Huawei Watch Fit 5 & Watch Fit 5 Pro im Test
Huawei hat kürzlich mit der Watch Fit 5 und Watch Fit 5 Pro zwei neue, sportliche Smartwatches vorgestellt, die an den Erfolg der Vorgängermodelle anknüpfen sollen. Ich hatte die Chance beide Modelle auf Herz und Nieren zu testen.
Ziemlich genau im Jahrestakt veröffentlicht Huawei die neuen Modelle der Watch-Fit-Reihe. Nach dem Release der Watch Fit 3 im Mai ’23 und der Watch Fit 4 im Mai ’25 war die Ankündigung der Watch Fit 5 vor wenigen Wochen wenig überraschend.
Die Watch-Fit-Reihe – einst als Ergänzung zu den Fitnessarmbändern ohne GPS gestartet – hat sich über die Jahre zu einer ernstzunehmenden Smartwatch entwickelt. Wie sehr, zeige ich euch im Folgenden.
Huawei Watch Fit 5 im Vergleich
| Watch Fit 5 | Watch Fit 5 Pro | |
|---|---|---|
| Display | AMOLED | AMOLED |
| Displaygröße | 1,82" | 1,92" |
| Auflösung | PPI | 480 × 408 | 346 | 480 × 408 | 328 |
| max. Helligkeit | 2.500 Nits | 3.000 Nits |
| Abmessungen | 42,9 × 38,2 × 9,5 mm | 44,5 × 40,8 × 9,5 mm |
| Gewicht | 27 g ohne Armband | 30 g ohne Armband |
| Material (Lünette) | Aluminium | Titan |
| Material (Gehäuse) | Aluminium | Aluminium |
Sowohl das Standard- als auch das Pro-Modell orientieren sich optisch stark am Vorgänger. Die Abmessungen sind nahezu identisch, auch wenn sich die Watch Fit 5 Pro im Vergleich zum Vorgänger mit 1,92″ ein 0,1″ größeres Display gönnt. Bei den Standard-Modellen ist das Display weiterhin 1,82″ groß.
Alle Displays bieten eine Auflösung von 480 x 408 Pixeln, was bei 1,82″ einer Pixeldichte von 346 PPI, bei 1,92″ einer Pixeldichte von 328 PPI entspricht.
Ästheten werden die schmaleren und gleichmäßigeren Displayränder begrüßen. Bei der Watch Fit 4 sah das noch anders aus. Infolgedessen steigt die Screen-Body-Ratio, d.h. das Verhältnis zwischen Display und Gesamtgröße des Gehäuses, auf 83 Prozent. Beim Vorgänger waren es nur 79 Prozent und selbst die Apple Watch 11 kommt nur auf 78 Prozent.
Den größten technischen Unterschied zum Vorgänger kann man beim Akku ausmachen, der mit 471 mAh gegenüber den 400 mAh deutlich gewachsen ist. Wie sich das auf die Laufzeiten auswirkt, dazu später mehr.
Der Wechsel von Bluetooth 5.2 auf 6.0 hat in der Praxis keine Relevanz.
Unboxing und erster Eindruck
Wie in den Jahren zuvor vertreibt Huawei die Watch Fit 5 / 5 Pro in einer schneeweißen Pappschachtel aus festen Karton. Neben Produktfoto und -namen lässt sich wenig auf der Verpackung wenig Informativen finden. Dafür gibt es ja aber Berichte, wie diesen hier.
In dem Karton findet sich
- Huawei Watch Fit 5
- Ladeschale mit USB-A Stecker
- Schnellstartanleitung
- Garantieinformationen
Da ist nichts Unerwartetes dabei und dennoch stellen sich mir bei beiden Watch Fit 5 Produkten zwei Fragen:
- Warum nutzt die Ladeschale noch einen fest verbauten USB-A-Stecker?
- Wer in aller Welt braucht die knapp 200 Seiten Schnellstartanleitung in unterschiedlichsten Sprachen? Die Garantieinformationen kommen immerhin mit knapp 70 Seiten aus.
Die Ladeschale hinterlässt dennoch einen sehr ordentlichen Eindruck, weil sie deutlich schwerer ist als die allermeisten Pendants der Konkurrenz. Was nach einer Nebensächlichkeit klingt, ist für alle jene wichtig, die bisher mit Ladeschale zu kämpfen hatte, bei denen die ladende Uhr aus der Schale rutschte, sobald man gegen das Kabel gekommen ist – Magnet hin oder her. Zurück zur Uhr…

Viele Hersteller überbieten sich mit immer größer werdenden Displays. Da macht das 1,82″ bzw. 1,92″ große Display der Watch Fit 5 und der Watch Fit 5 Pro einen überraschend frischen Eindruck.
Was sofort ins Auge fällt ist, wie schmal das Profil beider Modelle ist. Ja, der PPG-Sensor steht ein wenig aus dem Uhrengehäuse raus, ist aber nicht zu sehen, wenn sich die Uhr am Handgelenk befindet – dann sieht die Uhr verdammt dünn und schick auf.
Persönlich gefällt mir das gebürstete Aluminium des Standard-Modells noch ein bisschen besser als das schwarze Gehäuse der Watch Fit 5 Pro. Das soll aber jeder für sich entscheiden.
An der Unterseite der beiden Uhren zeigen sich kleine Unterschiede, da das Pro-Modell für die EKG-Messungen mit zusätzlichen Elektroden ausgestattet ist, die den PPG-Sensor einfassen.
Das tolle Auftreten der Uhren wird in meinen Augen ein wenig durch die Armbänder geschmälert. Sie sind bei Weitem nicht schlecht, angenehm flexibel und ziehen zum Glück kein Staub an, wirklich hochwertig wirken sie aber eben auch nicht. Weil Huawei weiterhin auf einen proprietären Anschluss setzt, ist die Auswahl an Ersatzarmbändern ein wenig eingeschränkt. Wichtig zu wissen: Huawei bietet beide Modell auch mit Textilarmbändern an, die meiner Erfahrung nach für deutlich weniger Hautirritationen sorgen.
Display – Hell, knackig und farbenfroh
Zu den großen Pluspunkten der Uhren zählen die überragenden Displays. Fairerweise bietet auch der Wettbewerb mittlerweile durchweg sehr gute Display, was die Leistung der Huawei-Modelle nicht schmälern soll.
Mit 2.500 Nits beim Standard-Modell bzw. 3.000 Nits beim Pro-Modell leuchten beide Displays so hell hell, dass sie auch im Sonnenlicht gut ablesbar sind. Vor diesem Hintergrund ist jedoch auch dringend angeraten, die automatische Helligkeitssteuerung zu aktivieren, um den Frieden in Kino oder Schlafzimmer zu wahren. Die Pro-Ausführung nutzt das etwas sparsamere LTPO-Display, das Bildwiederholraten zwischen 1 und 60 Hz zulässt. Im Alltag merkt man davon aber als Nutzer nichts.
Interagiert man mittels Touch mit der Uhr, reagiert das Display schnell und ohne spürbare Verzögerung. Da macht der Erkunden der Funktionen der Uhr schon großen Spaß.
Bei Nutzung des Always-On-Modus dunkelt das Display noch einmal deutlich ab, zeigt aber abhängig vom Watchface durchaus noch Inhalte mit recht großem Farbumfang an. Das handhaben andere Hersteller ganz anders und reduzieren die Informationen nahezu auf Strichzeichnungen mit nur wenigen Farben.
Um ganz ehrlich zu sein: Schickere Always-On-Watches habe ich bei keinem anderen Hersteller finden können.
Funktionen der Watch Fit 5
Man muss sich nichts vormachen, denn trotz des relativ günstigen Preises handelt es sich bei der Watch Fit 5 und Watch Fit 5 Pro um erwachsene Smartwatches. Entsprechend umfangreich sind auch die Funktionen, die beide Uhren anbieten. Wie immer unterteile ich diese in Funktionen für den Alltag, Funktionen für die Gesundheit und Funktionen für den Sport.
Bevor wir einen detaillierten Blick auf die Funktionen werfen, vielleicht ein paar Gedanken zu allgemeinen Bedienung.
Allgemeine Bedienung / Huawei Health App
Watch Fit 5 und Watch Fit 5 Pro werden über das Touch-Display und die beiden Buttons bzw. die Krone bedient. Das Prinzip ist bewährt und einfach:
- Kurzes Drücken des oberen Buttons
Durch kurzes Drücken der Krone bzw. des oberen Buttons öffnet sich das App-Menü, sofern man sich auf dem Watchface befindet. Befindet man sich hingegen in einer App oder einem Menü, führt ein Drücken auf das Watchface zurück. - Langes Drücken des oberen Knopfes
Wird der oberen Knopf lange gedrückt, öffnet sich eine Art Anwendungsmanager, der alle laufenden Apps mit Vorschaubild anzeigt. Laufende Anwendungen können hier beendet werden. - Kurzes Drücken des unteren Buttons
Bei einem kurzen Druck auf den unteren Button öffnet sich die Sport-App. Dem Button können über die Einstellungen jedoch auch andere Funktionen zugewiesen werden. Wird der Button 2x kurz gedrückt, öffnet sich die Liste der Payment-Apps.
Ein bisschen verwirrend ist, dass der untere Button innerhalb von Apps auch zur Auswahl bzw. zum Bestätigen genutzt werden kann. In der Sport-App wählt er z.B. den mittleren Eintrag in der Liste der Sportarten aus und startet bei erneutem Drücken die Aufzeichnung.
In der Atemübungen-App hingegen funktioniert das nicht.
Die Bedienung per Touch-Display folgt dem Defacto-Standard. Aufgehend vom Watchface gelangt man durch
- Wischen nach oben zu den Benachrichtigungen
- Wischen nach unten zu den Schnell-Einstellungen
- Wischen nach rechts zu den App-Kacheln
- Wischen nach links zu den Widgets
Unterm Strich ist nichts Überraschendes dabei und selbst Unbedarfte werden sich mit der Uhr schnell zurechtfinden.
Funktionen im Alltag
Wenden wir uns den Funktionen der Watch Fit 5 und Watch Fit 5 Pro im Alltag zu, denn obwohl sich viele Smartwatches besonders den Themen Gesundheit und Sport widmen, so bieten sie doch stets einen Grundstock an Funktionen, die im Alltag unterstützen sollen. Das ist bei den Modellen der Watch Fit 5 nicht anders. Diese bieten u.a.
- Benachrichtigungen
- Musik
- Telefonie / Kontakte
- Wetter
- Kalender
- Wallet
- Timer / Stoppuhr
- Rechner
- Memo
Die meisten der Funktionen finden sich in Standard-Apps, die so in der ein oder anderen Form auch auf anderen Smartwatches zu finden sind.
Verglichen mit Modellen von Apple und Samsung mag hier manchem das Fehlen von LTE auffallen. Entsprechend kann man nur mit Hilfe eines gekoppelten Smartphones telefonieren. Für mich ist das nur ein Mangel auf dem Papier, denn noch größere Erreichbarkeit als mit dem Smartphone brauche ich nicht.
Hervorzuheben sind allerdings die wirklich hübsch und umfangreich gestaltete Wetter-App, die neben den aktuellen Werten und der Vorhersage für die kommenden Stunden und Tage auch folgende Werte im umfasst:
- UV
- Luftfeuchtigkeit
- Windrichtung / -geschwindgkeit
- Windschill
- Sonnenauf- / -untergang
- Mondauf- / -untergang
- Mondphasen
- Gezeiten
Die tolle Gestaltung zeigt gleichzeitig die Grenzen des ansonsten tollen Displays auf, denn selbst mit 1,92″ ist das Display nicht das größte. Kleiner dürfte die Schrift an manchen Stellen für mich nicht werden.
Das trifft z.B. auch bei den Benachrichtigungen zu. Während die Herkunft einer Nachricht durch das entsprechende App-Symbol sinnvoll gruppiert auf der Uhr dargestellt wird, ist die Schrift doch schon recht klein. Eine Funktion zur Regulierung der Textgröße habe ich in den Einstellungen nicht finden können.
Der Funktionsumfang der Musik App ist weitestgehend identisch mit dem, was der Wettbewerb zu bieten hat. Im Vergleich zu Zepp / Amazfit lassen sich die MP3-Dateien jedoch leichter auf die Uhr übertragen und auch im Nachgang über die App verwalten.
Selbst Playlisten lassen sich in der App problemlos anlegen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber weil es eben nicht alle Hersteller so sehen, sei es hier erwähnt.
Funktionen für die Gesundheit
Während die Funktionen für den Alltag mittlerweile über fast alle Hersteller hinweg den gleichen Umfang erreicht haben, unterscheiden sie sich bei den Funktionen für und um die Gesundheit mitunter deutlich.
Und es sind nicht nur die Hersteller untereinander, sondern auch die Modelle der Watch Fit 5 Serie.
Beide Modelle bieten die Ermittlung / Messung u.a. von
- Aktivitäten im Alltag (Schritte, Distanz, Kalorienverbrauch)
- Herzfrequenz
- Herzfrequenzvaribilität
- Blutsauerstoffsättigung
- Stress
- gestiegene Etagen
- Stunden mit Stehanteil
- Schlafmonitoring (Dauer, Phasen, Atmung)
Während auch das mittlerweile zum guten Ton gehört, bietet die Watch Fit 5 Pro Funktionen, die deutlich seltender anzutreffen sind:
- Pulswellenanalyse
- Pulswellengeschwindigkeit
- EKG
Alle Funktionen adressieren die Gesundheit des Herzens bzw. des Herz-Kreislauf-Systems. Die Analyse der Pulswellen führt die Watch Fit 5 Pro automatisiert in Ruhephasen durch. Eine manuelle Messung kann über die entsprechende App in der Uhr initiiert werden und dauert 45 Sekunden.
Die Messung der Pulswellengeschwindigkeit und die Erstellung eines EKG wird ausschließlich manuell durch den Nutzer veranlasst. Die Messungen, bei denen ein Finger auf den Knopf unter der Krone gelegt werden muss, haben an sich zuverlässig funktioniert. Zur Qualität der Ergebnisse kann ich jedoch nichts sagen. Immerhin stimmt die Pulswellengeschwindigkeit weitestgehend mit den Werten ein, die meine smarte Körperwaage ermittelt.
Auch bei Huawei gilt, dass die Daten nicht für medizinische Zwecke geeignet sind, aber eine Indikation bieten, um bestimmte Sachverhalte ärztlich abzuklären zu lassen.

Wem der Alltag zu sehr zusetzt, der kann mit den geführten Atemübungen für kurze Unterbrechnungen sorgen. Dabei stehen drei unterschiedliche Übungen zur Verfügung, deren Atemfrequenz sich jeweils einstellen lässt. Hier trifft man auch auf den niedlichen Panda, der auch an anderer Stelle durch leichte Übungen den Alltag unterbrechen soll.
Funktionen für den Sport
Wer mit 100+ Sportmodi wirbt, der lehnt sich hinsichtlich der Sportlichkeit eine Uhr schon ziemlich weit aus dem Fenster. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht sich ein Urteil zu bilden. Das gilt auch für die Watch Fit 5 bzw. Watch Fit 5 Pro.
Beide Uhren bieten zunächst einmal Dual-Band-GPS und damit die Grundlage zur Vermessung zahlreicher Sportarten – unterm Dach wie auch unter freiem Himmel.
100+ Sportmodi
Die eingangs genannte Anzahl an Sportmodi ist eher ein Marketing-Thema, das ich hier ins rechte Licht rücken möchte: Ja, beide Watch Fit 5 Modelle bieten eine große Anzahl an unterschiedlichen Sportarten, die die Uhren aufzeichnen können – möglich, dass es auch die 100+ Sportarten sind.
Wenn Hersteller jedoch auf so große Zahlen kommen, dann finden sich häufig auch „Sportarten“ wie z.B. Angeln, Gassigehen und Schachspielen. Auch bei Huawei finden sich Einträge für „Drachensteigen“, „Darts“ und „Schaukeln“ denen ich vom Gefühl her den sportlichen, puls- und schweißtreibenden Charakter absprechen wollte.
Beim Großteils des Angebots handelt es sich jedoch nicht um dedizierte Sportprogramme mit ganz eigenen Eigenschaften, sondern in erster Linie um eine Form der Dokumentationsmöglichkeit, welchen Aktivitäten man nachgegangen ist.
Gleichzeitig versteht Huawei ein solches Sportprogramm als Klammer um alle Einstellungen, die diese Sportart betreffen, u.a.
- Ziele (Distanz, Dauer, Kalorienverbrauch)
- Metronom
- Touch-Sperre
- Auto-Pause
- Datenseiten / -felder
- Erinnerungen
- Virtual Pacer
Das kommt schon sehr nahe an das Angebot teurer Sportuhren heran und erlaubt die Einstellungen für jede Sportart zu personalisieren. Mir hat während des Tests jedenfalls keine Funktion gefehlt.
Für gängige Sportarten finden sich jedoch auch dedizierte Funktionen. So lässt sich z.B.
- ein kleines, animiertes Aufwärmprogramm auswählen
- beim Bahnlauf die Bahn auswählen
- beim Wassersport die Touch-Sperre aktivieren
- bei Outdoor-Sportarten eine Route auswählen

Unterm Strich ist das Angebot von Huawei nicht besser oder schlechter als das der anderen Hersteller. Und ganz ehrlich: Für die meisten sollte der Unterschied zwischen 180+ und 100+ Sportarten überhaupt keine Rolle spielen.
Luft nach oben bietet natürlich auch Huawei: So findet sich z.B. beim Aufzeichnen eines Krafttrainings keine Möglichkeit Gewichte, Sätze oder Wiederholungen zu erfassen – weder manuell noch automatisch.
Auch bei den Sportfunktionen hebt sich das Pro-Modell vom Standardmodell ab: Nur die Pro-Variante bietet umfangreiche Golfkarten, einen Golf-Übungsplatzmodus, die Berechnung der Restdistanz zum Ziel sowie eine Tauchfähigkeit bis zu 40 Metern.
Offline-Kartenmaterial
Die Watch Fit 5 Pro bietet die Nutzung von Offline-Kartenmaterial an, das zuvor über die App auf die Uhr übertragen werden muss. An sich ein großartiges Feature, wenn der Detailgrad der Karten nicht so gering wäre. Aber eins nach dem anderen…
Übertragen und verwaltet wird das Kartenmaterial über die Huawei Health App. Die Lösung gehört zu den besseren, denn das Kartenmaterial ist nach Regionen, Ländern und teilweise Bundesländern unterteilt.
Anders als z.B. bei Amazfit kann Kartenmaterial mehrerer Regionen auf die Uhr übertragen werden. Das ist sicherlich von Vorteil für Menschen, die viel unterwegs sind.
Wichtig zu wissen:
- Genutzt werden können die Karten nur während der Aufzeichnung einer sportlichen Aktivität. So etwas wie eine Stadplan-App ist auf der Watch Fit 5 Pro nicht zu finden.
- Die Karten sind nicht routingfähig, d.h. aus Sicht der Uhr nur ein großes Bild, von dem ein Ausschnitt entsprechend des eigenen Standorts auf dem Display angezeigt wird.
Beide Punkte sind in der Preis-Leistungs-Klasse der Watch Fit 5 Pro nicht anders zu erwarten.
Luft nach oben bietet sich beim Detailgrad der Karten, denn während Innenstädte noch recht detailliert angezeigt werden, fehlen mancherorts Wald- und Wanderwege.
Aufzeichnung einer Aktivität
Hat man das gewünschte Sportprofil gefunden, kann es eigentlich auch schon losgehen.

Sportprogramme mit Aufzeichnung von Strecke und Tempo finden die benötigten Satelliten in der Regel innerhalb weniger Sekunden. Ich hab jedoch mit der Watch Fit 5 auch schon einmal paar Mal rund 40 Sekunden warten dürfen, während das Pro-Modell am anderen Handgelenk innerhalb von ca. 10 Sekunden ausreichend Signale verbuchen konnte.
Das eine Aufzeichnung ohne Warnung auch dann gestartet werden kann, auch wenn ein GPS-Signal sinnvoll wäre, stört mich an der Watch Fit 5 ein wenig.
Gleiches gilt für die automatische Trainingserkennung. Sie ist für mich zu ungenau: Da ist man manchmal schon 15 Minuten zu Fuß unterwegs und erst dann meldet sich die Uhr mit dem Hinweis, sie hätte eine Aktivität erkannt und wollte mal nachfragen, ob sie diese aufzeichnen soll.
Ich weiß um die Gratwanderung und aus diesem Grund bleibt die Funktion bei mir einfach aus.
Während der Sports ist sind beide Modelle angenehme Begleiter, denn sie
- fallen dank ihres niedrigen Gewichts nicht auf
- aktivieren das Display beim Drehen des Handgelenks ausreichend schnell
- können Zwischenstände in unterschiedlicher Laustärke über den kleinen Lautsprecher kundtun

Durch die Datenseiten lässt sich leicht durch Wischen oder Drehen an der Krone navigieren.
Routen / Navigationsfähigkeiten
Wer einer geplanten Strecke folgen möchte, kann vorab Routen vom Gerät (in Form von GPX-Dateien) oder von Komoot aus importieren. Gerade letzteres funktioniert tadellos und dank kleiner Vorschaubilder der Routen behält man einen guten Überblick.
Wer vor Beginn der Aufzeichnung eine Route ausgewählt hat, findet diese in der Watch Fit 5 als Streckenverlauf dargestellt. Ist auf dem Pro-Modell das entsprechende Kartenmaterial vorhanden, wird der Streckenverlauf auf die Karte gelegt.
Ich bin gut mit den Kartenfunktionen der Watch Fit 5 Pro ausgekommen, denn mitunter aufgrund der geringeren Detailtiefe (d.h. die Uhr muss weniger Details verarbeiten), ist die Darstellung flüssig – selbst beim Verschieben und Zoomen des Kartenausschnitts.
Genauigkeit bei der Aufzeichnung der Strecke
Glaubt man den Testberichten anderer Online-Magazine, dann scheint Huawei mit der Watch GT Runner 2 großartige GNSS-Fähigkeiten an den Tag gelegt zu haben. Die Watch Fit 5 nutzt sicherlich weniger ausgeklügelte Technik und Algorithmen und doch scheint Huawei das Thema „Positionsbestimmung“ gut im Griff zu haben.
Nun finden sich im südlichen Speckgürtel von Berlin nicht die herausfordernsten Strecken, so dass die Watch Fit 5 Modelle ihre Klasse am Potsdamer Platz und im mittlerweile stark belaubten Tiergarten haben unter Beweis stellen können.
Wie üblich bietet das Bic Picture wenig Details. Man kann aber bereits erkennen, dass alle Uhren eine sehr ähnliche Leistung bieten. Auffällig ist, das im Wesentlichen nichts auffällig ist.

Interessanter ist da schon das zweite Bild, weil es a) meine Ungeduld zeigt und b) verdeutlicht, dass die Watch Fit 5 in der Standard-Ausführung manchmal sehr lange braucht (siehe die blaue Linie), bis ausreichend viele GNSS-Signale erfasst sind.

Hohe Gebäude, die den Blick in den Himmel stören, setzen nicht nur den beiden Uhren von Huawei zu, sondern stellen auch die anderen Produkte vor eine Herausforderung. Mal sind die Ergebnisse sehr überzeugend, ein paar hundert Meter weiter wähnen sich die Uhren hinter der Fassade der Gebäude. Beide Modelle können zur Standortbestimmung auf unterschiedliche Satelliten-Systeme zurückgreifen und bei GPS die Frequenzbänder L1 + L5 – also Dual-Band – nutzen.

Das geschlossene Blätterdach des Tiergartens hingegen stellt die Uhren weniger vor Probleme, auch wenn die Watch Fit 5 in der Standard-Variante meinte, sich ein ganzes Stück neben dem eigentlichen Weg zu befinden.

Nach mehreren Touren kann man beiden Uhren eine tolle Arbeit bescheinigen, denn große Abweichungen leisten sich weder das Pro- noch das Standard-Modell. Jedenfalls keine Abweichungen, die nicht bei andere Uhren in der gleichen bzw. höhrere Preisklasse auch beobachtbar sind.
Weder Huawei noch die anderen Hersteller können Magie wirken, wenn sich in den engen Häuserschluchten die Signale verlieren oder durch Reflexion Laufzeitfehler stärker ins Gewicht fallen. Unterm Strich liefern aber beide Uhren eine tolle Leistung.
Genauigkeit bei der Aufzeichnung der Herzfrequenz
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Genauigkeit der Aufzeichnung der Herzfrequenz. Sowohl beim Joggen, wie auch auf dem Spinning-Bike sind keine große Ausreißer zu beobachten.
Ich weiß, dass gerade im Radsport das Abknicken des Handgelenks als Störfaktor bei der Pulsmessung gilt, aber offenbar sitzen Uhren bei mir ein wenig höher am Handgelenk, so dass ihr hier nicht von Problemen berichten kann. Der Einordnung halber: Ich bin kein ambitionierter Radsportler und dementprechend mögen meine Leistung und mein Anspruch andere sein.
Für die Tests nutze ich in der Regel HF-Brustgurt H10 von Polar, der immer noch als der Gold-Standard gilt und mit ganz wenigen Ausnahmen bisher stets stabile Messungen erlaubt hat.
Weil es sich technisch um einen anderen Ansatz handelt, durfte der Scosche Rhythm 24 erneut antreten, der mit einem PPG-Sensor den gleichen Ansatz wie die Uhren nutzt und trotz seines Alters zum genausten zählt, was mir bislang untergekommen ist.
Deutlich ist zu erkennen, wie solide die Modelle der Watch-Fit-Reihe den Pulsverlauf aufzeichnen. Die markierten Abweichungen liegen wohl eher bei der Amazfit Balance 2 und dem Polar H10, der für einen kurzen Moment einen Schluckauf gehabt zu haben scheint.
Nimmt man die Werte des Brustgurts als Referenz und die Werte der Watch Fit 5 Pro als Vorhersage, lässt sich daran das Bestimmtheitsmaß R² bestimmen. Es beschreibt, wie gut die Werte der Vorhersage (also der Watch Fit 5) den Werten der Referenz (in diesem Fall des H10) folgen. Mit 0,99 zeigt das Pro-Modell einen hervorragenden Wert, d.h. 99 % der Pulsänderungen, die der HF-Brustgurt erfässt, erfässt auch die Uhr am Handgelenk. Über absolute Abweichungen zwischen den beiden Produkten gibt die Kennzahl jedoch keine Auskunft.
Das zweite Paar an Aufzeichnungen zeigt, wie gut beide Modelle der Watch Fit 5 den Puls erfassen. Da gibt es keine großen Einschwingphasen, keine ausgemachte Verzögerung, die den optischen Sensoren einst angekreidet wurde und keine großen Abweichungen. Das einzige „Gewitter“ bei allen Sensoren gab es, als ich das Training einmal unterbrochen musste und vom Bike gestiegen bin.
Wer lieber auf einen externen HF-Sensor mittels Bluetooth zurückgreifen möchte, koppelt ihn einfach vorab über das Bluetooth-Menü der beiden Uhren. Neben ein allen hier herumliegenden HF-Sensoren hat die Sportuhr auch den Sensor von Stryd erkannt. Ich konnte bisher aber noch nicht ausmachen, wo sich dessen Werte wiederfinden.
Trainingsübersicht
Nach dem Beenden der Aufzeichnung findet sich die Aktivität in der Trainingsübersicht – sowohl auf der Uhr, als auch mit größerer Detailtiefe und mehr Komfort in der App.
Positiv überrascht, dass Huawei sowohl Metriken der Laufergonomie (u.a. Bodenkontaktzeit, durchschnittliche Balance, vertikale Oszillation) und die Laufleistung in Watt erfässt. Da schöpft Huawei aus dem Angebot der erwachseneren Sportuhren.
In diesem Bereich ist die App gut strukturiert und die Informationen lassen sich schnell finden. Anders sieht es mit der Weiternutzung der Daten aus, denn Huawei bietet nur wenige Möglichkeiten Trainingsdaten zu exportieren. Da ist der automatische Export nach Strava vielleicht noch der einfachste Weg, aufgezeichnete Strecken lassen sich im GPX-Format exportieren, danach sieht es aber eher düster aus. Ausgenommen ist der „Export“ in Form von Bildern mit den Kernmetriken, um sie auf sozialen Medien oder im Freundeskreis zu teilen.
Akkulaufzeit
Huawei gibt die Akkulaufzeit für beide Produkte mit bis zu 10 Tagen bei sparsamer Nutzung, 7 Tagen bei typischer Nutzung und 4 Tagen bei Verwendung des Always-On-Modus an. Das sind durchaus auch die Werte, die ich im Test habe feststellen können, obwohl 10 Tage schon recht optimistisch sind. Dafür kommt man aber bei typischer Nutzung auch mal auf 8 Tage. Vieles ist davon abhängig, wie häufig euch Benachrichtigungen erreichen, welche Displayhelligkeit ihr nutzt und wie viele Aktivitäten ihr aufzeichnet.
Insgesamt bewegen sich beide Modelle im Mittelfeld. Die höhere Akkukapazität des Pro-Modells wird durch den Mehrverbrauch des größeren und helleren Displays nahezu vollständig kompensiert. Punkten kann die Watch Fit 5 Pro beim schnellen Laden: Bereits nach einer Stunde ist der Akku wieder voll. Das Standard-Modell braucht knapp 2 Stunden.
Ergebnis des Huawei Watch Fit 5 Pro Tests
- Hochwertiges, helles Display
- Schmales Design
- Offline-Karten
- kein WLAN / LTE
- geringe App-Vielfalt
- Eigenwerbung in der App
Mit der Watch Fit 5 und der Watch Fit 5 Pro liefert Huawei zwei der interessantesten Fitness-Smartwatches ihrer jeweiligen Preisklasse. Beide Modelle überzeugen durch ihr schlankes Design, die hochwertige Verarbeitung, das helle Display sowie die genaue Erfassung von Gesundheits-, Vital- und Aktivitätsdaten.
Für Sportler bieten die Uhren eine große Auswahl an Sportprofilen, eine präzise GNSS-Ortung und umfangreiche Trainingsfunktionen. Damit decken sie die Anforderungen der meisten Freizeit- und Hobbysportler umfassend ab. Wer jedoch gezielt leistungsorientiert trainiert, wird bei Trainingsanalyse und Trainingssteuerung nicht den Funktionsumfang spezialisierter Sportuhren vorfinden.
Die Watch Fit 5 Pro setzt sich vom Standard-Modell durch hochwertigere Materialien, zusätzliche Gesundheitsfunktionen und exklusive Sportmodi ab. Gleichzeitig überzeugt bereits die Watch Fit 5 mit einem sehr attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.
Schwächen zeigt die Serie vor allem bei den klassischen Smartwatch-Funktionen. Das App-Angebot bleibt überschaubar, Mobilfunk- und WLAN-Funktionen fehlen und die Installation der Huawei-Health-App gestaltet sich insbesondere unter Android nicht immer komfortabel. Vor allem für weniger versierte Nutzer, kann das eine Einstiegshürde darstellen, die aber leicht zu meistern ist.
Insgesamt richtet sich die Watch-Fit-5-Serie an Nutzer, die den Schwerpunkt auf Fitness, Gesundheit und Ausdauer legen. Gerade in diesen Bereichen bietet Huawei dank hoher Messgenauigkeit, langer Akkulaufzeiten und attraktiver Preise ein überzeugendes Gesamtpaket.
Offenlegung / Werbung: Das Produkt wurde mir auf meine Anfrage hin für den Test der/des Huawei Watch Fit 5 von Huawei kostenlos zur Verfügung gestellt. An den Inhalt des Testberichts wurden keine Bedingungen geknüpft. Der Inhalt des Testberichts spiegelt somit vollständig meine eigene, unvoreingenommene Meinung und Erfahrung mit dem Produkt wider.
Warum der Beitrag dennoch als 'Werbung' gekennzeichnet ist, könnt ihr unter Kennzeichnungspflicht nachlesen.































