Fitness Tracker Test

Fitnessarmband, Puls- & Sportuhren Vergleich 2021

Garmin Fenix 7 – Wissenswertes, LTE und ein erster Blick

Garmin bringt mit der fēnix 7 eine Reihe neuer Outdoor-Sportuhren auf den Markt. Eine ähnliche Meldung haben sich wohl viele für den Herbst 2021 gewünscht und gemessen an den Release-Terminen der fēnix 6 wäre das nicht einmal unwahrscheinlich gewesen.

Nun neigt sich das Jahr 2021 dem Ende zu und außer ein paar Wünschen und kolportierten Terminen war von der fēnix 7 bisher wenig zu sehen. Weder voreilige Online-Shops noch die Support-Seiten des Herstellers haben Infos über die neue Premium-GPS-Sportuhr preisgegeben. Nun sind jedoch bei der US-Zulassungsbehörde FCC Unterlagen aufgetaucht, die doch sehr nach fēnix 7 aussehen.

Erste konkrete Infos durch die FCC

Bevor in den USA elektronisches Gerät in den Handel kommen, durchlaufen sie in der Regel die behördliche Prüfung der FCC. Das gilt insbesondere für Wearables, die oft genug WLAN, Bluetooth und NFC nutzen. Weil die FCC einen Teil der Dokumente des Prüfungsprozesses online stellt, bevor die Produkte überhaupt angekündigt sind, finden sich hier oftmals die ersten konkreten Informationen zu neuen Produkten. Zwar nennt die FCC nie den Namen der geprüften Produkte, aber mit ein bisschen Gedankenkraft lässt sich das ein oder andere ablesen.

Am 3. Dezember wurden zwei neue Produkte (IPH-A04110 und IPH-04111) bei der FCC gelistet, die ich der fenix 7 zuordne. Meine Gründe hierfür sind:

  • Unterstützung von Wi-Fi, Bluetooth LE, NFC und ANT+
  • Beschreibung, um die FCC-Informationen auf dem Gerät anzuzeigen
  • Vertraulichkeit weiterer Dokumente endet am 6. Januar 2022

Obwohl die ersten beiden Punkte wahrscheinlich auf eine ganze Reihe von Garmin-Produkten zutreffen, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass es sich um die fenix 7 handelt, denn

  • zwei Einträge, die hinsichtlich der Antragsnummer und des beschriebenen Produkts so nahe beieinander liegen, deuten normalerweise auf Varianten desselben Produkts hin. In diesem Fall wären es die fenix 7 und die fenix 7S bzw. deren Solarvarianten. Natürlich gibt es auch andere „Doppeleinträge“, aber die habe ich einfach anderen Produkten zugeordnet.
  • Weitere Unterlagen (u.a. das Benutzerhandbuch) unterliegen bis zum 6. Januar 2022 der Geheimhaltung. Die CES in Las Vegas beginnt am 5. Januar 2022. Ein Zufall? Wohl eher nicht.

Garmin fēnix 7 - Release zur CES 2022?

Garmin präsentiert seine wichtigsten Produkte oftmals im Frühlich oder im Herbst. Dazu hat das Unternehmen in den letzten Jahren gerne den Rahmen der IFA in Berlin genutzt, um z.B. die fēnix 6 und die erste Generation der Venu vorzustellen. In diesem Jahr ist die IFA Pandemie bedingt ausgefallen und somit auch ein gewohntes Setting für einen Produkt-Launch.

Werfen wir einen Blick zurück – die Modelle der fēnix 6 hat Garmin in zwei Staffeln präsentiert:

ZeitpunktModell
Q1 / 2017fēnix 5
Q3 / 2018fēnix 5 Plus
Q1 / 2019[geplanter Launch der fēnix 6]
Q3 / 2019fēnix 6
Q1 / 2020fēnix 6 (Solar-Variante für 6 und 6S)

Gemessen an dem Rhythmus hätte ein Produkt-Launch der fēnix 7 im Herbst 2021 durchaus Sinn ergeben.

Mittlerweile ist fest davon auszugehen, dass die fēnix 7 in 2021 nicht mehr das Licht der Welt erblickt. Das nächste große Event, welches als Rahmen dienen könnte ist die Anfang Januar beginnende CES in Las Vegas. Garmin wäre dann wieder im Release-Modus Frühjahr / Herbst.

Ich würde die Veranstaltung nicht als maßgeblich ansehen, denn in der Flut von Produktvorstellungen geht der mediale Fokus häufig verloren. Das weiß auch Garmin und möchte seinem Premium-Produkt sicherlich das größte Maß an Aufmerksamkeit zusichern bekommen. Ob nun kurz vor der CES, während der CES oder kurz danach, auf ein Release in Q1’22 sollten wir und einstimmen können.

Garmin fēnix 7 oder doch etwas anderes?

Schaut man sich im Netz um, findet man Stand heute so gut wie keine Informationen zur fēnix 7. Wenn man etwas findet, dann sind es meist Umschreibungen einer idealisierte fēnix 7. Wer genau hinschaut, der findet jedoch ein paar Informationen, die gut zu einer fēnix 7 passen.

Im Internet ist mir ein Bild über den Weg gelaufen, dass offensichtlich ein fēnix-Modell zeigt. Ich habe es aber weder fēnix 5 noch fēnix 6 zuordnen können. Auch die sehr ähnlichen tactix-Modelle sehen alle zwar ähnlich, aber dennoch anders aus. Nehmen wir als Arbeitshypothese einmal an, dass es sich um eine fēnix 7 Solar handelt.

Garmin Fenix 6 vs. unbekanntes Modell

Garmin Fenix 6 Solar vs. unbekanntes Modell (Quelle: Garmin)

Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und das Bild hälftig mit einer fēnix 6 Solar zu vergleichen. Die grüne Markierung habe ich zweckes besseren Vergleich hinzugefügt. Es gibt drei Punkte, die recht schnell deutlich werden:

  • Größerer Solar-Bereich
  • Schmalere Einfassung
  • Versetzung der markanten Schrauben zum Armband hin

Am klassischen Aufbau hingegen ändert sich wenig. Gleichwohl wirkt die fēnix 7 etwas schlichter und optisch leichtgewichtiger. Abgesehen davon scheinen die Maße der fēnix 7 denen der fēnix 6 sehr ähnlich, wenn nicht identisch zu sein. Die Tiefe lässt sich auf den Bildern allerdings nicht erkennen.

Berücksichtigt, dass es bislang keine weiteren Bilder gibt und es sich u.U. um Gedankenspiel, im schlimmsten Fall um groben Unfug handelt. Wie viel Wahrheit dran ist, wird erst die offizielle Ankündigung von Garmin zeigen.

Garmin fēnix 7 - Fakten und Fiktion

Neben den Unterlagen der FCC und dem Bild einer unbekannten Uhr von Garmin gibt es bislang wenig Informationen zur fēnix 7 zu finden. Bei den meisten Inhalten handelt es sich um Beschreibungen einer idealisierten fēnix 7 – Wunschzettel sozusagen. Ich habe euch die Themen einmal zusammengetragen und um meine eigene Sichtweise ergänzt.

Schlankeres Design

Ganz oben auf der Liste steht die Überarbeitung des Design. Keine Frage, die fēnix ist eine Outdoor-Sportuhr und darf entsprechend ein bisschen robuster aussehen. Sollte sie aber den Spagat zwischen Alltag und Alpen hinbekommen, sie würde noch einmal mehr Interessenten für sich begeistern können.

Ein schlankeres Design würde nicht nur auf die optischen Aspekte, sondern auch auf das Gewicht und die Handlichkeit der Uhr einzahlen. Beides sind Punkte, die selbst bei der kleinen 6S noch präsent sind und sie für manche Situationen einfach ungeeignet machen.

Längere Akkulaufzeiten

Den Modellen der fēnix 6 gemein sind ihre tollen Akkulaufzeiten. Dabei stechen die Solar-Modelle mit der Wandlung von Sonnenlicht zu Energie mit deutlich längeren Laufzeiten hevor – eine hohe Sonneneinstrahlung vorausgesetzt.

Sollte die fēnix 7 wirklich die größere Solarfläche besitzen, würde das für

  • nochmals gesteigerte Akkulaufzeiten bei gleichem Funktionsumfang
  • gleiche Akkulaufzeiten bei deutlich gesteigertem Funktionsumfang

sorgen. Weil das sicherlich beides Extreme sind, wird die Wahrheit irgendwo dazwischen liegen.

Solar wird zum Standard und verabschiedet Basic- und Pro-Modelle

Die Solartechnik hat Garmin mit der fēnix 6X Solar eingeführt und erst später den kleinere Modelle zugängig gemacht. Die Technik hat sich als tragfähig erwiesen und hat mittlerweile ihren Platz in der Instinct Solar und der tactix Delta Solar gefunden. Es wäre für mich nicht überraschend, wenn Garmin die Solartechnik bei der fēnix 7 in die Breite trägt. Ebenso wenig würde es mich überraschen, wenn Garmin auf die Unterscheidung von Basic- und Pro-Modellen verzichtet – die Produktvarianz wäre schlichtweg zu groß.

Werden alle Uhren der neuen Generation dann mit Solar-Technik ausgestattet sein? Da bin ich mir unschlüssig und vermute eher, dass es für den (preislichen günstigeren) Einstieg weiterhin Non-Solar-Modelle ggf. mit etwas reduziertem Funktionsumfang geben wird. Die Solar-Modelle bieten hingegen den vollen Funktionsumfang.

Unstrittig ist, dass die Modelle erneut in drei Größen erscheinen werden.

Unterstützung von Dual-Frequency GNSS

Garmin nutzt in seinen aktuellen Sportuhren Chips von Sony zur Auswertung von GPS-Signalen (und natürlich auch GLONASS, Galileo und Co.). Vor rund einem Jahr hat Sony einen neuen, hochpräzisen GNSS-Empfänger für IoT-Geräte und Wearables angekündigt, der statt einer Frequenz derer zwei nutzen kann. Die Folge ist eine genauere und zuverlässigere Positionsbestimmung, inbesondere in schwierigen Situationen. Der neue Chip würde somit perfekt zur fēnix 7 passen.

Warum ist die Unterstützung von mehreren Frequenzen so wichtig? GNSS funktionieren am besten, wenn es keine Hindernisse zwischen dem vom Satelliten gesendeten und dem von der Uhr empfangenen Signal gibt. Blicken wir uns um, stellen wir fest, dass mit Felsen, Bäumen und Gebäuden zahlreiche Hindernisse dem entgegenstehen.

Diese Hindernisse sind es, die das Positionssignal reflektieren können – manche mehr, manche weniger. In jedem Fall verursachen sie Multi-Path-Fehler (d.h. das Signal kommt nicht auf dem direkten Weg zum Empfänger), die die Genauigkeit der Positionsbestimmung verringern.

Wenn man zwei Signale auf unterschiedlichen Frequenzen empfängt, ist es möglich, die Multi-Path-Fehler teilweise auszugleichen.

LTE-Unterstützung

Als Outdoor-Sportuhr würde der fēnix 7 die LTE-Unterstützung gut zu Gesicht stehen, auch wenn der Einsatz auf Gegenden begrenzt wäre, in denen LTE-Empfang gewährleistet ist.

Irgendwie wäre es ein Widerspruch in sich: Einerseits muss das Top-Modell alle Features auf sich vereinen, andererseits ist LTE nicht in allen Situationen einsetzbar, für die die fēnix 7 geschaffen ist.

Ich wäre vorsichtig, was die Unterstützung von LTE angeht. Nicht auszuschließen, aber in meinen Augen auch nicht sehr wahrscheinlich.

UPDATE: Steht hinter den kürzlich bei der FCC gelisteten Unterlagen wirklich die fēnix 7, geht aus ihnen hervor, dass die Uhr keinen Support für LTE bietet. Das dort beschriebene Wearable funkt nur mit WLAN, Bluetooth LE, NFC und ANT+.

AMOLED-Display

Garmin hat mit der Venu 2 eindrucksvoll gezeigt, dass sich AMOLED-Display und gute Akkulaufzeiten nicht zwingend gegeneinander ausschließen. Was wäre nun, wenn ein neues fēnix-Modell mit AMOLED-Display aufwarten würde? Es würde sicherlich eine Menge an Leuten begeistern, denen das transflektive MIP-Display der fēnix 6 zu dunkel und zu wenig kontrastreich ist.

Ein AMOLED-Display wäre hochauflösender, deutlich bunter, kontrastreicher und gefühlt auch schneller im Bildaufbau. Der Akkuverbrauch wäre aber auch signifikant höher, erst recht bei Aktivierung eines Always-On-Modus. Trotz aller Vorteile würde ein AMOLED-Display am Alleinstellungsmerkmal der fēnix – nämlich der langen Akkulaufzeit – nagen.

Darüber hinaus kann das AMOLED-Display dem transflektiven Display nicht das Wasser reichen, wenn es um die Ablesbarkeit im direkten Sonnenlicht geht.

In meinen Augen spricht viel dafür, dass Garmin es beim transflektiven Display belassen wird – zumindest bei den meisten der neuen Modelle. Am Horizont zeichnet sich mit der Epix 2 ein weitere Produktentwicklung ab, die für ein AMOLED-Display geeigneter erscheint.

Touch-Display

Dass Garmin der fēnix 7 ein Touch-Display spendiert, scheint deutlich realistischer als die Gedankenspiele um eine AMOLED-Display zu sein. Gleichzeitig bliebe die bekannte 5-Button-Steuerung bestehen und die Bedienung per Touch wäre als eine sinnvolle Ergänzung im Alltag zu sehen. Bei Feuchtigkeit funktionieren Touch-Display selten gut. Dabei ist egal, ob die Feuchtigkeit von verschwitzten Fingen oder durch Tropen von oben verursacht wird.

Während des Sports ist die Bedienung per Tasten meiner Erfahrung nach immer noch der beste Ansatz. Selbst wenn Garmin die Bedienung mit feuchten Fingern in den Griff bekommen sollte, Tasten lassen sich einfach schneller finden und in der Bewegung leichter bedienen.

Garmin Elevate V4

Mit der Venu 2 (Testbericht) hat Garmin erstmals Version 4 seines Elevate genannten optischen Sensors zur Messung von Herzfrequenz, HF-Variabilität und Blutsauerstoffsättigung (SpO2) verbaut. Auch in der Forerunner 945 LTE befindet sich die neue Technik mittlerweile wieder.

Vorteil des aktuellen Sensors ist die deutliche Leistungssteigerung bei der Messung des SpO2-Wertes. Dabei geht der Sensor nicht nur schneller, sondern auch deutlich stromsparender vor. Messungen erfolgen nun über den ganzen Tag verteilt, während die vorherigen Generationen die Messungen nur nachts durchführen konnten, um dem Akku nicht zu sehr zuzusetzen.

Ziemlich sicher ist, dass der Elevate V4-Sensor auch in der fēnix 7 verbaut ist.

Mehr Metriken, Sport- und Gesundheits-Features

Mit der Übernahme von Firstbeat hat sich Garmin nicht nur langfristig den Zugriff auf gesundheits- und sportbezogene Metriken gesichert, sondern andere Marktteilnehmer ausgeschlossen.

Zu erwartende Konsequenz ist, dass Garmin diesen Vorteil und die gewonnene Expertise ausnutzt und die eigenen Produkte mit weiteren Datenerhebungen und Auswertungen ausstattet.

So fehlt Garmin noch die Leistungsmessung am Handgelenk, die Coros und Polar bereits seit einiger Zeit im Angebot haben.

Garmin fēnix 7 - Mit welchen Modellen ist zu rechnen?

  • fēnix 7S
  • fēnix 7S Solar
  • fēnix 7S Sapphire Solar
  • fēnix 7
  • fēnix 7 Solar
  • fēnix 7 Sapphire Solar
  • fēnix 7X
  • fēnix 7X Sapphire Solar

Wie eingangs beschrieben wird auch das neue Modell aller Voraussicht nach in drei unterschiedlichen Größen erscheinen. Die Unterscheidung zwischen Basic- und Pro-Modellen wird wahrscheinlich verschwinden. Die Non-Solar-Modelle bilden den Einstieg, die Solar-Modelle werden zum Standard und in der jeweiligen Premium-Version gibt es die Sapphire Solar. Auch das wäre eine Neuerung gegenüber der fēnix 6, die bisher keine Kombination aus Saphirglas und Solartechnik bot.

Garmin fēnix 7 - Lohnt das Warten?

Bereits jetzt finden sich Interessenten, die die Frage nach Kauf oder Abwarten umtreibt. Das ist bei weitem keine leichte Entscheidung, denn die fēnix 6 findet sich häufig mit neuen Tiefstpreisen in Form diverser Angebote wieder.

Garmin fenix 6X Pro
UVP: 699,99 €
Angebot: 488,99 €
Garmin fenix 6 Pro
UVP: 649,99 €
Angebot: 409,99 €
Garmin fenix 6S Pro
UVP: 649,99 €
Angebot: 437,99 €
Garmin Fenix 6X Pro Solar
UVP: 1.049,99 €
Angebot: 739,00 €
Garmin fenix 6 Solar
UVP: 699,99 €
Angebot: 488,99 €
Garmin fenix 6S Solar
UVP: 699,99 €
Angebot: 471,00 €

(Stand: 24.11.2021 21:00 Uhr)

Vor Weihnachten werden sich die Angebote sicher noch einmal häufen, auch wenn die fēnix 6 weiterhin kein Schnäppchen werden wird.

Ob das Warten lohnt hängt vornehmlich davon ab, was man von der fēnix 7 erwartet. Erfüllt die fēnix 6 bereits alle Erwartungen, kann getrost zu einem der Angebote gegriffen werden.

Sind Lücken im Leistungsangebot der fēnix 6 vorhanden und die berechtigte Hoffnung vorhanden, dass diese mit der fēnix 7 geschlossen werden, lohnt das Warten bis zum kommenden Frühjahr.

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