroskop | - | + | + |
| Funktionen | |||
| - Running Power | - | + | + |
| - Bahntraining | - | + | + |
| - PacePro | - | + | + |
| - kontaktloses Bezahlen | - | + | + |
Mit dem barometrischen Höhenmesser gehen eine Reihe von Funktionen einher, die somit nur auf der Forerunner 170 zur Verfügung stehen. Dazu gehören u.a.:
- Erkennung gestiegener Etagen
- Höhenprofil
- Auf- / Abstieg
- Vertikalgeschwindigkeit
Trainingspläne und spezielle Metriken für den Radsport stehen ebenfalls nur auf der Forerunner 170 zur Verfügung, teilweise erst im Zusammenspiel mit externen Sensoren:
| Forerunner 70 | Forerunner 170 | Forerunner 170 Music | |
|---|---|---|---|
| Trainingspläne | - | + | + |
| Rundenleistung | - | + | + |
| ext. Leistungsmessern | - | + | + |
Auch beim Freiwasserschwimmen gibt es die Ermittlung von Distanz, Pace, Anzahl der Züge und Kalorienverbrauch nur mit der Forerunner 170. Gleiches gilt für das Speichern und Abspielen von Musik – hierfür braucht es sogar die Forerunner 170 Music, der dafür 4 GByte zur Verfügung stehen.
Das kleine 70er-Modell muss mit 512 MByte auskommen. Für Ziffernblätter, Apps und Aufzeichnungsdaten ist das aber mehr als genug Speicherplatz.
Worauf muss bei Forerunner 70 / 170 verzichtet werden?
Normalerweise verzichte ich auf Abschnitte, die beschreiben, was das eine oder andere Modell nicht kann. Weil sich aber in den letzten Monaten beim Wettbewerb eine Menge getan hat, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, was die Forerunner 70 und 170 vermissen lassen.
Offline-Kartenmaterial
Nachdem der Wettbewerb gezeigt hat, dass man auch in niedrig- und mittelpreisigen Uhren Offline-Karten mit entsprechender Funktionalität einbauen kann, schmerzt das Fehlen bei Garmin.
Ich verstehe, dass Kartenmaterial für Laufeinsteiger und Hobbyläufer vielleicht nicht zu den wichtigsten Aspekten zählt. Gleichzeitig muss sich Garmin aber die Frage gefallen lassen, warum nicht zum Konkurrenzprodukt gegriffen werden soll, das für einen sehr ähnlichen Preis diese Funktion bietet.
Und ganz ehrlich: Für mich sind Offline-Karten in vielen Situationen zum Gamechanger geworden. Nicht weil ich sie täglich nutze, sondern weil sie einfach Peace of Mind bieten.
Zur Einordnung: Auch ohne Kartenmaterial lassen sich Routen vorab auf die Uhr übertragen, sodass diese während Outdoor-Aktivitäten genutzt werden können. Die Uhren beschränken die Nutzung dann auf die Anzeige der Route und auf Abbiegehinweisen.
Dual-Band-GPS
Garmin verzichtet bei beiden Modellen auf die Unterstützung von Dual-Band-GPS. Das birgt das Risiko, dass die Standortbestimmung in herausfordernden Umgebungen (z.B. starke Bewaldung, enge und hohe Bebauung, Berge usw.) im Vergleich zu Dual-Band-GPS weniger genau ist.
In den allermeisten Situationen wird man davon aber keine Notiz nehmen und meiner Erfahrung nach gleichen sich die Abweichungen unterm Strich aus. Dennoch ist Dual-Band-GPS in der Preisklasse, in der sich Forerunner 70 und Forerunner 170 bewegen, fast schon Standard.
Gute Akkulaufzeiten
Bei den Akkulaufzeiten kann vor allem die kleine Forerunner 70 überzeugen, die im Betrieb als Smartwatch auf bis zu 13 Tage kommt. Sowohl die Standard- als auch die Music-Variante der Forerunner 170 kommen nur auf 10 Tage. Bei stets aktiviertem Display reduzieren sich die Laufzeiten auf 5 bzw. 4 Tage.
Für lange sportliche Aktivitäten stellen die kleinen Akkus ausreichend Leistung zur Verfügung und ermöglichen der Forerunner 70 bis zu 23 Stunden GPS-Tracking. Bei den Forerunner-170-Modellen ist der Akku bereits nach 20 Stunden leer.
Werden alle GNSS-Systeme genutzt, erreicht das kleine Modell bis zu 16 Stunden, die größere Forerunner 170 bis zu 14 Stunden.
Das sind deutliche Steigerungen im Vergleich zur Forerunner 165. Selbst das Premium-Modell Forerunner 970 kommt mit bis zu 15 Tagen im Smartwatch-Betrieb nicht auf deutlich bessere Werte. Nur bei der Nutzung GPS-unterstützter Technologien wie SatIQ lässt sich die Akkulaufzeit auf bis zu 26 Stunden erhöhen.
Verfügbarkeit und Preise
Die Forerunner 70 kostet ca. 250 €, die Forerunner 170 in der Standard-Variante ca. 300 €. Für die Forerunner 170 Music müssen nochmals 50 € mehr bezahlt werden.
Alle Modelle sollen ab dem 15. Mai in verschiedenen Farben bestellbar sein.




