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Fitness-Tracker, Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2017

Jawbone UP2 Test – Teil 2

Jawbone hat mir das UP2 zum Test bereitgestellt und nachdem ich vor 2 Wochen bereits im ersten Teil des Tests über das Armband und das Einrichten berichtet habe, wird es Zeit euch aus dem Alltag mit dem UP2 zu berichten.

Unauffälliges Schmuckstück

Die letzten zwei Wochen haben bestätigt, was ich mir bereits beim Ersteindruck gedacht habe: Das Jawbone UP2 wird von den meisten Mitmenschen gar nicht als Wearable wahrgenommen. Für die meisten ist es ein schicker Armreif von dem die wenigsten wissen, was sich dahinter verbirgt. Immerhin das Äußere des Fitness Trackers sorgt hin und wieder für ein Nachfragen, um was für ein modisches Accessoire es sich dabei handelt.

Unauffällig ist eines der wesentlichen Merkmale des UP2, denn ebenso wie es für Umstehende sehr zurückhaltend in Erscheinung tritt, wird es auch bei der Nutzung im Alltag selbst kaum wahrgenommen.

Aufgrund der Armbandgröße, die für Frauen deutlich besser geeignet ist als für Männer, unterstützt mich meine bessere Hälfte und trägt das Armband die meiste Zeit. Im Vergleich zum Fitbit Charge HR und zum Garmin vivofit gefällt ihr das UP2 noch am meisten, eben weil es nicht so präsent ist. Selbst in der Nacht stört es kaum und diese Aussage hat bei meiner besseren Hälfte definitiv Gewicht.

Top-Produkt oder große Enttäuschung

Ich gebe es zu, die Überschrift ist etwas reißerisch, aber im Kern trifft sie zu. Ich will es erklären: Je nachdem wie technikverliebt jemand ist, wird das UP2 eine große Enttäuschung oder das Top-Produkt schlechthin sein. Der Grund dafür ist die Möglichkeit der Interaktion mit dem Fitnessarmband, denn wenn man ehrlich ist, gibt es diese nicht.

Das Armband reagiert zwar auf doppeltes Antippen, aber das lasse ich als Interaktion mal nicht zählen, zeigt es im Ergebnis doch nur mit der verdeckten LED an, in welchem Modus es sich befindet.

Für Menschen wie mich, die ein bisschen mit dem Produkt spielen wollen, die ein paar Bedienelemente durchaus gut finden, denen hat das UP2 in diesem Aspekt wenig zu bieten. Es gibt aber auch den Nutzerkreis, die sich um die Bedienung des Fitness Trackers nicht kümmern wollen. Es soll einfach laufen und wenn es keine Knöpfe und Touchscreens dafür braucht, dann ist das aller Ehren wert.

Genauso zu diesem Menschenschlag gehört meine bessere Hälfte und deshalb ist das UP2 in ihren Augen hinsichtlich der Bedienung schon mal ein Top-Produkt. Das es für mich ein bisschen mehr Interaktion und Funktionen bereithalten könnte, hatte ich schon erwähnt.

Dieser Aspekt unterstreicht noch einmal die Ausrichtung des Jawbone UP2, das gar nicht versucht mit den hochgerüsteten Konkurrenten von Fitbit, Garmin und Co. in den Ring zu steigen. Seine Stärken liegen u.a. im Aussehen, in der unkomplizierten Handhabung und „bedienungslosen“ Nutzung und sicherlich auch in der Smartphone App, welche das volle Potential des UP2 erst erschließt.

Lila UP App

Da es über die Handhabung des UP2 nicht so viel zu berichten gibt, können wir uns problemlos der Smartphone-App zuwenden, die die Daten des UP2 aufbereitet und sinnvolle Form bringt. Zur Erinnerung, für die Modelle UP2, UP3 und auch das UP4 wird die lilafarbene App benötigt. Die blaue App, die sich ebenfalls für die relevanten Plattformen in den entsprechenden App Stores findet, ist für die betagten Modelle UP, UP24 und UP Move gedacht.







Dreh- und Angelpunkt ist das farbenfrohe Dashboard, das zuoberst die Zielerreichung der Anzahl an Schritten und Stunden Schlafes anzeigt. Darunter schließt sich die Chronik an, welche sämtliche relevante Informationen der letzten Tage und Wochen bereithält. Dazu gehören u.a.

  • Zusammenfassung des Tages: Anzahl der Schritte
  • Zusammenfassung des Tages: Bewegungen im Schlaf
  • Einzelaktivitäten des Tages
  • Tipps vom Smartcoach

Ich persönlich finde die Darstellung der Informationen ansprechend und so gegliedert, dass man den Inhalt schnell erfassen kann, ohne sich durch viel Text und Zahlen zu kämpfen.

Smartcoach klärt auf

Auf den ersten Blick hinderlich sind die vielen Tipps des Smartcoaches. Dabei handelt es sich um kleine Hinweise, wie der Alltag noch aktiver und gesünder gestaltet werden kann. Der Smartcoach nimmt dabei Bezug auf die von euch gelieferten Daten. Fällt z.B. der Schlaf der letzten Tage gering aus, klärt der Smartcoach über die Folgen auf und schlägt vor, mal wieder früher ins Bett zu gehen.

Nicht jeden interessieren diese Hinweise, die so allgemein gehalten sind, dass sie auf möglichst viele Nutzer zutreffen. Für Menschen, die ein gesteigertes Interesse an einem gesunden Leben haben, ist das wenig Neues dabei. Für andere mag es tatsächlich eine Hilfe sein. Immerhin kann man dem Smartcoach kenntlich machen, ob die Art der Information für einen selbst sinnvoll war oder eben nicht. Ich nehme an, dass mit der Zeit nur noch passende Hinweise auftauchen.

Neben den Verbesserungsvorschlägen präsentiert der Smartcoach jedoch auch Zusammenfassungen der letzten Tage und informiert, wenn bestimmte Durchschnittswerte von dir getoppt wurden. Das war für meine Frau schon mehrfach so motivierend, dass sie abends entweder noch durch die Wohnung spazierte oder wir noch eine Runde um die Häuser drehten, nur um das vom Smartcoach ausgerufene Ziel zu erreichen.

UP2 erkennt eigenständig Aktivitäten

Schaut man sich so die Chronik in der App an, stellt man fest, dass das UP2 ziemlich sicher Aktivitäten erkennt, die außerhalb des normalen Rhythmus liegen bzw. vom Normalen so abweicht, dass es mal lieber nachfragt, um was für eine Art Aktivität es sich dabei handelt.










Nur ein Fingertipp weiter und man kann die Aktivität genauer beschreiben. Das heißt zum einen einstellen, um welche Art der Aktivität es sich handelt. Jawbone bietet 18 verschiedene Sportarten, die jeweils mit dem Grad der Anstrengung und der Dauer näher beschrieben werden können.

Zuletzt gibt es noch die Zusammenfassung eines Tages, die wieder sehr gelungen zeigt, wie fit ihr den Alltag bestritten habt.

Überwachung des Schlafs mit kleinen Fehlern

Mit seinem Beschleunigungssensor hat das Jawbone UP2 natürlich alle Mittel an Bord, um auch die Bewegungen im Schlaf aufzuzeichnen und basierend darauf auf die unterschiedlichen Schlafphasen zu schließen. Das funktioniert weitestgehend sehr gut und wenn man sich am Morgen die Grafik anschaut, stimmt die eigene Wahrnehmung und das gemessene Schlafverhalten meist überein.




Hin und wieder erlaubt sich das UP2 jedoch einen Patzer. Obwohl es die ganze Nacht getragen wurde, hat es nur etwas mehr als 3 Stunden Schlaf registriert. Leider scheint auch der Smartcoach manchmal mit der Zählung durcheinander zu kommen und schlägt dann relativ abstruse Tipps vor. Das ist aber bislang aber eine Ausnahme.

Das sanfte Wecken ist so eine Sache für sich. Wenn man zu den Menschen gehört, die so gar nicht gerne morgens geweckt werden, dann ist es ziemlich egal, ob das durch die sanfte Variante mittels Armband passiert oder durch den Lichtwecker. Beides sind vergleichsweise dezente Methoden zum Aufwachen und doch bleibt es dabei: Aufstehen am Morgen ist doof. Dem UP2 kann ich jedoch bescheinigen, dass es innerhalb eines Zeitfensters zu unterschiedlichen Zeiten anfängt zu vibrieren und somit versucht den besten Zeitpunkt abzupassen.

Unabhängig davon, ob Gewecktwerden jetzt toll ist oder nicht, der Vibrationsalarm ist so leise, dass der Partner davon nichts mitbekommt. Die Stärke der Vibration ist für mich allemal ausreichend, um davon aufzuwachen. Ich möchte aber nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass es Personen gibt, bei denen es nicht funktioniert.

Stille Wasser sind tief

So oder so ähnlich ging es mir, als ich mir die App des Jawbone UP2 angeschaut habe. Eigentlich hatte ich gar nicht mit so einem umfangreichen Informationsangebot gerechnet, wo doch das Armband sehr zurückhaltend auftritt. Doch die App hat inhaltlich viel zu bieten.

Die App ist wirklich gelungen und zeigt, wie Informationen ansprechend und zielgerichtet aufbereitet werden können. Nicht bei allen Herstellern ist es selbstverständlich, dass die App reibungslos auf den Endgeräten stabil und schnell läuft. Ergänzend kommt hinzu, dass die Anwendung schön übersichtlich gehalten ist und man sich nicht in irgendwelchen Menüs und Wischfolgen verliert.

Firmware-Update optimiert die Schrittzählung

Am Wochenende hat die Smartphone-App gemeldet, dass für das Fitnessarmband ein Firmware-Update vorliegt. Da es sich bei der Firmware um das Betriebssystem des Fitness Trackers handelt, bringt ein Update in der Regel Fehlerbehebungen, Optimierungen bestehender Funktionen oder Funktionserweiterungen mit sich. Ich persönlich freue mich immer, wenn neue Firmware-Versionen für beliebige Geräte veröffentlicht wird.

Die Version vom Wochenende hat allerdings nur eine kleine Verbesserung, nämlich die Optimierung des Schrittzählung, mitgebracht.

Das Aufspielen auf das Armband hat vergleichsweise lange gedauert. Da die Updates zwar regelmäßig, aber nicht wöchentlich kommen, darf das Übertragen der Firmware und das Installieren auch einmal einen Moment dauern. Gleichzeitig zeigt es aber, dass Jawbone das Feedback der Nutzer ernst nimmt und die Funktionen und Genauigkeit der Produkte versucht, fortwährend zu verbessern.

Fazit

Der Jawbone UP2 Test neigt sich dem Ende und was ich bisher gesehen habe, ist ein grundsolides Produkt, dass sich auf eine bestimmte Zielgruppe fokussiert hat. Modisch bewusste Frauen werden wohl eher dazu gehören, als männliche Nutzer. Mir persönlich ist das Armband zu filigran, als dass es an meinem Handgelenk wirken würde. Bei meiner Frau sieht das schon ganz anders aus. Zu ihr passt das Armband optisch einfach deutlich besser.

Hinzu kommen die einfache Bedienung von Armband und App. Beides Aspekte, die in die Kategorie „Rundum-Sorglos“ einzuordnen sind. Mein Gefühl sagt mir, dass es auch dieser „Rundum-Sorglos“-Vorteil ist, der von vielen Frauen geschätzt wird, auch wenn das nicht bedeuten soll, dass Frauen weniger Freude an Technik haben.

Das UP2 ist für einen moderaten Preis von ca. 105 EUR (Stand: 03.01.2016) erhältlich. Für nur etwa 70 EUR ist die ältere Version des UP2 erhältlich, welches optisch ein bisschen breiter daherkommt, aber im Wesentlichen über die gleiche Technik verfügt.


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